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Poul Olsen Cinnamon
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Kohlhaase & Kopp |
| Mischung: | braune Virginias, Burley |
| Schnittbreite: | relativ schmal und kurz, rubbed Flake |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50 gr Runddose |
| Preis: | 5,20 Euro |
Manfred Arenz
Grundbestandteile dieser Mischung sind ein komplett aufgerubbelter Flake und relativ schmal geschnittener Burley, das Tabakbild ist hell und dunkel braun.
Das Stopfen geht sehr einfach von der Hand, ebenso das Anzünden. Der Abbrand ist sauber, Rückstände und Kondensat entstehen kaum.
Der Duft aus der Dose entspricht dem Geschmack beim Rauchen: Cremiges, würziges Aroma nach Zimt und Blüten. Dieser pikante Geschmack ist gehaltvoll, ohne süß zu wirken, und dominiert das Tabakaroma in einer harmonischen Weise. Zum Ende der Füllung lässt das Aroma kaum nach.
Die Raumnote ist ebenfalls eher ungewöhnlich, zwar angenehm, aber eher in die Weihnachtszeit passend.
Fazit:
Ein ungewöhnlicher Tabak, sowohl qualitativ als auch in der gekonnten Aromatisierung. Persönlich mag ich das Zimt-Flavour nicht jeden Tag, aber gegen Ende des Jahres werde ich wieder eine Dose kaufen.....
(14.08.2000)
(Die 100g Dose ist auch unter der Hausmischung "Pipe House Virginia Romanza für 26.- erhältlich)
Daniel M. Porcedda
gekauft Ende April 2003 in Kiew fuer 30 Hrywni (umgerechnet 5,20 EURO)
Alle, die eine voellige Abneigung gegen Zimt haben, lesen am besten ab hier nicht mehr weiter. Ihr waeret doch bloss angewidert und Uebelkeit koennte sich einstellen. Alle anderen aber, die diesem speziellen Gewuerz verfallen sind, sei es in Apfelkuchen, in Kaugummi oder als Ingredienz in sonstigen Speisen und Getraenken, unbedingt weiterlesen. Das Wasser wird euch im Munde zusammenlaufen. Und falls ihr gerade in der Kueche etwas Zimt habt, haltet es griffbereit vor euch und schnuppert waehrend dem Lesen dieser Review ab und an an diesem roten Gewuerz. Inspiration.
Hinweis: Unter Nasologisches Nr. 1 werde ich eine gewagte oder vielleicht auch provozierende Theorie, nein, Behauptung vom Stapel lassen.
Verpackung:
Der Poul Olsen kommt ohne Pomp daher. Keine bunten Logos und Abbildungen, keine marktschreierische Statements, wo ein Werbetexter sich Anleihen aus Fabeln und Maerchen erlaubt haette. Nichts dergleichen.
Eine beigefarbene kleine Runddose mit einem runden Aufkleber versehen, ebenfalls in beige gehalten. Das schlichte Olsen Logo mit Krone ziert die obere Haelfte des Aufdrucks. Und damit man auch genau weiss, woher dieser Tabak kommt, ist deutlich "of Denmark" vermerkt.
Und noch: "By Appointment to the Royal Danish Court". Na, nach solch einem Hinweis ist alles andere nun wirklich ueberfluessig. Ausser eben, welch eine Mischung in der Dose drin ist. Das steht natuerlich auch drauf: Cinnamon Premium Blend. Vervollstaendigt mit dem Hinweis, dass es sich um ein Pipe Tobacco handelt und der Inhalt 50 g net ist.
Letzteres ist ein interesanter Hinweis. Da das Gesamtgewicht der Dose mit Inhalt 110 g betraegt, kauft man sich also mehr Verpackung als Tabak ein. Nun ja, scheint wohl am niedrigen spezifischen Gewicht des Tabaks zu liegen.
Uebrigens ist sonst wirklich kein weiterer Vermerk auf der Dose zu finden. Und damit auch kein Anhaltspunkt ueber diese Mischung seitens des Herstellers.
Nasologisches Nr. 1: Absolut unverkennbar: Zimt. Dazu aber noch etwas exotisch Fruchtiges, ich dachte zuerst an Ananas plus etwas Zitrusartiges.
Ich behaupte, diese Aroma duftet wirklich natuerlich. Und hier moechte ich gerne mal einer Maehr zu Leibe ruecken. Kann eine Aromatisierung eigentlich kuenstlich oder synthetisch riechen? Oder wie oft behauptet wird, sogar nach Chemie? Meines Erachtens nein. Der Industriezweig fuer chemische Lebensmittelzusatzstoffe ist bereits seit sehr vielen Jahren in der Lage, alle meoglichen "natuerliche" Aromen so gut zu imitieren, dass wohl kaum eine Nase, und sei sie auch noch so gut entwickelt, hier einen Unterschied herausschnueffeln vermoechte.
Zudem gehe ich davon aus, dass die vielleicht manchmal abschaetzig gemeinten Kommentare auf Chemie im Pfeifentabak oft nicht mal in der Aromatisierung zu finden sind, sondern in fast jedem Tabak. Zwangslauefig, naemlich zur Beeinflussung oder gar Verbesserung verschiedener Eigenschaften. Also, ebenfalls die oft hochgepriesenen naturbelassenen Pfeifentabake werden kaum viel weniger Chemie beinhalten als aromatisierte.
Warum nehme ich gerade den Poul Olsen Cinnamon Premium Blend zum Anlass, den Aspekt der Chemie aufzuwerfen? Nun, weil diese Mischung ein sagenhaftes, betoerndes und "natuerlich" riechendes Aroma von sich gibt, wie ich es bislang kaum erlebte. Fuer Zimtliebhaber ein olfaktorisches Gedicht.
Optik: Ueberwiegend helle bis mittelbraune Mischung. Black Cavendish scheint nicht beigemengt worden zu sein. Dafuer aber koennte Burley mit in der Mischung sein (das ist bloss eine Vermutung).
Im grossen ganzen ein unaufregendes Tabakbild.
Tastologisches: Der Tabak enthaelt sehr wenig Feuchte. Man kann ihn gleich nach dem Oeffnen der Dose in eine Pfeife fuellen und verkonsumieren.
Stopfen: Wie jede andere Mischung auch. Keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Rein in die Pipe und ...
Erstanzuenden: Praktisch kein Aufbaeumen des Krauts. Es laesst den ersten pyromanischen Versuch ohne zu rebellieren ueber sich ergehen. Ein wenig einebnen, auch wenn dies hier eher aus Gewohnheit denn aus Notwendigkeit geschieht.
Schon nach der zweiten Befeuerung glimmt der Cinnamon Premium Blend willig vor sich hin ...
Rauchvorgang: ... und laesst sich auch durch nichts erschuettern. Bei normalem Raucherverhalten raucht er sich trocken und ohne zu Murren bis zu Ende durch. Nur ein zufriedenes Knistern ist manchmal zu vernehmen.
Geschmack: Jaaa. Der Cinnamon Premium Blend schmeckt tatsaechlich nach dem, was man erwartet: Zimt, aber hoch drei.
Wie? Ihr schmeckt das nicht raus? Womit laehmt ihr denn bloss eure Geschmacksnerven? Wohl zuviel Zigis geraucht, was? ... war bloss nen Gag, ehe ihr mich poeschelt ... huch, das wollte ich jetzt aber nicht schreiben ;-)
Der Zimtgeschmack haelt sich fast bis zu Ende. Das spricht fuer hoechste Aromatisierungskunst.
Uebrigens schmeckt man auch etwas Tabak, besonders gegen Ende der Pfeifenfuellung hin ;-)
Zungenspiele: miFi null, oFi null. Sanft wie Weichspueler.
Ashes: Ja, zum Kuckuck nochmal. Das weiss ich nun aber ganz bestimmt. Ist mir naemlich doch eine schon fertig gerauchte und erkaltete Pfeife aus der Hand gerutscht und die Asche hat sich auf meiner Hose breit gemacht. Die Asche war dunkelgrau. Die Hose war vorher hellbeige, fast wie die Verpackung des Cinnamon Premium Blend.
Werde mal bei Frau Klementine nachfragen, was sie mir empfiehlt ...
Nasologisches Nr.2: Der Zimt macht sich zwar geschmacklich deutlich bemerkbar, erstaunlicherweise in der Raumnote ueberhaupt nicht. Trotzdem ist die Raumnote sehr angenehm. Es konnte mir aber niemand sagen, wonach das verrauchte Kraut denn nun wirklich riecht. Nur eben, dass es herrlich duftet. Nicht uebertrieben stark, aber eben nach einem guten Pfeifentabak ... was sich das weibliche Geschlecht der Mitschnupperer eben unter einem guten Pfeifentabak so vorstellt.
Zwischenkommentar: Ich hatte uebrigens vor ca. zwei Jahren selbst mal eine Zimt-Mixture "kreiert" gehabt. Dazu nahm ich den zu trocken gewordenen Rest eines Germain Nr. 7. plus eines anderen Krautes (habe vergessen, was das fuer eins war) und mischte eine selsbtgefertigte Cognac/Zimt-Mischung unter (keine Panik, es war ein furchbarer und billiger ukrainischer Cognac; war also keine Freveltat). Nach mehreren Wochen Lagerung und Trocknung verrauchte ich dann die Eigenkreation. Und das Zeug schmeckte tatsaechlich hervorragend.
Fazit:
So viele Daumen habe ich gar nicht an meinen beiden Haenden, die ich hochhalten wollte. Meine Fuesse lasse ich da mal aussen vor ;-)
(25.06.2003)