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McClelland Christmas Cheers edition 2003
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | McClelland |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | broken Flake |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Flavour: | Citrus |
| Stärke: | medium |
| Preis: | $ 15,50/100g |
Adrian Schmidtke
Der Christmas Cheer 2003 ist erst der dritte McClelland, den ich kennengelernt habe und von daher ist es wohl voreilig, jetzt schon so etwas wie eine Rangliste aufzustellen, zumal sie wirklich alle großartig gewesen sind. Trotzdem: von den dreien ist er beinahe der leckerste. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich erst an das eigenartige McClelland-Ketchup-Flavour gewöhnen musste - mittlerweile bin ich zuweilen richtig gierig auf diesen Geruch, der sich im Geschmack, wenn überhaupt, nur ganz leicht wiederfindet.
Auch der Christmas Cheer 2003 ist ein reiner Virginia, flue-cured, der sich vom eher fruchtigen No. 22 und etwas dunklen, beinahe erdigen St.James Woods durch eine feine citrus-artige Frische unterscheidet, die mich an den Glengarry Flake von Gawith erinnert. Möglicherweise täusche ich mich (ich müsste die beiden anderen noch mal zum Vergleich rauchen), aber es kommt mir so vor, als wäre die McClelland-typische Ketchup-Note bei Christmas Cheer auch im Rauch deutlicher vorhanden.
Der Tabak ist für mich nicht-aromatisert in dem Sinne, als dass dem Eigengeschmack des Virginias nichts aufgesetzt worden ist. Er ist aber - wie der Glengarry Flake auch - nicht wirklich naturbelassen. Wo andere Hersteller beim Casing mit Honig oder Lakritze arbeiten, steht bei McClelland vielleicht einfach eine Flasche Heinz und in diesem Fall etwas Zitronenöl - wobei die Citrusnote durchaus auch dem VA eigen sein könnte. Wie auch immer: er erinnert ein wenig an Ketchup
und Zitrone und das klingt wie Senf und Marmelade - schmeckt aber ganz unglaublich gut.
Wieder einmal ist die Qualität vollkommen überzeugend, der Broken-Flake etwas sperrig und der Abbrand angenehm kühl, insgesamt doch sehr unkompliziert und verhältnismäßig langsam. Der Christmas Cheer scheint mir ein ganz klein wenig mehr Kondensat zu erzeugen als es bei den beiden anderen der Fall gewesen ist. Die Stärke ist medium, mit leichter Tendenz nach oben: der Tabak macht satt, ohne dass einem gleich schwindlig wird. Auch der Christmas Cheer hat meiner Zunge nicht die geringsten Probleme bereitet, was ich wiederum der Qualität der Virginias und einem sorgfältigen Herstellungsprozess zuschreiben würde. Der Tabak wirkt gereift, ist zugleich aber ausgesprochen
frisch: eine tolle Kombination.
Was soll ich noch sagen? Jetzt, wo ich immerhin schon drei McClellands kenne, wird mir klar, dass in meiner Tabakbar seit Jahren eine Riesenlücke klafft, von der ich nichts geahnt habe. Wie gut, dass es noch so vieles von mir unentdecktes von diesem Hersteller gibt. Und schade, dass die McClellands so schwer zu bekommen sind. Wer weder Kosten noch Mühen scheut: Bei Wagner in Zürich, sowie bei Knox-Cigars und wie sie alle heissen wird man problemlos fündig.
Fazit:
Ketchup-Virginia mit Glengarry-Touch. Grandios.
(13.02.2004)