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Cavendish Nature No 66

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Masson Tabacs Cavendish Nature No. 66

(Pfeifentabak)

Markenname:Masson Tabacs
Hersteller:Masson Tabacs (CH)
Schnittbreite:ready rubbed
Typ:naturbelassen
Stärke:medium-stark
Verpackung:50-g-Pouch
Preis:ca. 9 CHF

Frank Nicolai

Ich habe nur eine Probe des Tabaks zur Verfügung gehabt; da der Tabak aber sehr ergiebig ist, konnte ich mir damit 5 Pfeifen stopfen.
Der Tabak kommt als mittelbrauner ready-rubbed daher. Der Tabak ist ziemlich fest, so dass das Zerkleinern der zum Teil langen Fasern einen rechten Kraftaufwand fordert. Wie es so ist: vor dem Genuss kommt die Mühe ;-)
Als ich das erste mal am Tabak roch erinnerte er mich spontan an den Prestige gelb, wie ich ihn noch aus Zeiten des gewesenen Ländchens kenne. Inzwischen bin ich nicht mehr dieser Meinung, da der Prestige IMO deutlich mit Vanille aromatisiert war (ist). Der Cavendish Nature No. 66 jedoch erscheint mir doch eher naturbelassen zu sein. Die auch im Geruch nicht zu "überriechende" Süße kommt vom Tabak und dem Cavendish-Verfahren her. Ich kann es nicht genauer erklären, aber im Hintergrund schwingt etwas wie Waldmeisteraroma über dem Tabak. Alles in allem ist der Geruch des Tabaks sehr vielversprechend und appetitanregend.
Das Stopfen und Anzünden ist - wenn man die Tabakstücke in eine rauchfertige Größe gezupft hat, recht einfach. Der Tabak quillt etwas auf - ein nicht zu festes Stopfen empfiehlt sich. Im Geschmack des Rauches schwingt die Süße des Tabaks mit; unterstützt von einer (für mich) unerwarteten Rauchigkeit. Und schon hier klingt an, was sich beim weiteren Rauchen dann bewahrheitet: der Tabak hat's in sich! Cavendish-Mixturen stehen eigentlich nicht in dem Ruf, besonders stark zu sein. Dieser hier belehrt mich eines Besseren. Manchmal - vor allem zum Ende der Pfeifenfüllung hin - erinnert er mich in der Stärke schon fast an den Redwood. In der Oberlunge macht sich ein fast beklemmendes Gefühl breit. Der Geschmack bleibt aber - trotz der Stärke - konstant und sehr angenehm. Die immer vernehmliche Süße, die mich zum Ende der Füllung davon überzeugt, natürlichen Ursprungs zu sein, denn sie bleibt bis zum allerletzten Krümel erhalten, verbindet sich vorzüglich mit dem tabakechten Geschmack.
Nach dem langen Rauchgenuss bleibt nur sehr wenig feine graue Asche über. Die Raumnote ist vorrangig süßlich.

Fazit:
Cavendish Nature No. 66 ist ein sicherlich sehr unbekannter Tabak, mit dem ich ohne Romans "Spende" nie Bekanntschaft gemacht hätte; der es verdienen würde, bekannter zu werden. Meine Empfehlung hat er; wenn ich auch wegen seiner Stärke Anfänger davor warnen möchte. Es würde mich freuen, wenn ich ein Pedant zu diesem Tabak auf dem deutschen Markt finden würde.

(01.02.2001)


Roman Hebert

Vom Schnitt her präsentiert sich der Tabak als ein ready-rubbed Flake - die Tabakfasern zeichnen sich hierbei durch ein sehr schönes Goldbraun aus.
Was den Geschmack anbelangt, so liefert die Herstellerbeschreibung zwei Hinweise: zum einen wird der Tabak offensichtlich als "Naturtabak" eingestuft ("Cavendish nature"), zum anderen soll der Tabak sich durch ein dezentes Haselnussaroma auszeichnen ("goût de noisette"). Wenn man am Pouch riecht, kommen einem bzgl. der ersten Aussage Zweifel. Denn der Tabak verströmt einen überaus angenehmen Geruch, der so intensiv ist, dass man erst einmal vermuten würde, das er doch eher zu den Aromaten gezählt werden müsste. Die Charakteristik des Aromas ist auf den ersten Riecher eher schwer einzuordnen, doch nach einigem Hin- und Herüberlegen muss ich doch sagen, dass die Beschreibung als dezentes und exquisites Nussaroma die Sache wohl noch am besten trifft.
Was das Stopfen anbelangt, so verfahre ich nach meinen Erfahrungen mit dem Masson Cavendish CA folgendermaßen: da ein "Zerbröseln" teilweise recht schwierig ist und auch die schöne Grundstruktur beseitigt, stopfe ich den Tabak so wie er ist in die Pipe, ohne ihn vorzubehandeln.. Zum Ausgleich stopfe ich ihn dafür aber - für meine Verhältnisse - dann auch wirklich fest.
Nach dem Entflammen stellt sich bei mir eine gewisse Überraschung ein: von dem oben beschriebenen nicht gerade schwachen Aroma findet sich im Rauch nicht viel wieder, der Tabak zeichnet hier ein anderes Bild, und zwar das eines meiner Meinung nach wirklich ganz weitgehend, wenn nicht gar ausschließlich naturbelassenen, guten Cavendish´. Wie alle Massons, die mir bisher in die Pipe kamen, ist er nicht gerade schwach auf der Brust, im Gegenteil sogar kräftig, und wie auch sein aromatisierter Bruder, der Cavendish CA, nicht gerade ein Weltmeister, was die Brennwilligkeit und den Abbrand anbelangt; wobei ich dazu einschränkend bemerken muss, dass die Massons wohl einfach auch einige geduldige Auseinandersetzung mit ihnen verlangen, denn mit dem Cavendish CA komme ich, seitdem ich ihn immer öfter rauche, auch immer besser zurecht. Vielleicht lasse ich mich aber auch von dem überaus langsamen Abbrand an der Nase herumführen: ich habe das Gefühl, dass man an einem Fingerhut voll von dem No. 66 wie auch dem CA eine gute Stunde rauchen kann bzw. könnte!
Abschließend sei gesagt, dass mich der Tabak wohl hauptsächlich deshalb nicht vor Begeisterung von den Füßen reißt, weil ich für dermaßen natürliche Tabake zur Zeit nicht viel übrig habe. Im Vergleich zu dem fantastischen Cavendish CA erscheint mir der No. 66 etwas fade, aber das wird wohl schlicht daran liegen, dass ich eben geschmacklich auf heftigeres gepolt bin - jemand, der Naturtabake liebt, wird im No. 66 vielleicht ungleich mehr Nuancen auftun, als ich, und wird seinerseits den Cavendish CA als viel zu aufdringlich aromatisiert empfunden - chacun a son style!

Fazit: Ein kräftiger Naturtabak, den man als Liebhaber dieser Tabakrichtung mal probiert haben sollte. Für ihn gilt dasselbe wir für den Cavendish CA: ein Tabak mit einer absolut eigenen Art, die mir so bisher noch nirgendwo anders - vor allem leider nicht in Deutschland - begegnet ist. (Zu den Bezugsmöglichkeiten des Tabaks vgl. Ladenreview Lausanne.)

(02.02.2001)

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