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Caledonian Grand Reserve Melange No 466

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A. & C. Petersen Caledonian Grand Reserve, Melange No. 466 (grün)

(Pfeifentabak)

Markenname:A. & C. Petersen
Hersteller:A. & C. Petersen
Mischung:Virginia, Orient, Latakia
Schnittbreite:Mixed Cut
Typ:englisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50g Dose
Preis:15,00 DM (7,67 EUR)

Detlev Büscher

Die dunkelgrüne, kleine Rund-Dose mit dem goldenen Aufdruck wirkt irgendwie vornehm und edel und passt von der Aufmachung her gut zu der Beschreibung auf dem Einlegeblatt. Hier ist nämlich zu lesen, dass diese klassische Mischung von Latakia-, Orient- und Virginiatabaken auf eines der ältesten Rezepte des Hauses zurückgeht.
Dessen ungeachtet macht der Tabak auf mich angesichts des Aromas und des Schnitts eher einen modernen Eindruck. Der Duft ist unerwartet kräftig, süß-rauchig und verblüfft erst mal ein wenig, sofern man so etwas wie eine klassische englische Mischung mit Latakia erwartet hat, obwohl dieser deutlich wahrzunehmen ist. Dafür dürfte sich aber selbst der Latakia-Unerfahrene nicht sofort schaudernd abwenden. Auch der Schnitt lässt eher an einen modernen Chaos-Cut denken, als an einen klassischen Mixturschnitt. Farblich recht lebendig wirkend, von hellblond über mittelbraun, rotbraun und grüngräulich bis dunkelbraun, fast schwarz, sind die helleren Tabakanteile breit-blätterig gerupft, wahrend die fast schwarzen eher krümelig wirken. Teilweise lassen sich bei den hellen Blattstreifen sogar noch die Adern des Tabakblattes erkennen. Die geringen Stängelanteile sind weich und können leicht zerkleinert und mitgestopft werden, ein Umstand, der nicht zuletzt auch der Tabakfeuchte zugeschrieben werden kann. Der vorliegende Tabak gehört nämlich eher zu den mittelfeuchten, trocknet bei angebrochener Dose aber auch ziemlich natürlich wirkend aus.
Aufgrund des Schnitts stopft sich der Grand Reserve ein wenig anders als eine typische Mixture. Der Tabak scheint sich durch bloßes Einfüllen in den Pfeifenkopf schon recht gut zu verdichten. (Kleine Portionen nehmen und leicht mit dem Finger ans Holz klopfen.) Zum Schluss nur leicht andrücken, dann sollte der Zug schon stimmen. Die Brandannahme ist gut, der Abbrand sogar vorbildlich. "Fire and Forget" sozusagen...
Um den Geschmack zu beschreiben, stelle ich mir mal vor, ich hätte den Tabak anfangs nicht gesehen und nicht daran gerochen. So, als hätte mir jemand eine frisch gestopfte, bereits angezündete Pfeife gereicht und gefragt, was ich denn da jetzt wohl rauchen würde. Ich nehme also den ersten Zug... Mmh,- sehr süß. Paff, - schon auffallend süß. Paff, - ja geradezu enorm süß mit einem recht charakteristischen Aroma. Dabei ausgesprochen mild und eher leicht, aber weder dünn noch flach. Sehr angenehm, wenn man nichts gegen süße Sachen in der Pfeife hat. Ach ja, je nachdem was man sonst so gewohnt ist, merkt man es entweder sofort oder auch erst beim zweiten, dritten Zug: Latakia ist auch dabei. Ich würde also raten: Ein raffiniert aromatisierter Black Cavendish, abgestimmt mit Tabaken, die Fülle vermitteln, denn er wirkt zu keiner Zeit flach oder hohl im Geschmack. Dazu noch eine Prise Latakia, die dem Ganzen eine außergewöhnliche Note verleiht. Als Vergleich für die Aromatisierung fallen mir nur Veilchenpastillen ein. Das trifft es wohl nicht ganz genau, zeigt aber in etwa die Richtung. Gut, wie schon erwähnt, handelt es sich lt. Herstellerbeschreibung um eine Va/Or/La-Mischung. Aufgrund des recht hohen Anteils dunkler Tabake denke ich allerdings, dass ein Teil des Virginias in der Erscheinungsform "Black Cavendish" vorliegt. Für diese These spricht auch, dass der Nikotingehalt nicht besonders hoch ist. Und auch wenn eine Aromatisierung nirgendwo erwähnt wird, heißt das ja nicht, dass sie nicht existiert. Da der Tabak meiner Ansicht nach einen recht speziellen Geschmack hat, möchte ich ihn zwar nicht den ganzen Tag lang rauchen und auch nicht jeden Tag, aber als Abwechslung finde ich ihn recht interessant, wenn auch nicht unbedingt etwas für Puristen. Die Frage nach der Raumnote wurde oft mit "erträglich" und "geht so" beantwortet. Wahre Begeisterung seitens weiterer Anwesender beim Inbrandsetzen dieses Tabaks konnte ich bislang nicht feststellen, aber beschwert hat sich auch noch niemand.
Nur hellgraue Asche bleibt nach dem Rauchen zurück, wobei der Caledonian Grand Reserve auch im letzten Drittel der Füllung gute Raucheigenschaften zeigt. Der typische Geschmack wird ein wenig zurückhaltender, ist aber immer noch präsent und bleibt auch angenehm. Das Kondensataufkommen ist eher niedrig bis mittel, ein eingesetzter Papierfilter wird nicht besonders feucht. Als Pfeife kam eine mittelgroße 40/20er zum Einsatz, die mit Latakiamischungen eingeraucht wurde. Anmerken möchte ich noch, dass meine Dose offensichtlich schon etwas älter war. Sie kostete noch 14,50 DM und hatte noch keine Europreisauszeichnung.

Fazit:
Wenn's etwas Süßes mit Latakia sein darf, kann's nicht schaden, nach dieser kleinen, dunkelgrünen Dose Ausschau zu halten, auch wenn das Aroma recht speziell erscheint.

(08.04.2001)

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