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Timms City Line Sweet & Tender
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Timms |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | VA, BC |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | stark aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 200 g Dose |
| Preis: | 18,92 Euro |
Dieser Tabak wurde an 4 Mitglieder von daft geschickt, die nicht wussten, um welchen Tabak es sich handelt. Die Ergebnisse des "Blind Test":
Thomas Weller
Gleich beim Öffnen hat Probe 1 nicht nur meine Nase verzaubert - auch die meiner Frau und anderer zufällig anwesender Menschen... Ein schön buntes Tabakbild lädt auch gleich zum Stopfen ein - Sorgen wegen des Raumklimas sind ausgeschlossen - und schnell glimmt die Pfeife und erfreut Ross und Reiter. Kirschen und Pflaumen, gegen Ende dann Mokka.. einfach lecker!! Beim Rauchen gibt's keine Probleme, etwas Kondensat, aber nicht der Rede wert.
Beinahe hätte ich den Rest der Probe schon zu "Wappen von Hamburg" gekippt...
Jörg Eichelberger
Rot und dunkelbraun dominieren, aufgelockert durch hellbraune Tabake bei einer Schnittbreite von ca. 2 mm. Der Tabak ist sauber gemischt und enthält fast keinen Staub. Beim Pouch-Aroma der Probe 1 bin ich mir nicht sicher, ob es nun nach Kirschen oder Himbeeren riecht.
Das Stopfen geht leicht von der Hand und auch das Anzünden geht problemlos vonstatten. Dem ersten Versuch mache ich in eine Tonpfeife, da ich mir nicht sicher war, ob ich den Tabak einer Holzpfeife zumuten kann. Beim Rauchen in der Tonpfeife bin ich überzeugt Kirschen zu schmecken. Probe 1 ist zunächst sehr herb, wird aber zur Mitte hin süßer und das Aroma hält sich konstant bis zum Ende.
Das zweite Rauchopfer wird in der Stanwell Liverpool mit Filter durchgeführt. Jetzt tendiere ich jedoch mehr zu Himbeeren, wobei ich auch Gewürznelken zu schmecken glaube. Er schmeckt auch von Beginn an süßer als vorher. Dieser Tabak ist offensichtlich für Filterraucher designed. Durch das zwischenzeitliche Trocknen der Probe neigt der Tabak etwas zum heißrauchen, was auf der Zunge zu einem pelzigen Gefühl führt. Ansonsten bleibt der Geschmack weitgehend konstant über die gesamte Füllung. Probe 1 hat einen guten Abbrand, zurück bleibt nur hellgraue bis weiße Asche, die Kondensatbildung hält sich in Grenzen.
Fazit:
Ein qualitativ guter Tabak, der jedoch für meinen Geschmack zu fruchtig ist.
Björn Hollensteiner
Probe No. 1 besteht aus hellem Virginiablattgut, welches durchsetzt ist von dunkelbraunem Black Cavendish, sowohl in loser Form, als auch als Ready-Rubbed Flake. Das Tabakbild ist hübsch. Eine erste Duftprobe erbringt einen intensiven, künstlichen Duft nach Kirsche und Frucht, der an chemische Aromastoffe erinnert. Billiges Eis oder Puddings riechen und schmecken ähnlich. Ich empfinde den Geruch als unangenehm. Tabakaroma ist wenn überhaupt nur sehr hintergründig vorhanden.
Ich nehme meine Handmade # 3, die ich für die Testung heftig aromatisierter Tabake benutze. Der Tabak entzündet sich schnell und gut, quillt etwas auf. Sofort schmeckt man ein kräftiges Chemie-Kirsch-Aroma, das wie oben genannt niemals natürlichen Ursprungs sein kann. Von Tabakaroma auch hier nur sehr hintergründig eine Spur. Vermutlich ist es auch nicht erwünscht. Der Tabak brennt eher mittelmäßig, ich muss ein paar Mal nachfeuern. Die Stärke würde ich als sehr leicht einschätzen. Übrig bleibt dunkelgraue Asche mit Krümeln, ein triefender Filter und ein angewiderter Tester.
Fazit:
Es ist bei einer Füllung dieses Tabaks geblieben, da ich ihn weder mir, noch meinen Pfeifen nochmals antun wollte. Ein ausgesprochen schlechter Tabak, der mich in keiner Weise (außer vielleicht vom Aussehen) anspricht. Kompromisslos leicht, kompromisslos und billig aromatisiert, kein Tabakduft und schlechter Abbrand. Könnte glatt von Pöschl sein.
Frank Nicolai
Kennt Ihr die Faszination des Hässlichen? So wie sich manche immer wieder an den "Fellini Faces" ergötzen, habe ich den als Probe 1 verschickten Tabak mehrfach geraucht. (Ich habe den zweifelhaften Vorteil, etwas mehr vom Tabak zu besitzen, als ich an die anderen Probanden verschickt habe.) Es ist, als würde ich nicht glauben, dass solcherart Mixture als Tabak verkauft wird. Da muss doch noch irgendetwas sein...
Der Tabak ist mein bisheriger Aromatic-Overkill.
Das Tabakbild ist wirklich angenehm und schmeichelt dem Auge mit verschiedenen Brauntönen, die bis ins Schwarze gehen; mit Schnittbreiten von sehr schmal über gerissene Tabakblätter zu ready rubbed- Anteilen. Der Geruch (sonst sage ich an dieser Stelle immer "Duft", das verbietet sich hier jedoch) erinnert an Mischkompott. Mal sehen, was die Nase herausfiltern kann. Da finden sich Töne von Kirschen, von Maracuja und vielleicht ein wenig Weintraube. Das an sich wäre ja noch nicht schlimm (obwohl ich Kirschtabake verabscheue). Doch dieser Geruch setzt sich nahtlos im Geschmack fort.
Ich vermute auch, dass für diese Mixture Tabak verwandt wurde; sicher bin ich mir dessen jedoch nicht. Es lässt sich anzünden und auch rauchen, qualmt zwar und es bildet sich typischerweise Kondensat und es bleibt etwas graue Asche über; aber ob das wirklich Tabak ist? Der Hersteller sagt, dass es an dem ist. Na gut, glauben wir ihm.
Es ist anzumerken, dass das Kompott recht gute Raucheigenschaften hat. Es hat die rechte Feuchtigkeit und die richtige Schnittmixtur, um still und sanft vor sich hin zu glimmen. Das Aroma jedoch übertönt alles und ist im Hintergrund sogar ein wenig bitter.
Und zu guter Letzt noch ein wohlgemeinter Rat: Benutzt nicht Eure beste Pfeife für das Kraut; das Aroma teilt sich jeder Faser des Holzes mit und Ihr schmeckt den Tabak noch, wenn er schon längst vergessen sein sollte.
Fazit:
An diesem Tabak haben nur die eine Freude, die in das verqualmte Zimmer kommen und Tabakduft nicht von Parfüm unterscheiden können; der Raucher selbst sollte sich schnell nach einem Tabak umsehen, der diese Bezeichnung auch verdient.
(13.06.2000)
Till Protzek
Angenehmer Schnitt, deutlich aromatisiert. Erinnert mich an Vanille mit ein paar Fruchtnoten, die ich nicht näher bestimmen kann. Da mein Lieblingstabak Vanilla von Stanwell ist, freu ich mich. Die erste Hälfte der Füllung ist auch ein gigantischer Angriff auf die Geschmacksknospen - die Vanille ist deutlich zu schmecken ebenfalls die Fruchtanteile. Ein Tabak, der hält, was er verspricht.
Allerdings reagiert er äußerst bissig auf zu heftiges Ziehen. Und dann, die zweite Hälfte: ich rauche einen undefinierten Tabak. Nix Aroma. Das erste mal, das mir so was bei einem aromatisierten wirklich so drastisch auffällt. Abgesehen, dass er mir etwas zu leicht ist, könnte ich mich mit der ersten Hälfte sehr gut anfreunden. Aber was soll ich dann machen, ihn wegschmeißen?? Also müsste man das Preis/ Leistungsverhältnis halbieren...
(18.06.2000)