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Bulldog Little Dandy
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Little Dandy |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Black Cavendish, Virginia-Latakia-Flake, Virginia-Mysore |
| Schnittbreite: | ready-rubbed |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht bis medium |
| Verpackung: | 100gr. Beutel in Blechdose |
| Preis: | 18,50 Euro |
Markus Voigt
Im November letzten Jahres habe ich diesen Tabak zusammen mit anderen Sorten bestellt – und nachdem nun etwa 75gr. In Rauch aufgegangen sind, möchte ich ihn hier reviewen.
Außer den verwendeten Tabaksorten gibt der Hersteller nicht wirklich viel an Informationen preis: „Süß und dezent rauchig zugleich - ein feiner, sanft-würziger Leckerbissen.“ heißt es dort am Ende der Beschreibung. Da mir einige der DTM-Tabake ausgesprochen gut schmecken, bestellte ich den „Little Dandy“ also kurz entschlossen mit.
Optik und erster Eindruck: In einer recht witzigen Rechteck-Blechdose (schwarz, weißes Label, darauf schwarzer Bulldog mit rotem Schal (der Berliner wird an Herrn Momper erinnert) und Bulldog-Pfeife im Maul, drei Rauchkringel produzierend) steckt ein silberner Kunststoffbeutel, der, wie die meisten seiner Art, nach dem Öffnen nicht mehr dicht hält – und nach einer Woche durch einen Ziplockbeutel ersetzt werden sollte.
Der Tabak ist dunkel (ca. 75% Black Cavendish, 20% dunkelbraune Flake-Anteile und ca. 5% helles Blattgut) und riecht in etwa so. Erster Eindruck: sehr süß (DTM = Ahornsirup?) - aber dann genauer hingerochen und notiert: in die erste, vordergründige Süße mischt sich immer mehr ein würziger Ton (vermutlich vom VA-LA-Flake) und auch Noten wie Teer, Schwarzbrot, Rosine und ganz leicht Kakao. Alles in allem für mich sehr appetitlich. Der Little Dandy ist zu feucht, aber das ist kein Problem – der undichte Beutel hat das nach ein paar Tagen kompensiert.
Stopfen und Rauchen: Ist der Tabak noch sehr frisch muss man ihn etwa 30 bis 60 Minuten abtrocknen lassen, bevor man zur Tat schreiten kann. Hat er den richtigen Feuchtigkeitsgehalt, geht das Stopfen recht einfach; allerdings eignet er sich nicht so gut für kleine Pfeifenköpfe: die Flake-Anteile sind z.T. so groß, dass ich ihn eigentlich immer noch mal „nachrubbe“. Ich selbst komme mit ihm am besten klar, wenn ich relativ lose stopfe und erst nach dem Anfeuern etwas fester nachdrücke. Apropos Anfeuern: der Little Dandy brennt etwas unwillig an, meist brauche ich vier Versuche, bis er gleichmäßig glimmt. Wenn er dann aber erst mal angezündet ist, brennt er recht gleichmäßig bis zum Ende herunter. Der Geschmack ist nicht ganz einfach zu beschreiben: Süß ist er, das ist keine Überraschung, obwohl er nicht so süß schmeckt, wie er im Beutel riecht. Aber dieser Tabak bietet mehr: ist er ganz zu Anfang fast nur süß, kommen nach den ersten paar Zügen dann die anderen Noten ins Spiel: er wird schwerer, würziger und „runder“, die Süße geht etwas zurück und mischt sich gut mit einer etwas herben Würze, die mich irgendwie daran erinnert, wie süßes Gebäck oder auch Karamell immer erst so richtig gut schmeckt, wenn Salz dran ist. Ich denke, die Bezeichnung „süß-würzig“ wird ihm voll gerecht; ganz leicht sind auch zigarrige und herbe Schoko-Nuancen in Kombination mit Rosinenaroma zu schmecken, irgendwie ist auch eine Grundnote wie beim McConnell „Maduro“ oder wie bei „Jock's Mixture“ von Rattray vorhanden. Wird er zu heiß geraucht, wird er bitter und etwas scharf – ebenso ist es kurz nach dem Wiederentzünden, wenn die Pfeife mal ausgegangen ist; aber dies ist immer nur kurz und nicht so schlimm, ist er doch gleich wieder wie zuvor. Meiner Meinung nach ist dies bei vielen DTM-BCs so, evtl. liegt es am Ahornsirup. Der Geschmack bleibt konstant bis ganz zum Schluß, hier wird er dann deutlich herber, die Süße ist verschwunden und nach weiteren 30 Sekunden ist die Pfeife aus. Die Raumnote ist angenehm und wird z.T. als süßlich-zigarrig beschrieben, der Latakia fällt hier nicht ins Gewicht. Übrig bleibt mittelgraue Asche. Speziell bei diesem Tabak kommt es mir auf den „richtigen“ Feuchtigkeitsgehalt an: zu feucht brennt er noch schlechter an und sottert (logisch), zu trocken schmeckt er nicht so recht, irgendwie ist er dann „flach“, fast fade. Ich würde ihn als noch leicht einstufen, hin und wieder kommt er mir aber auch medium vor, woran auch immer das liegen mag.
Mein Fazit: Ein leckerer Tabak, den ich mir gerne wieder kaufen werde, obwohl er nicht ganz billig ist. So recht kann ich ihn nicht einordnen, daher fällt mir die Empfehlung schwer – für echte Süßmäuler wahrscheinlich nicht die Endstation, für Liebhaber der natürlichen Tabake vermutlich kein Knaller, für Freunde strammer Engländer zu lasch. Tja, für wen ist er wohl wirklich zu empfehlen? Ich denke, wer den McConnell „Maduro“, den „Jock's Mixture“ von Rattray oder auch den Scottish Flake von McBaren mag, findet hier einen gelungenen Tabak, der einen Versuch wert ist. Für Anfänger vielleicht nicht ganz geeignet ob der etwas schwierigen Vorbereitung (Feuchte, Aufrubben, Anzünden). Mir gefällt er jedenfalls, obwohl ich auch einen kleinen Minuspunkt ausmachen kann: der BC scheint so stark geröstet zu sein, dass er, wenn er zu trocken geworden ist, zu zerbröseln beginnt, was dazu führt, dass immer größere Mengen unten im Beutel die Konsistenz gemahlenen Kaffees annehmen. Also: nicht zu trocken werden lassen!
(29.01.2010)