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Clegir Rope

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Gawith & Hoggarth Clegir Rope

(Pfeifentabak)

Markenname:Gawith & Hoggarth
Hersteller:Gawith & Hoggarth
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Twist
Typ:naturbelassen
Stärke:medium
Verpackung:bulk 50 gr.
Preis:11 CHF

Alexander Neumann

Der Clegir Rope kommt, wie die meisten Tabake von Synjeco, in einem Zip-Lock Beutel daher. Zum Aussehen und zur Haptik gibt es eigentlich nicht viel zu sagen: Der Name "Rope" ist Programm, wenn einem der Tabak nicht schmeckt, kann man mit dem Rest immer noch im Garten die frisch gepflanzten Bäume anbinden.
Um es aber vorwegzunehmen: So ein Ende hat der Tabak wahrlich nicht verdient. Während er geruchsmäßig noch eher nichtssagend ist, er richt halt nach Tabak, läuft der Clegir Rope in der Pfeife zu Hochform auf.
Jetzt aber langsam, da es sich um einen Twist handelt muß der Rauchgenuß zelebriert werden: Messer wetzen und Schneidbrett bereitlegen. Dabei kann man sich schon mal überlegen, ob man es heute eher würzig oder eher süß mag. Die Art der Zubereitung hat nämlich großen Einfluß auf das spätere Geschmackserlebnis, es ist, als ob zwei Herzen in der Brust des Tabaks schlagen: Am schnellsten geht es, indem man aus dem Twist dünne Curlys schneidet die dann einfach locker und etwas unordentlich (der Clegir Rope ist recht dünn) in die Pfeife gestapelt werden. Um das Anzünden zu erleichtern noch zwei fein aufgerubbelte Curlys oben drauf und schon kanns losgehen.
Zum Anzünden braucht man, wie bei fast allen Presstabaken, zwei Streichhölzer. Anzünden, planieren, nochmal anzünden, dann erst kann man sich gemütlich zurücklehnen. Der Geschmak ist tabakecht, nicht besonders süß und nicht so richtig virginia-typisch. Auch wenn Daniel in seiner Webseite von einem naturbelassenen Virginia spricht, da muß noch etwas anderes drin sein. Eine stark würzige, fast zigarrige Note drängelt sich permanent in den Vordergrund.
Irgendwie nicht schlecht, aber so richtig rund schmeckt der Clegir Rope auch nicht. Warum weiß ich auch nicht, aber aus irgendwelchen Gründen schnitt ich die Curlys noch längs und quer, so das eine Art Cube Cut rauskam. Es war, als ob ich einen ganz anderen Tabak in der Pfeife hätte. Die würzige Note wurde in den Hintergrund gedrängt, dafür machte sich eine schwere, süffige Virginia-Süße breit. Das Ergebnis war reproduzierbar und nach mehreren Versuchen konnte ich klare Zusammenhänge zwischen Schnittart und Geschmack herstellen: Je grober desto würziger und herber wurde der Tabak, je feiner, desto süßer und weicher. Einen derart ausgeprägten Zusammenhang zwischen Zubereitung und Geschmack habe ich noch nie vorher bei einem Tabak erlebt.
Egal wie man stopft, "technisch" gesehen verhält sich der Clegir Rope immer vorbildlich: Wenn er brennt, dann kann man die Pfeife auch mal bei Seite legen, so schnell geht er nicht aus. Jedenfalls nicht, so lange sich noch mehr als ein kleines Häufchen feiner weißer Asche in der Pfeife befindet. Auch ein paar schnelle Züge werfen ihn nicht komplett aus der Bahn. Man muß nur aufpassen, das man ihm genug Platz zum Leben läßt. Zu fest (nach)gestopft führt zum Heißrauchen und dann wird der Clegir Rope bitter. Die Reiniger kann man vergessen, die Kondensatentwicklung liegt nahe null.
Die Raumnote ist, wie bei den meisten reinen Virginias: Kein Lady-Killer aber ein Platzverweiß ist auch nicht zu befürchten. Den Nikotingehalt würde ich etwas auf der stärkeren Seite von Medium einstufen.

Fazit:
In allen Bereichen volle Punktzahl: Wohlschmeckend, interessant durch die verschiedenen Geschmacksvarianten (Grob geschnitten = Würzig, Fein Geschnitten = Süß), vom Handling ohne Fehl und Tadel. Meine nächste Bestellung bei Daniel wird auf jeden Fall "ein paar Meter Seil" enthalten. Und das wird nicht gebraucht, um Bäume anzubinden.

(24.05.2004)

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