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Castello Optimo

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Castello Optimo

(Pfeifentabak)

Markenname:Castello
Hersteller:A. & C. Petersen
Mischung:Black Cavendish, verschiedene Virginias
Schnittbreite:vorherrschend 1,6mm mit einigen wenigen breiteren Anteilen
Typ:aromatisiert
Flavour:Orange, Vanille
Stärke:leicht
Verpackung:quadratische Schmuckdose, nur 100g
Preis:18,50 Euro

Frank Kalinowski

Der einzige offensichtliche Nachteil von CASTELLO Optimo ist seine Verpackung. Die, hübsche Viereckdose schließt nicht luftdicht ab, so dass der Tabak nach dem Öffnen der Aluverpackung in ein geeignetes Gefäß umgefüllt werden sollte. Wer sich den Begleittext des Tabaks durchgelesen hat, wird nun ein eher betörend süßen Duft erwarten, angesichts der Unmengen an Zusätzen ... weit gefehlt! Der typische Duft eines Virginias umschmeichelt die Nase. Zugegeben, erneutes intensives schnuppern lässt einen Hauch von Vanille erahnen aber der Tabakgeruch herrscht eindeutig vor und bestimmt den Duft. Der Mischungsspiegel wird von dem schwarzen Cavendish und und dem goldenen Virginia beherrscht und macht Lust auf ein Pfeifchen. Der Schnitt ist kurzfaserig und eher schmal mit einigen wenigen breiten Anteilen, was ein unproblematisches Stopfen verspricht. Positiv fällt auch auf, dass der Optimo einer wenigen Tabake zu sein scheint, der mit dem richtigen Feuchtigkeitsgehalt ausgeliefert wird. Das Anzünden erweist sich als unproblematisch, der Tabak scheint sich regelrecht darauf zu freuen geraucht zu werden. Nach den ersten Zügen wird man etwas zweifelnd nach der Dose greifen, um sicher zu gehen auch den richtigen Tabak in die Pfeife getan zu haben. Süß ist er ja, aber Honig, Orange, Pflaume, Vanille und Rum? Der Geschmack einer naturbelassenen erstklassigen Virginia/Cavendish - Mischung herrscht vor. Erst wenn man den Rauch großzügig im Mund verteilt und durch die Nase nach außen lässt, erahnt man im hinteren Teil des Gaumens das da noch etwas anderes sein muss. Nichts fassbares, eher wie ein heimliches Gewürz das sich optimal mit dem Tabak verbindet und sich zu keiner Zeit in den Vordergrund drängt. Im Gegensatz zu (fast) allen anderen aromatisierten Mixturen die ich kenne, lässt sich der Optimo völlig problemlos bis zum Schluss rauchen und, und das ist für mich fast noch erstaunlicher, er schmeckt wirklich bis zum allerletzten Zug. Die Asche ist hell und bildet eine harte gleichmäßige Kruste, so dass sich der Optimo sogar zum Einrauchen eignet. Zum Schluss noch ein Wort zur Raumnote, die mir leider als «Selbstraucher» verschlossen bleibt. Seit ich den Optimo rauche, habe ich weder von meiner Partnerin, die mich ja nun täglich ertragen muss ;-) , noch von meinen ausschließlich weiblichen Arbeitskolleginnen etwas anderes als absolute Zustimmung gehört. Der Satz: "Kannst Du dir nicht noch ein Pfeifchen rauchen?" ist zur Tagesordnung geworden.

Fazit: Der Castello Optimo macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Ein Tabak für jeden Tag und jede Gelegenheit. Ich gönn Ihn mir sowohl zum Kaffee am Nachmittag, als auch zum Whiskey am Abend - und meine Pfeifen mögen ihn auch ;-)

(23.08.2000)


Peter Meier

Zunächst der Dosentext: "Das Beste bekommt man im Leben selten einfach und schnell pflegte Carlo Scotti zu sagen. Die voll runde, sehr milde Mischung Castello entspricht den außergewöhnlichen Qualitätsansprüchen des italienischen Pfeifenmachers: doppelt fermentierter Black Cavendish, dunkle und orangenfarbene Virginia-Tabake aus drei Kontinenten und helle Virginias aus Zimbabwe geben der Mixture Milde und Aroma. Veredelt mit Honig, Pflaume, Orange, Vanille und einem Schuß Rum ist diese Mischung besonders feinfruchtig im Geschmack."

Der Tabak ist einer der teuersten erhältlichen Aromaten, nur noch vergleichbar mit den bekannten Larsen-Schmuckdosen und limitierten Jahrestabaken. Da die cremefarbene Dose mit dem goldfarbenen Rand vergleichsweise dezent-elegant gestaltet ist und der erhaben geprägte Markenname den wenigsten Normalrauchern etwas sagen dürfte, ist der Tabak auch preislich bedingt nicht übermäßig gängig. Der Tabak sollte nicht mit den recht ähnlich gestalteten Cellini Tabaken verwechselt werden, die von einem anderen Manufaktur (Tabakkombinat Berlin) stammen und auch sonst in einer anderen Liga spielen.

Wer den elitären Anspruch des exklusivsten italienischen Serienpfeifenherstellers Castello seit 1947 kennt (nur sehr wenige Händler können überhaupt Castellopfeifen anbieten), erwartet einen der besten verfügbaren Aromatentabake überhaupt. Ob der vom Hersteller zitierte Firmengründer Carlo Scotti mit der Abstimmung dieses Tabaks tatsächlich etwas zu tun hatte weiß ich nicht, schließlich ist er 1988 verstorben.

Das Tabakbild im extra Metallfolienbeutel zeigt relativ breit gerissenes Blattgut des Virginias und ca. 50% weichen BC. Direkt aus dem Beutel ist der Tabak etwas zu feucht. Die üppige Herstellerbeschreibung der Aromatisierung läßt schon das Schlimmste befürchten (weniger wäre mehr gewesen), aber sie ist durchaus erträglich. Der Geruch ist für mich fruchtig Richtung Orangenlikör; ein "Grand Marnier" zum Rauchen.

Hinzu kommt Castellos kompromisslose ohne-Filter-Philosophie, so dass man, um die ursprünglichen Intentionen des Namensgebers wirklich verstehen zu können, gerade diesen recht leichten Tabak ohne Filter bzw. nur mit Papierfilter zum Kondensat-abfangen rauchen sollte. Damit konnte ich zumindest anfangs sogar die Orangenaromatisierung schmecken. Im Verlauf des Abbrandes nimmt der Tabakgeschmack und Vanillenote leicht zu, so dass sich eine sehr angenehme milde Geschmackskombination ergibt.

Der Abbrand ist völlig problemlos, wie man es in dieser Hochpreislage auch erwarten muß. Hastiges Rauchen nimmt er kaum übel. Die Raumnote ist wirklich spektakulär, die beste wo gibt. Übrig bleibt sehr helle feine Asche.

Die Produktion der noch milderen (!!) zweiten Castello-Tabaksorte "Gentile" (rosa Dose) wurde mittlerweile eingestellt.

Mein Fazit: Der Castello Optimo ist eine aromatisierte Spitzenmischung, sogar und insbesondere für oFi Raucher (!); er ist mir aber zu leicht und dafür einfach zu teuer. Die Raumnote ist optimal.

http://www.castello.net/

(17.12.2003)

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