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Brown Sliced

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Orlik Brown Sliced

(Pfeifentabak)

Markenname:Orlik
Hersteller:Orlik (DK)
Mischung:Virginia, Orient, Black Cavendish
Schnittbreite:Flake
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:50g Dose
Preis:51,00 DK

Frank Nicolai

Auf der Website von Orlik fand sich folgende Beschreibung:
"En blanding af fuldmodne virginiatobakker og mild black cavendish tilsat lidt aromatisk orienttobak. Blandingen presses løst i kager, der efter endt lagring skæres i tynde flakeskiver. Mild i styrke, med en karakteristisk let sødlig smag."

Hier steht zwar nichts von der Aromatisierung, aber andere, wissende Pfeifenraucher wiesen mich vor dem Rauchen darauf hin, dass der Tabak mit dem Öl der Bergamotte aromatisiert sein - also meinem Lieblingstee, dem Earl Grey Tea sehr ähnlich im Geruch und Geschmack sein. Der Tabak an sich soll dem Golden Sliced von Orlik entsprechen. Durch eine edle Spende kam ich in den Besitz einiger Flake-Scheiben dieses leider nur in Dänemark erhältlichen Tabaks.
Das Earl-Grey-Aroma ist nur sehr hintergründig zu erkennen. Der Tabak duftet vor allem nach süßen Virginias. Er ist ziemlich dunkel - das Farbspiel reicht über die gesamte Palette des Dunkelbraun. Einige wenige helle Fasern sind in den Scheiben enthalten - diese hellen Bestandteile halte ich für den Orienttabak. Die Flakescheiben sind fest aber nicht hart. Die Scheibe, die ich erhalten habe waren von der genau richtigen Konsistenz so dass ich sie sofort aufrubben und rauchen konnte.
Vom ersten Zug an verliebte ich mich in den Tabak. Von Anfang an umschmeichelt die Zunge ein vollmundiger, als aromatisch wahrgenommener süßer Wohlgeschmack in der besten Art der dezenten Dänen. Man erschmeckt den Virginia, der erstaunlich füllig daherkommt, die Weiche des Rauchs spreche ich dem BC zu, der auch die Süße des Geschmacks verstärkt. Der Rauch ist füllig aber nur wenig nikotinträchtig so dass ich den Tabak als medium einstufe. Wenn man es verträgt (und kann), dann sollte der Tabakrauch aus der Nase ausgestoßen werden - so können die Nuancen besser wahrgenommen werden.
Der Brown Sliced ist ein sehr langsam glimmender Tabak. Eine mittelgroße Pfeife bietet da schon mal 1 1/2 Stunden Rauchvergnügen. Das Ende kam dann immer plötzlich und unerwartet - der Brown Sliced meldet sein nahendes Ende nicht mit Bitterkeit oder Geschmacksverlust an. Er ist dann plötzlich einfach aufgeraucht und beim Nachzünden stellte ich fest, dass sich nur noch ein wenig dunkle und grobe Asche in der Pfeife befand.
Ich habe den Tabak sowohl mit als auch ohne Filter geraucht - wobei mir das Rauchen mit einem Meerschaumfilter am meisten behagte. Virginiatypisch ist der Brown Sliced etwas zungenbissig - das schluckt der Meerschaumfilter sehr gut - Aktivkohlefilter (Vauen) hingegen nehmen auch ein wenig von der Aromatisierung weg. Die Raumnote ist so hervorragend wie der Tabak an sich.

Fazit:
Da bleibt nicht viel zu sagen. Der Tabak ist großartig und hat es aus dem Stand in die Top Ten meiner persönlichen Hitliste geschafft. Es ist nur sehr bedauerlich, dass es ihn nicht in Deutschland gibt.

(21.08.2001)


Björn Hollensteiner

Orliks Brown Sliced ist leider nicht in Deutschland erhältlich, durch einen netten Daftler bin ich in den Besitz eines 50 g Döschens gekommen. Seit einer Woche habe ich dieses Döschen schon halb geleert (was für mich ein Rekordtempo ist) und finde es nun an der Zeit, ein kleines Review abzufassen.
Der Brown Sliced besteht laut Dosenaufdruck aus Virginia, Cavendish und Oriental-Tabaken die zum Flake gepresst und mit Bergamotte-Ölen gecased sind.
Beim Öffnen der Dose wird sich jeder vom Geruch her sofort an Earl-Grey-Tee erinnert fühlen. Super! Es ist für mich immer wieder faszinierend, dass auch Tabak nach gutem Schwarztee riechen kann. Der Golden Sliced erinnert mich immer an einen feinen First-flush Darjeeling, und nun rieche ich dieses feine, appetitanregende Zitrusaroma der Bergamotte auf der Grundlage eines dunkleren, schwersüßen Flaketabaks.
Die Flakes sind recht dick geschnitten und fest gepresst. Man sollte sie etwas aufrubben und dann locker in die Pfeife einfüllen. Das Entzünden ist nicht ganz leicht, glimmt der Tabak aber ein mal, steht einem gemütlichen Rauchgenuss über längere Zeit nichts mehr im Wege. Am besten raucht man den Brown Sliced nach der Ivarsson-Methode: Immer ruhig mit der Pfeife atmen, dann verirrt sich des öfteren ein kleines Rauchwölkchen in die Nasenhöhle und kündet von dem hervorragenden Tabak, den man da in der Pfeife hat. Auch hier wieder ist den Tabakmeistern von Orlik gelungen, was ich an dänischen Aromatabaken so schätze: Einen wirklich guten, voluminösen aber nicht zu starken Grundtabak mit einem dezenten Casing oder Flavouring zu versehen, welches zu eine Melange von Aromen führt, die sich untereinander ergänzen und nicht zu übertönen versuchen.
Der Tabak verglimmt sauber und kondensatarm zu feiner mittelgrauer Asche, am Boden finden sich bisweilen noch gröbere schwarze Tabakfasern. Die Stärke würde ich als medium einschätzen, im Vergleich zum Golden Sliced wirkt der Tabak weicher, voller, was aber durch das erfrischende, spritzige Bergamotte-Casing teilweise wieder ausbalanciert wird.

Fazit:
Ich könnte noch lange schwärmen. Dieser Tabak gehört zum Besten, was ich mir bisher in meine Pfeifen füllen konnte. Meine absolute Empfehlung. Zusammen mit dem Golden Sliced sicherlich der Inbegriff dänischer Pfeifentabakkultur.

(22.09.2001)


Daniel Wegehaupt

Eher durch Zufall stolperte ich über das Review des OBS. Ich blieb fasziniert an der Bemerkung hängen, dass der Orlik Brown Sliced mit dem Aroma der Bergamotte geflavourt sei, er also die Nase verwöhnt mit dem feinen Duft einer Dose Earl Grey - Tee. Sonst an Virginia Flakes eher weniger interessiert, verschlang ich die Beschreibungen. Wie sollte mir auch bei diesem Tabak nicht der Zahn tropfen? Nur- in Deutschland ist dieses magische Kraut nicht erhältlich. Ich malte mir den OBS in meiner Phantasie aus wie ein Verdurstender in der Wüste - den OBS als Fata Morgana in unerreichbarer Ferne. Erst durch die milde Gabe eines anderen Daftlers konnte mein Verlangen gestillt werden. Jetzt würde sich erweisen, ob die selbstauferlegten Qualen berechtigt waren oder ich meiner regen Phantasie zum Opfer gefallen war. Nur ein Strohfeuer des geweckten Bedürfnisses? Ein Tabak den keiner wirklich braucht? Würde sich der OBS nur in heiße Luft auflösen und der Tabak wieder in den unendlichen Weiten der Markenvielfalt verschwinden?
Der Tabak: Voller Neugier öffne ich die sehr ansprechend gestaltete, vollmilchschokoladenbraune kleine Rechteckdose mit dem typischen Orlik- Richterkopf auf dem Deckel. Ich blicke auf sehr appetitlich dreinschauende Flakescheiben in Mittelbraun, durchzogen von hellgelben und tiefdunklen Adern. Der Anblick erinnert mich an die im Golden-Contrast-Stil gebeizten Pfeifen eines Tom Eltang. Laut der dänischen Beschreibung unter dem Dosenboden besteht der Flake aus einer Mischung von Virginiatabaken, Black Cavendish und Orienttabak. Der Geruch ist betörend! Alles duftet nach wunderbarem Earl-Grey-Tee. Ich knicke den Brown Sliced und drehe ihn behutsam in die Pfeife. Flaketypisch ist es nicht ganz einfach ihn gleichmäßig zu entzünden. Drei Hölzer brauche ich eigentlich immer. Glimmt er aber erst einmal und sind die ersten etwas schärferen, zungenunfreundlichen Züge des Anrauchens getan, entfaltet sich seine ganze Majestät. Virginiasüß und duftig strömt der Rauch über Zunge und Gaumen. Das Aroma des Dosenduftes teilt sich des Rauchers Nase und -in geringerem Maße- auch seiner Umwelt mit. Wobei die Raumnote wohl eher würzig ist -sagt jedenfalls meine BH. Der Raucher hat ein wunderbares Geschmackserlebnis, zum einen durch einen wunderbar geblendeten Tabak, und zum anderen durch ein delikates Aroma, das bis zum (eben nicht bitteren!) Ende der Pfeife erhalten bleibt. Im letzten Drittel gesellt sich eine angenehm nussig-holzige Note dazu. Und das ist es auch, was mich am OBS so begeistert. Der Tabak bedarf nur gelegentlichem Nachfeuern, ansonsten glimmt er willig und gutmütig, solange ihn der Atem des Rauchers am Leben hält. Am Ende bleiben dunkelgraue Asche und ein paar schwarze Tabakfasern übrig. Unter uns gesagt, nachdem die ersten Flakescheiben aufgeraucht waren, habe ich einen Filterbeutel mit Earl-Grey-Tee auf den Tabak in der Dose gelegt. Beim Öffnen des Deckels schwebte ich dann immer im Dufthimmel. Auf den Geschmack hatte das keinerlei negative Auswirkungen. Für mich ist der OBS _der_ oFi-Tabak, denn er lässt sich kühl und ruhig, mit wenig Kondensatentwicklung rauchen. Er schmeckt mir zwar mit Filter genau so gut, ich bin aber versucht, stärker an der Pfeife zu ziehen, um mehr Aroma in den Mund zu bekommen (dieses ist miFi eben etwas schwächer). Apropos: Von der Stärke würde ich den OBS als medium einschätzen.

Fazit:
Ich kann an diesem Tabak keinen Mangel entdecken. Der OBS ist gemacht um Raucher glücklich zu machen. Warum nur gibt es diesen Tabak nicht in Deutschland? Es ist zum heulen <heul, schluchz, jammer, jammer>! Wer als Pfeifenjünger nach Dänemark fährt, der sollte sich die Taschen mit diesem Tabak voll stopfen! In Abu Dhabi gibt es das einzigste 7-Sterne-Hotel der Welt. Der OBS ist mein 7-Sterne- Tabak. Absolute Empfehlung!

(29.04.2002)


Stephan Beeck

Der Orlik Brown Sliced (OBS) ist der dunkle Bruder des allseits bekannten Orlik Golden Sliced (OGS), den man in Deutschland – im Gegensatz zum OGS – leider nicht bekommen kann.

So gibt es den OBS nur über Dänemark, wo es ihn scheinbar auch nur noch in 40g (!!!) Pouches, und nicht mehr in Dosen gibt.

Öffnet man Dose oder Pouch strömt einem als allererstes das Aroma von Bergamotte in die Nase (beim Pouch übrigens intensiver als bei der Dose) und man wird unweigerlich an Earl Grey Tee erinnert (dieser passt übrigens hervorragend zum OBS...). Der Tabak ist mitteldick geschnitten und liegt irgendwo zwischen dem Schnitt von Capstan und Peterson University Flake.

Ich stopfe ihn ausschließlich in dem ich die Flakescheibe erst zur Hälfte knicke, dann noch mal falte und dann in der Hand aufrubbel bevor ich mit einer ebenfalls rubbelnden Bewegung in den Pfeifenkopf drücke.

Flaketypisch dauert es etwas, bis der Tabak gleichmäßig glimmt, wenn er es dann aber schließlich tut brennt er gutmütig und gleichmäßig ab.

Der Geschmack entspricht dem Geruch, allerdings nicht so intensiv (wenn der Pouch/die Dose ein paar Tage offen ist verflüchtigt sich auch viel davon) und interessanterweise unterstützt er auf herausragende Weise den Geschmack des Virginias, also des Grundtabaks. Ein weiterer geschmacklicher Vorteil in meinen Augen ist der ohnehin sehr dunkle Virginia, der im Gegensatz zum hellen weniger nikotinreich und auch wesentlich zungenfreundlicher ist, wenn man nicht ausschließlich Virginias raucht und das nicht gewohnt ist.

Das Aroma hält sich konsequent aber nicht aufdringlich bis zum Ende der Füllung und man ist durchaus traurig, daß es schon wieder vorbei ist.

Fazit:

Es ist eine Schande, daß man den OBS in Deutschland nicht bekommen kann. Aus meiner Bar ist er nicht mehr wegzudenken und kann ich mit dem OGS absolut nichts anfangen, ist der OBS eine absolute Wucht. Der Tabak ist lecker, frisch und einfach nur rund im Geschmack, daß man sich immer wieder auf eine nächste, leckere Füllung freut!

(06.06.2007)


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