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Butera Kingfisher
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Butera |
| Hersteller: | Butera |
| Mischung: | Virginia, Burley, Perique |
| Schnittbreite: | Crumble Cake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium bis full |
| Verpackung: | 50 Gramm Dose |
| Preis: | $ 9,15 (z.Zt. ca. € 5,80) |
Oliver Walter
Der Kingfisher kommt in einer etwas kitschig aussehenden Dose mit dem Bild eines Eisvogels (zu englisch: Kingfisher!) daher. Auf typische Werbesprache wird verzichtet, mehr als „Virginia, Perique & Burley“ sowie „made in Jersey, british isles“ erfährt man nicht. Macht auch nix, habe die Dose ja nicht als Lesestoff gekauft, sondern wegen diesem Tabak, von dem ich schon so viel hörte.
Nach dem Öffnen erblicke ich einen schön geschnittenen Flake, auf den ersten Blick ist ein Unterschied zu „richtigen“ Flakes nicht ersichtlich. Die Geruchsprobe lässt mich doch zurückzucken, einen Tabak, der auch nur ähnlich gerochen hat, hatte ich bisher noch nie. Sehr erdig, torfig, negativ formuliert könnte man muffig dazu sagen. Dass der Kingfisher kein gewöhnlicher Flake ist, wird schon beim ersten Anfassen deutlich, die Flakescheiben zerbröseln ohne allzuviel Druck in kleinste, fast schon pulverartige Teilchen. Soll mir nur recht sein, ich bin eh kein Fan der Knick-Falt-Methode.
Dann eine Pfeife damit befüllt: Ja, nur befüllt, nicht gestopft. Höchstens ganz zum Schluss ein bisschen Andrücken! Anzünden und: Herrlich! Ein genialer Geschmack, der ebenso wie der Geruch aus der Dose keinen Vergleich zu bekanntem hat. Der Burley ist deutlich zu schmecken, er schmeckt so wie es aus der Dose riecht: Erdig, torfig. Aber da ist ja auch noch die VA/Pe-Komponente. Mir ist als könnte man diese wirklich als eigenen Teil des Tabaks herausschmecken. Auf der einen Seite also das würzige des Burley, auf der anderen Seite ein süßer Tabak der VA/Pe-Richtung, als würde man zwei unterschiedliche Tabake gleichzeitg rauchen, welche sich ergänzen aber auch mal wieder um die Vorherrschaft kämpfen. Gegen Ende wird diese Geschmacksbombardierung etwas flacher, anscheinend haben sich die beiden Kontrahenten nun geeinigt. Der Abbrand ist tadellos, auch wenn ich 2 oder 3 mal gegen Ende nachzünden musste. Die Raumnote ist, nun ja, ähnlich wie der Geruch aus der Dose… Meine Frau, die zwar allgemein dem Geruch von Pfeifentabak nichts abgewinnen kann, aber sonst tapfer schweigt, wenn sie mein Arbeitszimmer betritt, beschwerte sich hier vehement über diesen Gestank. Auch verweigert sie mir die erste Zeit nach dem Rauchopfer einen Kuss, was bei anderen Tabaken nicht der Fall ist (aber ich rauche auch keinen Latakia!). Also, eindeutig kein „Ladykiller“, eher ein gestandener Männertabak. Stärketechnisch hat er schon ein wenig Bumms, aber es gibt heftigeres. Nach dem Aufstehen rauchen sollte ihn nur, wer zuvor ein Steak gefrühstückt hat…
Zu bekommen ist diese Tabake-Legende leider nur in den Staaten, aber er ist es eindeutig wert!
Ich habe ihm inzwischen 4 Pfeifen reserviert und habe ihn fast immer offen, auch wenn er kein Tabak für jeden Tag ist, ist er doch für so manchen Tag das tabakologische Highlight.
(17.06.2008)