zurück
Samuel Gawith Brown Pigtail
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Twist mit ca. 1 cm Durchmesser |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | extra-stark |
| Verpackung: | 25 g in Plastikbeutel |
| Preis: | 4,00 CHF |
Alex Neumann
Der Twist kommt in einem schlichten Plastikbeutelchen daher, hat einen guten Zentimeter Durchmesser, ist ca. 28 cm lang und von schönem Braun. Mein erster optischer Eindruck war: haben die da versehentlich eine Zigarre mit etwas verknittertem Deckblatt eingepackt. Auch die Nase vermittelt einen ähnlichen Eindruck. Man kommt irgendwie in Versuchung, sich von dem Twist 10 cm abzuschneiden und direkt anzuzünden. Sozusagen "Zigarre als Meterware", vielleicht sollte ich mir diese Idee mal patentieren lassen. ;-)
Da ich aber nun mal Pfeifentabak und keine Zigarre gekauft habe möchte ich logischerweise auch Pfeife rauchen. Geruchsmäßig war kein besonderer Cross-Over zu erwarten (was sich später auch bestätigt hatte) und so suchte ich wegen der zu erwartenden Stärke einfach ein Pfeifchen mit kleinem Kopf aus und wetzte die Messer.
Auf einem Schneidbrett verarbeitete ich in Abwesenheit der Hausfrau mit einem guten Küchenmesser einen Teil des Twist in Curlies. Ein Curlie wurde aufgedröselt und als Einlage auf den Boden gelegt, danach die anderen Curlies gestapelt und zum Schluß noch 2 Curlies aufgerubelt oben drauf gelegt.
Das Anzünden war recht unproblematisch: 1. Streichholz einsetzen, planieren, 2. Streichholz und dann war die ganze Angelegenheit am Glimmen. Allerdings sollte man bereits beim Anzünden eher vorsichtig ziehen, da der Tabak gleich erst einmal den großen Hammer auspackt und dem Raucher zeigt, wer der Chef im Ring ist. Der Nikotingehalt ist wirklich jenseits von Gut und Böse, verglichen damit ist selbst der Nightcap oder mein geliebter University Flake nur ein laues Lüftchen.
Hat man den ersten Schock überwunden, kann man sich auf die Suche nach dem Geschmak machen. Ehrlich gesagt, allzuviel Positives habe ich nicht gefunden. Der Tabak schmeckt, wie eine nicht besonders gute Zigarre, so wie Großvaters stinkender Stumpen, den man als Jugendlicher unauffällig entwendet und dann irgendwo im Wald mit grünem Gesicht tapfer weggequalmt hat. Dieser Zigarrengeschmack tritt erst ab der zweiten Hälfte ein wenig in den Hintergrund ohne jedoch ganz zu verschwinden und macht einer gewissen Süße Platz.
Gleichzeitig wird der Rauch ein wenig sanfter und weicher, während er in der ersten Hälfte eher kratzig ist. Kratzig werden auch die Mitraucher da die Raumnote ebenfalls Erinnerungen an Opa und seine Stinkbomben weckt.
Positiv läßt sich noch vermerken, das sich der Brown Pigtail ohne Gesotter, Zungenbrand oder sonstige Schwierigkeiten auf ein kleines Häufchen puderiger Asche reduzieren läßt. Auch vorsätzliches Heißrauchen oder Ausgehen und wieder Anzünden ändert nicht viel.
Fazit:
Nicht mein Fall. Zu eindimensional vom Geschmack insbesondere in der ersten Hälfte, wo er schon fast unangenehm ist. Die zweite Hälfte versöhnt ein wenig ohne jedoch so herausragend zu sein, das
die Qual die erste Hälfte lohnenswert erscheint. Da andererseit von den Raucheigenschaften nur Positives zu berichten war reicht es noch für ein "Ausreichend".
(01.07.2003)