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Samuel Gawith Cannon Plug
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith, sons & co. |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Plug |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | ca. 50 g in Plastikbeutel |
| Preis: | CHF 8,00 |
Björn Hollensteiner
online bestellbar bei Synjeco
Erzählungen über den Cannon Plug hier in daft sprachen oft von einem hocharomatisiertem Tabak der englischen Art. Von orientalischen Gewürzen, und undefinierbaren Spezereien war die Rede. Auch von heftigstem Crossover und komischen Reaktionen der Umwelt auf die Raumnote wurde berichtet.
So bestellte ich dann passend zur Weihnachtszeit diesen Tabak, dank Daniel und der Expresspost erreichte er mich auch zeitgerecht. Ein erstes Schnuppern jedoch ließ mich wundern: Von orientalischen Gewürzen war nicht viel zu riechen, eher roch der Plug deutlich nach Honig und Mandeln, erinnerte mich an Weihnachtsplätzchen.
Der Plug fasst sich etwas klebrig an, wenn man ihn schneidet, färben sich die Fingerspitzen braun. Zubereitet nach der Wüfelschnittmethode wurde der Tabak in die Ermanno eingefüllt, welche ich extra für den Cannon ausgedreht und gereinigt hatte. Anzünden lässt er sich nicht leicht, wie man es von Plugs gewöhnt ist. Der erste Geruchseindruck entspricht dem Poucharoma: Honig, Mandeln und der typische Virginiageruch, den ich vom Kendal Plug her kenne. Es mag sich zwar ketzerisch anhören, aber entfernt erinnert das Honigaroma an den Mac Baren Navy Flake, bei dem es aber erheblich intensiver ist. Der Cannon Plug kommt weicher daher, dezenter und wirkt abgestimmter. Er ist recht zungenfreundlich, und raucht sich langsam und duftig ab. Öfteres Nachfeuern ist erforderlich. Die zugefügten Aromen nehmen über die Füllung hinweg ab und bereiten dem Tabakgeruch den Weg, der immer mehr zum Tragen kommt. Es entsteht eine feine mittelgraue Asche, die wie Puder aus der Pfeife rieselt, wenn die Füllung beendet ist.
Fazit:
Mittlerweile habe ich den halben Plug aufgeraucht und frage mich, ob auch der Cannon Plug sich geändert hat, wie es auch von anderen Plugs hier in daft berichtet wurde. Er kommt im Gegensatz zu den Schilderungen auf Samtpfoten aus der Pfeife, das Aroma ist süßlich-würzig und setzt sich keineswegs in der Kleidung fest, wie hier berichtet wurde. Mir schmeckt er ganz gut, es wird wohl nicht der letzte Cannon Plug den Weg von Brissago nach Münster gegangen sein. Ein prima Weihnachtstabak, der meiner Meinung nach das erfüllt, was der Werbetext bei Daniel für den Grousemoor Plug verspricht: Das Gefühl, es würden Weihnachtsplätzchen gebacken.
(25.12.2000)
Manuel Evertz
Laut Beschreibung von Synjeco und nach dem Review von Björn in Daft hatte ich mit einem leicht süsslich aromatisiertem Plug der ein wenig Wumms hat gerechnet. Als ich ihn gestern abend aufgeschnitten hatte, kam mir ein Schwall von Seife und Parfüm entgegen, daß ich dachte, ich stände bei einem einsamen weiblichem Single Ende der Dreissig im Badezimmer. Man riecht zwar noch ein wenig fruchtige Süsse heraus, aber wirklich nur mit viel Mühe, der Rest ist pure Seife. Da konnte auch der wunderschön zuckrig glänzend anzusehende Optik nichts mehr dran ändern.
O.K., dachte ich, Du hast ihn aufgemacht und vielleicht ist es ja beim Rauchen nicht mehr so schlimm. Eine Scheibe abgeschnitten, dann quer zur Faser ein paar Schnitte und das ganze noch ein wenig aufegrubbelt und locker in die Pfeife damit.
Leute, Leute, ich hab vielleicht dreimal daran gezogen, dann hatte ich das Gefühl, ich bräuchte mir für die nächsten Jahre die Zähne nicht mehr zu putzen. Dieser Tabak schmeckt wie verbrannte Kernseife, anders kann man es nicht beschreiben. Für meinen Geschmack hat das nichts mehr mit Tabak zu tun und ich verstehe auch nicht, wie man einen Tabak so vergewaltigen kann. Der Vergleich mit dem RB Plug ist eigentlich an den Haaren herbei gezogen. Der von SG hat nichts seifiges sondern eher patchoulimäßiges mit ein paar Gewürzen drin, was ich ab und an immer mal gerne rauche, aber der Cannon Plug ist ein Stück Kernseife im Tabakspelz. Ich muss wohl nicht erwähnen, daß ich die Pfeife notgeräumt habe und rein prophylaktisch unter Alc-Salz gesetzt habe.
(29.10.2004)