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G.L. Pease Cairo
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | G.L. Pease |
| Mischung: | Red Orange and Bright Virginias Orient Perique |
| Schnittbreite: | 2-3mm breit 2-3cm lang |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | Tin 50 Gramm |
| Preis: | US$ 7,50 |
Martin Steinthaler
"Cairo is a wonderfully complex mixture of red, orange and bright Virginia tobaccos, exotic oriental leaf, and just a whisper of perique. The flavor is naturally sweet, slightly nutty, delicately spicy and rich. Subtle citrus-like notes harmoniously support the more robust flavors of the darker Virginias. A medium-bodied tobacco with a delicate aroma, Cairo will satisfy Virginia lovers and the connoisseur of oriental mixtures alike."
So nun endlich habe ich den Cairo von G.L. Pease in Händen. In den Newsgroups wird er ja schon mit großem Enthusiasmus beschrieben und geraucht. Nach der Trennung von Erwin Friedman von Gregory Pease hat sich Mr. Pease alleine an das Mischen und Blenden gemacht um uns Pfeifenbrüdern mit First Class Tabaken zu versorgen. Aus seiner derzeitigen Linie habe ich den Cairo auch deswegen ausgewählt weil er z.Zt. der einzige ohne Latakia ist und meinen Sommerliebschaften, den Virginia Perique, am nächsten kommt. Der Cairo ist schon beim öffnen der Dose ein schöner Anblick und erinnert mich aufgrund seiner Schnittart ein wenig an C&D Produkte. Die Farbenvielfalt der Grundtabake ist enorm. Helle Brauntöne mittlere Brauntöne leichte ins grünliche gehende Tabakblätter und ein wenig ganz schwarze Anteile. Der Schnitt ist mitterbreit so zw. 2 und 3mm und die Länger belaufen sich auf ca. 2 - 3cm. Vom Angreifen her ist er eher trockener und auch dabei erinnert er ein wenig an die C&D Tabake wobei man hier sehr wohl auf die richtige Feuchtigkeit Wert legt. Der Geruch des Tabaks würde ich als ähnlich mit Pumpernickel beschreiben. Oder auch frisches Schwarzbrot. Leicht säuerlich mit ein bisschen Süße darin. Jedoch ohne erkennbares künstliches Dazugetue. Stopfen fällt sehr leicht und man sollte vielleicht ein wenig fester als üblich stopfen da der Tabak nicht sehr feucht ist und das schon verträgt. Einmal Nachstopfen und Nachzünden und der Tabak brennt herrlich. Schon die ersten Züge verraten, dass es sich um einen sanften zurückhaltenden Zeitgenossen handelt. Ein leichter etwas herber aber nicht bitterer Geschmack der mit wunderschönen zart süßen Zwischentönen harmoniert. Je länger man raucht und je öfter man diesen Cairo in ein und derselben Pfeife raucht umso besser werden die einzelnen Komponenten schmeckbar. Vorsicht bei Cairo mit Crossover. Dieser Tabak schreit förmlich nach einer neuen Pfeife die nur für IHN reserviert wird. Erst nach ca. 25g der Dose konnte ich mehr und mehr schmecken was dieser Tabak kann. Jetzt nach ca. 10 Füllungen in einer Pfeife werden die zart süßen Noten stärker und man glaubt zitrusfruchtige und herbere Geschmäcker gleichzeitig zu spüren. Der Orient mit seinem nussigen Charakter unterstreicht die frischen Empfindungen und macht das seine zum lieblichen Gesamteindruck. Sehr vielseitig in Geschmack und Variationen und das bei einer nur als leicht zu beschreibenden Stärke. Das Volumen ist nicht sehr voll eher medium würde ich sagen. Der Crossover ist ein Cairo Killer und man sollte ihn schon ein paar Füllungen Zeit geben um ihn richtig schmecken zu können. Danach entwickelt er einen wirklich angenehmen aparten leichten Sommergeschmack bei dem Viginia und Orient im Vordergrund stehen. Den Perique kann ich kaum bis nicht schmecken aber er dient siecher dem Gesamteindruck. Während meiner Testzeit wurde er zu meinem Lieblingsmorgentabak.
Fazit:
Leichter natürlicher Virginia - Orient - Perique Tabak mit hervorragenden All Day Eigenschaften. Nicht sehr süß aber auch nicht herb leicht nussig und leicht fruchtig. Viele Geschmacksnuancen, kein Zungenbrennen und hervorragende Raucheigenschaften. Ein Tabak für den ganzen Tag der immer interessant bleibt. Vorsicht mit der Vorgeschichte der Pfeife denn Cairo ist sehr anfällig auf Crossover. Dank seiner Spritzigkeit ein perfekter Sommertabak !
Frank Nicolai
Ich gebe zu, ich habe es mir schwer gemacht mit dem Review dieses Tabaks. Irgendwie habe ich das Gefühl, als fände ich keinen Zugang zu ihm. Zwar dachte ich nach dem Lesen der Tabaksbeschreibung, dass er mir munden müsste... aber schon beim ersten Schnuppern an der Dose begannen die Irritationen. Und langsam lerne ich, dass Tabake dieser Art nicht meinem Geschmack entsprechen. So war mir der Dorchester eine Enttäuschung und auch den Redwood rauche ich nach anfänglicher Euphorie nicht mehr so gerne. Der Cairo gehört für mich in ebendiese Reihe: VA/Orient und eine Spur Perique. Im Geruch überwiegt die Säure des Orienttabaks - ich würd hier auf einen Anteil von weit über 30% tippen.
Durch den sehr lockeren Schnitt ist das Stopfen und Anzünden völlig problemlos. Der Tabak glimmt, muss ab und an leicht nachgestopft werden und brennt zu feinem Staub herunter. Erstaunlich ist die Ergiebigkeit des Tabaks; während normalerweise 50 Gramm Tabak bei mir für etwa 15 Füllungen reichen ist beim Cairo die Dose nach dieser Zahl Füllungen noch halbvoll (oder halbleer...)
Doch, um auf mein diffiziles Verhältnis zum Tabak zu kommen, der Geschmack... Irgendwie verblüffend. Denn neben der schon im Geruch vorhandenen Säure ist hier etwas wie Erdigkeit vorhanden, dass mich an Wald im Herbst denken lässt. Dieser Geschmack in seinem Zusammenspiel mit den herben Virginias lässt mich den Cairo als den leichteren Bruder des Redwood ansprechen. Und so spannend eine Füllung diesen Tabaks ist; auf Dauer ist er mir geschmacklich zu "unentschlossen". Man weiß nie, wohin die Reise geht. Mal schmeckt er nur erdig. Dann wiederum einfach nur "spritzig" und im schlimmsten Falle einfach nur nach billigem Zigarettentabak. Außerdem neigt er sehr zum Zungenbiss. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich den Tabak mit oder ohne Filter geraucht habe; zum Ende der Füllung hin wurde mir die Zunge immer bissig; und das auch dann, wenn kaum Rauch in meinen Mund kam; ich also sehr vorsichtig an der Pfeife zog.
Fazit:
Nein, Tabake dieser Art scheinen nicht mein Geschmack zu sein. Und ich kann den Tabak nicht bewerten. Er hat was, das gefällt. Die Assoziationen mit dem herbstlichen Wald gefällt mir. Aber er ist mir persönlich zu bissig, um dauerhaft auf meiner "Speisekarte" zu stehen.
(01.03.2001)
Björn Hollensteiner
Nachdem ich den Cairo zum ersten Mal anläßlich des daft-Treffens in Erfurt 2000 geraucht hatte, fand im Frühjahr mal eine Dose (natürlich in Begleitung weiterer Kostbarkeiten von Greg) den Weg ins südliche Münsterland. An dieser Stelle nochmals meinen Dank an 4noggins.com, die bei dieser Transaktion von gutem Pfeifentabak von den Vereinigten Staaten nach Deutschland vortrefflich assistiert haben.
Der Cairo besteht aus breit geschnittenem Tabakblatt, überwiegend vollbraun mit einigen helleren Anteilen sowie geringen Beimengungen eines broken-Flake. Der Tabak ist schon recht trocken - ob das was mit Cornell&Diehl zu tun hat?
Es duftet eindeutig aromatisch aus der Dose, ob es allerdings reine Zitrusnoten sind, möchte ich mal dahingestellt lassen. Meinen Vorrednern kann ich insofern nicht zustimmen. Cairo ist aromatisiert, und das auch deutlich. Ob er sich in den letzten 7 Jahren geändert hat?
Der Geruch ist eine Mischung aus süßen Grundtönen mit Citrus, irgendwie sehr gefällig und in jedem Fall auch in der Lage, andere zu betören.Meiner Erfahrung nach sollte Cairo ruhig etwas fester gestopft werden, da dies dem langsameren Abbrand sehr förderlich ist. Trotzdem glimmt der Tabak vergleichsweise schnell. Man muß schon aufpassen, daß er nicht zu heiß wird. Schmaucht man ihn kontinuierlich und gemütlich herunter, belohnt er mit einem feinen Rauch, der durchaus "Pep" hat und den ich als mittelstark bezeichnen möchte. Kondensat bildet sich aufgrund der trockenen Konditionierung nur wenig, selbst ich komme oft mit einem Reiniger pro Füllung (o.Fi.) aus. Einen Geschmacksverlust im Verlauf der
Füllung kann ich nicht feststellen, ganz im Gegenteil zeigt sich eine geschmackliche Evolution, wie man sie von guten Presstabaken kennt.
Fazit:
Klasse Mischung, Hut ab vor Greg! Liebhaber aromatischer Tabake sollten diesem Tabak eine Chance geben, er hat alles, was man zum vollendeten Genuß braucht, sieht man mal von der leichten Überhitzungstendenz ab.
(24.09.2007)