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Burlingtons Blue Label

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Dixon & Hamilton Burlington's Blue Label

(Pfeifentabak)

Markenname:Dixon & Hamilton
Hersteller:D. & H. Tobacco Suppliers Inc. (Vertrieb Stanwell)
Mischung:VA, Burley, Kentucky, Latakia
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch
Stärke:medium-stark
Verpackung:5o Gramm Runddose
Preis:5,90 Euro

Frank Nicolai

Da ich keine andere Quelle habe, zitiere ich hier auszugsweise Holtappel: "Für Kenner und Freunde der rauchig-englischen Geschmacksrichtung. Ausgesuchter goldgelber Virginia als Basis, abgerundet durch würzigen Burley, rauchigen Latakia und kräftigen Kentucky."

Ich habe den Tabak schon lang im Regal liegen sehen; immer aber andere Dosen offen gehabt. Nun ist es also soweit: ich kaufe und probiere ihn.

Zuerst fällt auf, dass der Tabak zu feucht ist in der Dose. Das bleibt auch bis zuletzt so, obwohl ich die Dose eine Nacht geöffnet stehen ließ. So konnte der Tabak wenigstens oberflächlich abtrocknen. Anderenfalls ließ er sich nur schwer bis zum Ende herunterrauchen. Es blieb mir dann ein feuchter Plups in der Pfeife stecken. Die Farbe ist ist ingesamt ein eher graues Dunkelbraun. Der Geruch verrät einen kräftigen Engländer.

Das EntZünden ist trotz der Feuchte weniger problematisch als anzunehmen wäre. Nur sollte man den Tabak nicht allzufest stopfen. Er verstopft sonst und sobald er "Atemnot" bekommt, sottet er. Ein sehr vorsichtiges Nachstopfen ist also vonnöten.

Bei den ersten Zügen habe ich einen Anteil an Zigarrentabak vermutet. Der Geschmack ist ein wenig dumpf und zigarrig. Aber das wird - vermutlich - der Kentucky sein, der dem Tabak Würze und Stärke gibt. Der verwandte Virginia ist recht süß; wird aber durch den Kentucky und Latakia kräftig gewürzt. Der Latakia ist auch keiner von der schwachen Fraktion; er ist immer erschmeckbar. Wobei der Kentucky jedoch die erste Geige spielt.

Der Abbrand ist gut. Übrig bleibt - wenn nicht zu fest gestopft wird - ein wenig feine graue Asche. Allerdings kommt nur einem Latakia-Freund der Raumduft süß vor... andere nehmen die Beine in die Hand und Reißaus.

Ich habe den Tabak meist mit Meerschaumfilter geraucht. So bekam er mir besser. Und die Filter schluckten viel von der Feuchte, die beim Rauchen des zu feuchten Tabaks entsteht.

Fazit:
Mener Meinung nach ist der Burlington Blue Label ein zu wenig beachteter Tabak. Freunde der kräftigeren englischen Mischung werden ihre Freunde daran haben.

Der Tabak ist stark im Geschmack und auch im Nikotingehalt nicht ganz ohne. Ich kann ihn allen etwas gestandneren Latakianern empfehlen; Anfänger sollten wegen seines komplizierten Abbrandes und seiner Stärke eher Abstand davon nehmen.

(02.09.02)


Rolf Öttking

Ich tue mich immer etwas schwer am Verfassen eines Reviews zu einem Tabak englischen Typs, da meine Vorlieben mehr den dänischen oder Virginia- Mischungen gilt. Darüber hinaus habe ich bei allzu Latakia-lastigen Tabaken oft Schwierigkeiten, die Nuancen richtig zu erfassen.

Der hier zu besprechende Burlington's ist aber unter die eher leichteren Engländer zu zählen und ich bin recht gespannt auf die Reaktionen geneigter Leser. Der Blue Label gehört zu den schon länger auf dem deutschen Markt erhältlichen, wird aber - im Unterschied zu anderen Klassikern, die inzwischen von anderen Herstellern gemischt werden - noch im vereinigten Königreich hergestellt und wurde vor Jahren (1986) von Brinkmann, jetzt (laut Holtappels, 1996) von Stanwell vertrieben. Die Dose ist klassisch- verziert und nicht etwa schlicht gehalten. Der Dosendeckel verspricht eine mysteriös- aromatische Mischung und im Holtappels erfahren wir, daß eine ganze Reihe von Tabaken beitragen.

Der Schnitt ist regelmäßig, allerdings haben ein paar Tabakfasern die Schneidemaschine unbeschadet überstanden. Das Tabakbild ist lebendig von hell (Virginia) bis schwarz (Latakia), wobei der helle Anteil etwa die Hälfte ausmacht, mittelbraun und schwarz (weniger als ein Viertel) teilen sich den Rest. Im Duft ist der Latakia deutlich, aber nicht überwiegend. Die Kondition ist gut, eher etwas feucht und man kann gut befüllen. Beim ersten Anzünden kann der Tabak etwas verbacken, vielleicht ist Zucker im Casing zugefügt. Allerdings: ein Geheimnis, wie auf der Dose versprochen, macht der Tabak nicht aus sich, vielmehr bietet er von Anfang an einen mittelkräftigen, nicht überladenen Geschmack, süßlich- herb. Der Latakia steht nicht allzu sehr im Vordergrund, man kann die Süße des Virginias und eventuell des Casings gut erschmecken. Auch der Kentucky ist geschmacklich anwesend, das Schokoladige des Burley bemerke ich jedoch nur, weil ich weiß, daß er vorhanden ist. Der Abbrand ist trotz der etwas hohen Feuchte des Tabaks trocken und gleichmäßig, dabei tatsächlich kühl (wie von vielen Tabaken versprochen, aber nicht immer ;-) gehalten), der Geschmack bleibt erhalten, gewinnt aber zum Ende hin eine gewisse Schärfe (nicht pfeffrig, eher minzig, also doch ein wenig geheimnisvoll ;-) . Die Herbe dreht bei zu hastigem Rauchen zur Bitterkeit, ist aber durch betont langsames Rauchen wieder reversibel (dieses Wort geht mir als Physiker bemerkenswert leicht von der Tastatur ;-) ). Auch allzu kräftiges Nachstopfen wird übel vermerkt ("wringt" die unteren Tabakschichten, die etwas Feuchte vom Kondensat enthalten gewissermaßen aus, aber wem sage ich das). Durch das gutmütige Abbrandverhalten läßt sich der Tabak jedoch leicht bis zu Ende rauchen. Ist die Füllung dann aufgeraucht, verbleibt feine, puderige Asche, die leicht aus der Pfeife fällt. Der Abgang (Nachgeschmack) ist nicht allzu lang anhaltend. Geraucht: etwa 30g aus eher großen Pfeifen mit AKFi, MSFi und auch oFi.

Fazit: Ein eher leichter Tabak englischen Typs (etwas leichter als medium, stärker als WD Calabash, aber leichter als EMP, etwa so stark wie Simmond's Down The Road), der auch gut am Morgen zu rauchen ist. Ich habe den Tabak mit mehreren Filtervarianten geraucht, wobei mir die MSFi und die oFi- Variante am besten gefallen hat. Vielleicht mehr als ein Einstieg in die Welt der englischen Tabake, da der Latakia gut zu erschemcken ist, jedoch auch Platz für die anderen Nuancen läßt. Durch das gute Abbrandverhalten IMO auch anfängertauglich. Als Abwechslung recht nett, bei täglichem Rauchen jedoch vielleicht ein bißchen langweilig, da mir ein wenig die Entwicklung fehlt. Dies mag aber an dem eingangs Gesagten liegen, hier hilft wohl üben ;-) . Empfehlenswert bis bedingt empfehlenswert.

(21.08.2003)


Georg Pohl

Auf der Suche nach einem nicht zu britischen Engländer war ich auf den BBL gestoßen. Dabei ist die Herstellerbeschreibung sehr vielsagend: "a mysteriously aromatic smoking tobacco".

Nach dem Öffnen der Runddose hat man ein Geruchsempfinden, als sei das Empire noch in voller Blüte. Ich muß gestehen, ich bewunderte meinen Mut und zweifelte ob meiner Dulderfähigkeiten. Statt eines sanften Engländers schien ich auf Sir Francis Drake persönlich gestoßen zu sein.

Der Banderole nach handelt es sich um eine ältere Dose; sie ist noch in DM und EURO ausgezeichnet.

Der Geschmack überraschte. Es war nicht der Latakia-Hammer, den ich erwartete. Aber auch nicht besonders 'tabakig'. Björn bezeichnete ihn sinngemäß als herb, wie ein trockener Weißwein. Zwischenzeitlich war ich der Meinung, eine Klassifizierung in Richtung "muffig" sei auch nicht völlig falsch.

Da es mir widerstrebt, einen angebrochenen Tabak wegzuwerfen, habe ich hin und wieder eine Pfeife mit dem BBL geraucht. Ich muß gestehen, ich habe mehr als eine halbe Dose verbraucht, bis im letzten Drittel einer Füllung eine ganz feine, dezente Süße (Virginia?) merkbar wurde.

Der Tabak ist gut konditioniert, fast schon ein wenig trocken. Eine wie auch immer geartete Aromatisierung ist weder im Geruch noch im Geschmack feststellbar. Das Stopfen gestaltet sich problemlos. Der Tabak brennt willig an, braucht jedoch Aufmerksamkeit. Es entwickelt sich kaum Kondensat, die Pfeife bleibt angenehm kühl.

Beurteilung: der erste Eindruck des Tabaks täuscht. Er muß erarbeitet werden. Ich werde ihn noch einmal kaufen.

(22.04.04)


Arno Vogt

Bisher hat dieser Tabak auf der HP ambivalente Emotionen geweckt. Ich habe ihn jetzt in 150 Gramm genossen und berichte kurz: Ganz weich auf der Zunge, mit deutlichem Latakianteil. Ein sehr ausgewogenener Blend, der sein Geld allemal wert ist. Latakia macht diesen Tabak zu einem milden Zungenerlebnis. Er ist weich im Mund und bietet die volle Aromabreite eines sehr guten Engländers. Leider findet dieser Tabak viel zu wenig Beachtung. Er ist ein Engländer, der in jedem Vorrat vorhanden sein sollte.

(31.07.2006)

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