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Rattray's Charles Mixture
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Kohlhaase & Kopp, Rellingen |
| Mischung: | Virginia, Burley, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | typisch Rattrays, etwa 1 mm breite Streifen |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50 g Runddose |
| Preis: | 13,75 DM |
Björn Hollensteiner
Der "grüne" Rattrays "Charles Mixture" gehört zu jenen hocharomatischen Mischungen, die nach dem Übergang der Rechte am Markennamen Rattrays an Kohlhaase & Kopp den ursprünglichen 10 eher naturbelassenen Mischungen zugefügt wurden. Auch wenn dies schon beinahe als Ketzerei bezeichnet werden kann, so liegt es doch nahe, der Übermacht der deutschen Aromaraucher Tabake zu bieten, die ihre Ansprüche bedienen.
Bisher habe ich zwei dieser Mischungen probiert, den High Society und die Charles Mixture, die nun besprochen wird. Nach dem Öffnen entströmt der Dose ein süßes, seidiges Aroma, welches sofort die Erinnerungsglocken bei mir läuten lässt. Da ist es wieder, jenes Amaretto-Marzipanaroma, welches auch beim Koster Privat No. 4 und bei Aylesburys Sun of Kentucky zu finden ist. Lediglich die Schnittbreite und die Tabakzusammensetzung scheinen unterschiedlich zu sein. Offenbar nutzt Kohlhaase hier gewisse Synergieeffekte, was das Aroma angeht. Dies ist allerdings nicht schlimm, denn das Aroma ist äußerst gefällig und "wat richtich leckkeret".
Der Tabak ist leicht zu entzünden, er will geradezu brennen, ohne jedoch je verbrannt zu schmecken. Das Aroma bestimmt den Duft, Tabakaromen bleiben eher im Hintergrund und fügen der Raumnote eine leicht Rauchigkeit bei, was den Tabak von anderen eher synthetisch schmeckenden Aromatabaken unterscheidet. Der Abbrand ist klasse, kaum Gesotter und kaum Heißrauchen.
Der Tabak verglimmt recht schnell, duftig und bietet gegen Ende der Füllung auch noch etwas mehr Tabakgeschmack. Übrig bleibt graue Asche. Da meine letzten Pfeifenfüllungen von Sun of Kentucky und Koster Privat No. 4 schon fast ein Jahr zurückliegen, kann ich leider keine geschmacklichen Unterschiede beschreiben. Ich vermute jedoch, dass sie allenfalls gering sind.
Fazit:
Ein Tabak, der eine hervorragende, auch Nichtraucher erfreuende Raumnote hat, ohne völlig auf Tabakaromen zu verzichten. Deshalb eignet er sich auch für den Liebhaber naturbelassener Mischungen, die in Gesellschaft auf eine gute Raumnote achten wollen. Auch preislich bewegt er sich in einem durchaus noch "preiswert" zu nennenden Rahmen. Meine Empfehlung!
(11.01.2001)