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Caledonian Melange No 421 Superior Mixture

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A. & C. Petersen Caledonian Melange No. 421 Superior Mixture (rot)

(Pfeifentabak)

Markenname:A. & C. Petersen
Hersteller:A.C. Petersen
Mischung:Virginia, Burley(?), Black Cavendish
Schnittbreite:kurz- und mittelfaserig
Typ:aromatisiert
Flavour:Pflaume
Stärke:leicht-medium
Verpackung:100gr Hochdose
Preis:14,30 Euro

Rolf Öttking

A.C. Petersen liefern zwei Tabake (IIRC) in roten Dosen. Auch die Nummern sind sehr ähnlich. Hier handelt es sich um den No. 421.
Unter der Dose steht der Text: "Ein weicher und milder Blend aus Virginia und Cavendish Tabaken. Leicht süß mit frischem und aromatischen Geschmack. Leicht zu stopfen und leicht zu rauchen." beim Nachsehen im DanPipe- Katalog (immer eine Quelle für Informationen ;-) ist noch von Burley die Rede.
Beim Öffnen der (danach nicht mehr sehr dicht schließenden) Dose wird sofort klar: reife Pflaume. Dieser Eindruck wurde auch von neutralen Nasen (bzw. den Mündern darunter ;-) bestätigt. Das Tabakbild ist recht kontrastreich: mittelbrauner Virginia, mittelkurz, etwas dunklerer Burley, ebenso, und recht kurz geschnittener Black Cavendish liegen zu etwa je einem Drittel in der Mischung vor.
Das Befüllen geht wirklich leicht, der Dosentext ist also korrekt, wenn auch nicht allzu informativ. Beim ersten Entzünden steht die Aromatisierung sofort im Vordergrund, das Fruchtige nimmt eher noch zu: etwas säuerlich, nach (eher fast) reifen Pflaumen. Der Tabak bleibt bis zum letzten Drittel im Hintergrund. Zu Beginn neigt die Oberfläche, wohl infolge des recht hohen Zuckeranteils, der karamellisiert, zum Verbacken. Es empfiehlt sich, die Oberfläche mit einem Dorn zu durchstoßen, um die Abbrandeigenschaften zu verbessern.
Beim Rauchen offenbaren sich keine unangenehmen Überraschungen. Auch keine übertriebene Feuchtigkeit ist zu vermerken, der Abbrand ist insgesamt gut, aber auch recht zügig. Der Tabak bleibt allerdings etwas flach, was sich auch aus der Stärke (leicht- medium) erklärt. Im letzten Drittel ist noch etwas Tabakgeschmack zu spüren, da sich die Aromatisierung ein wenig verflogen hat.
Hier sollte man nicht zu heiß rauchen, der Tabak brennt sonst wie Zunder, wird allerdings auch dann nicht bitter, sondern nur heiß. Zum Abschluß des Rauchopfers fällt feine weiße Asche aus der Pfeife.
Geraucht: etwa eine halbe 50 g- Runddose mit AKFi und aus Ton-Probierpfeife. Fazit:
Insgesamt ein wenig überraschender Tabak aus der Aromaten-Fraktion, allerdings noch kein Hocharomat der "BC- und sonst nix"-Mischungen. Obstliebhaber mögen ihm mehr abgewinnen als ich, für Anfänger ist der Tabak geeignet, aber es gibt auch Besseres. Dem Tabak wäre etwas mehr Tiefe und mehr Tabak-Geschmack anzuwünschen, die Aromatisierung könnte demgegenüber etwas vermindert werden. Die Benutzung eines Filter setzt zwar die Aromatisierung etwas herab, leider aber auch das Wenige an Tiefe. Ich rate weder zu noch ab.

(20.12.2002)


Daniel M. Porcedda

gekauft in Kiew fuer 30 Hrywni (umgerechnet 5,20 EURO)

Caledonian bedeutet ja: Aus kaledonischer Abstammung oder von kaledonischer Herkunft. Kaledonien ist der alte Name fuer Schottland. In meinen Adern fliesst zwar kein schottisches Blut, trotzdem freue ich mich, eine 50 gr Dose fuer umgerechnet nur 5,20 EURO erstanden zu haben. Geiz ist geil?

Verpackung:
Auf der Dose steht in gueldenen Lettern der Name des Krauts und der Hinweis "Blenders through four Generations". Das Blenden hat also bei A.C. Peterson Tradition. Na, ich habe mich auch verblenden lassen und mir so eine Dose angeschafft. Um die Verblendung perfekt zu machen, wurde noch der Zusatz "superior mixture" aufgedruckt. Zumindest textmaessig wurde nicht schottisch gegeizt. Zumal auch noch einige Medaillen abgebildet sind: Goldmedaille Wien 1980 und Goldmedaille Paris 1979. Und alles eben in Goldschrift. Logo, Einfarbdruck ist eben guenstiger als Mehrfarbdruck.

Wenn man die Dose umdreht, erblickt man auch noch einen weiteren Aufdruck: u.a. "Since 1865". Und noch ein wenig Verblendung: "A soft and mild blend from Virginia and Cavendish tobaccos. Light sweet with a fresh and aromatic taste. Easy to fill and easy to smoke". Also, ein ganz easy Kraut?

Runddose, kraeftiges Bordeauxrot, durchgehend goldenfarbiger Aufdruck. Masse: Durchmesser ca. 90 mm, Hoehe ca. 32 mm. Im Vergleich z.B. zu einer 50 gr. Runddose von Planta hat die Caledonian Dose einen um ca. 12 mm geringeren Durchmesser, ist aber um ca. 6 mm hoeher. Und was nuetzen uns diese Massangaben? Nix. Deshalb auch gleich weiter zu ...

Nasologisches Nr. 1:
Ein sehr angenehmer, schwerer, dunkler Duft entstoemt der Dose. (...) Bei euch nicht? Ja, ihr muesst die Dose auch vorher oeffnen ...!
Trotz der Schwere ist die Aromatisierung nur dezent ausgepraegt. Mit voller Konzentration und vorher ausgiebig geputzer Nase erschnueffele ich Rosinen, Nuesse, Schokolade. Der Blender im Hause A.C. Peterson scheint eine besondere Vorliebe fuer Trauben/Nuss-Schokolade zu haben.

Optik:
Sieht irgendwie edel aus. Passend zur exquisiten bordeauxgoldenen Aufmachung der Dose. Schwarze, mittelbraune und ... aha! ... goldene Farbtupfer. Fast zu gleichen Anteilen vorhanden. Die Mischung ist recht feinfaserig und gibt vom Schnitt ein einheitliches Bild ab.
Wirklich schoen. Hach, ist das schoen. Sooo schoen ... ich sollte vielleicht doch endlich zum naechsten Schritt uebergehen.

Tastologisches:
Die Mischung kommt recht trocken daher und ist ziemlich fest in die Dose gepresst. Der schottische Geiz. Haetten die bei A.C. Petersen eine groessere Dose gewaehlt, haetten die Tabakfasern mehr Platz zur freien Entfaltung gehabt. Die armen Kruemelchen. Da muss ich doch gleich Erste Hilfe leisten. Sofort entnehme ich einen Teil der Dose und stopfe ihn in eine vorher sorgfaeltig ausgewaehlte Alberto Morini (die lag halt grad in Reichweite)

Stopfen:
Wie auf der Dose vermerkt: Easy to fill. Das geht tatsaechlich so easy, dass ich am liebsten den gleichnamigen Song von den Commodores summen wuerde. Aber da ich hier ja ein Tabakreview abliefern moechte und keine akkusstische Tortur, lasse ich das lieber.

Erstanzuenden:
Hierzu benoetigt man doch drei bis vier Versuche, ehe der Tabak glimmt. Ist da Schamotte mit drin? Irgendwie feuerresistent. Zumindest aber feuerhemmend. Brandschutzklasse B1 nach DIN 4711 oder so.
Aber irgendwann glimmt er doch.

Rauchvorgang:
Einwandfrei. Einmal in Gang gesetzt, raucht sich diese Mixture bis zum Ende durch, ohne dass dabei die Pfeife ausgeht. Raucht sich erstaunlich kuehl und ohne jegliches Sottern. In dieser Hinsicht ein absolut vorbildlicher Abbrand. Wie ebenfalls auf der Dose vermerkt: Easy to smoke.
Aber: Da muss ein toller Brandbeschleuniger enthalten sein (im absoluten Gegensatz zu meiner Vermutung beim Erstanzuenden). Eine Pfeifenfuellung benoetigt in etwa ein Drittel weniger Rauchzeit als bei anderen Mixtures. Aus diesem Grunde werden wohl wenig wahre Schotten diese Mixture verrauchen.
Der Caledonian 421 waere uebrigens praedestiniert fuer den Einsatz in Langsamrauchwettbewerben. Der Wettebewerb koennte auf ein ertraegliches Zeitmass einpendeln, wobei sich der interessante Teil einer solchen Veranstaltung, dem sog. After-Contest, relativadaequat ausdehnen duerfte. Und Pfeiferauchen macht durstig.

Geschmack:
Die wirklich sehr angenehme Aromatisierung bleibt ueber die gesamte Pfeifenfuellung konstant aber dezent erhalten.
Einer der Tabake, die mich bislang geschmacklich wirklich ueberzeugen konnten.

Zungenspiele:
Samtig weich zur Zunge. Absolut keine Reizung, auch wenn mal etwas zu hektisch geraucht.

Ashes:
Ende des Rauchopfers: Nur sehr feine mittelgraue Asche verbleibt im Pfeifenkopf. Na toll, endlich kann ich auch mal schreiben, dass nur Asche ueber bleibt. Hatte schon ernsthaft an meinen Pfeifenraucherfaehigkeiten gezweifelt.

Nasologisches Nr.2:
Angenehm und unaufdringlich. Alle Schnupperfreunde und -freundinnen in meinem Umfeld haben sehr wohlwollend auf die Raumnote des Caledonian 421 reagiert. Mein Kater ebenfalls.

Fazit:
Daumen ... und Zeigefinger in die Dose, ein paar Tabakkruemel aufnehmen und in den Pfeifenkopf befoerdern. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis die Pfeife gefuellt ist. Und dann: Feuer los und lasst euch den Caledonian 421 schmecken.
Also, von wegen Verblendung. Die Mischung haelt, was auf der Dose steht.
Diese Mixture findet Eingang in meine ganz perseonliche "Hall of Fame of pipe tobaccos".

(24.05.2003)

Nachtrag zu meinem Review vom 24. Mai 2003

Wie so oft hatte ich vom Caledonian 421 (rote Dose) noch ein wenig Tabak Rest behalten. Und wie immer in solchen Faellen ist das Kraut auch ausgetrocknet.
Wurde also wieder mit etwas Wasser reaktiviert. Nach erfolgreicher Wiederbelebung hatte ich somit noch fast ein Dutzend Pfeifenfuellungen.
Leider ist dieser wirklich hervorragende Caledonian 421 nach dieser Aktion leicht gekippt. Der Geschmack war ziemlich dahin.
Es empfiehlt sich also, den Caledonian 421 nicht austrocknen zu lassen, sondern die Dose stets vollends aufzurauchen. Bei dieser hervorragenden Mischung ist das Aufrauchen bestimmt keine Tortur.
Ich werde mir auf jeden Fall wieder mal den Caledonian 421 reinziehen.

(22.06.2003)

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