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Condor Ready Rubbed

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Gallaher Condor ready rubbed

(Pfeifentabak)

Markenname:Gallaher
Hersteller:Gallaher (UK)
Mischung:Virginia, Burley
Schnittbreite:Feinschnitt/Mixture
Typ:stark aromatisiert
Flavour:irisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 Gramm Pouch

Frank Nicolai

Der Condor soll dem Vernehmen nach der "Tankstellentabak" in England sein. Nun, ich muss es glauben. Meine Pouch kam via Duty Free Shop über Umwegen zu mir.

Wenn auch auf der Packung steht: "ready rubbed" so hat das nichts damit gemein, was wir in Deutschland unter dem Begriff verstehen. Der Condor erinnert eher an französischen Feinschnitt - von der Schnittart und auch der fast schwarzen Farbe her.

Allerdings ist der Geruch sehr irisch: Seifig mit einem Anklang an Säure (weniger erinnernd an Zitrone denn an chemische Zitronensäure). Ich denke, man muss schon eine ausgeprägte Vorliebe für diese Art Aromatisierung haben, um den Tabak zu mögen. Und da ich das Aroma mag, mag ich den Tabak.

Wie gesagt: tiefschwarz mit wenigen dunkelbraunen Stränen kommt der Tabak daher. Er fasst sich feucht an - ja sogar ein wenig klebrig - ohne dass das dem Abbrand in irgendeiner Weise stört. Beim Füllen der Pfeife sollte man darauf achten, nicht allzu fest zu stopfen. Denn der Tabak neigt dann dazu auszugehen und bitter zu werden. Lose in den Kopf gekrümelt und leicht nachgestopft glimmt er jedoch hervorragend bis auf einen kleinen Rest grau-weisse Asche ab, in der auch mal ein schwarzer, feuchter Rest überbleiben kann.

Im Geschmack erinnert er mich ein wenig an den St. Bruno. Wobei dessen Aromatisierung fast dezent zu nennen ist :-) Der Condor schmeckt nur nach ... ja, nach was eigentlich? Ich weiss es nicht. Und ich muss mich auf das verlassen, was Dritte sagten: Das Condor-Aroma ist das Condor-Aroma ist das Condor-Aroma. Mir jedenfalls gefällt es. Aber ich mag ja auch die irishen Bulldog-Tabake von DTM, den Formers und ähnliche Tabake.

Manchmal kommt mir beim Rauchen des Condor auch die Erinnerung an den RB Plug, manchmal auch ein wenig an den Ennerdale. Und den Erinmore Flake. Ich gebe zu: ich bin wortlos ob dieses Aromas. An all die genannten Tabake erinnert der Condor sehr entfernt und ist doch ganz anders.

Beim Einschätzen der Stärke habe ich Probleme: meist kommt mir der Tabak eher medium mit Hang zum leichten vor. Anderentags habe ich das Gefühl, zuviel Nikotin in der Pfeife zu haben. Ich habe bisher keinen Zusammenhang mit Pfeifenform, Filterrauchen oder filterlosem Rauchen oder oder ... erkennen können. Möglich aber auch, dass das Empfinden von viel Nikotin nur assoziativ eingebildet ist. Denn im Grundton des Tabaks ist ein wenig des Grundgeschmackes der oben schon erwähnten französischen Drehtabake vernehmbar. Und die sind meist recht kräftig.

Zumal die Aromatisierung zum Ende einer großen Pfeifenfüllung etwas abnimmt und man die dunklen Tabaktöne besser erschmecken kann.

Der Abbrand ist hervorragend - vielleicht ein wenig zu schnell. Dabei bleibt der Tabak immer kühl und das Kondensataufkommen hält sich in Grenzen. Ich habe den Condor auch einige Male ohne Filter geraucht und muss sagen, dass er mir so sogar mehr zusagte. Besonders gut schmeckt er mir in einer kleinen Tonpfeife geraucht.

Die Raumnote entspricht dem Geruch des frischen Tabaks und dem Geschmack. Mißbilligend wurde ich nicht angesehen beim Rauchen. Nur fragend.

Fazit:
Es gibt auch in Deutschland Tabake mit Tankstellen-Image; ich erinnere nur an den (von mir) sehr geschätzen MB Mixture. Und der Condor mag einen Ruf haben, der ähnlich ist. Aber das sollte Freunden des floral aromatisierten Tabaks nicht davon abhalten, den Condor mal zu probieren. Allen, denen z.B die Bulldoggen schon zu seifig sind, sollten einen weiten Bogen um den Condor machen.

(27.01.2003)


Ingo Gebert

Der Condor ist einer der Tabake, die man in Deutschland leider nicht erwerben kann. Ich habe von diesem Tabak aus meinem letzten Urlaub auf La Palma zwei Päckchen á 50 g mitgenommen. Im Vorfeld habe ich herausgefunden, dass dies einer der Tabake ist, welcher bei den britischen Pfeifenrauchern hoch im Kurs steht, und er gilt typischer Vertreter eines klassischen britischen Tabaks. Nach dem Öffnen kann ich eine Mischung erblicken, welche sich hauptsächlich aus kurzen, dunklen Tabakfasern zusammensetzt. Der Geruch, welchen ich wahrnehmen konnte, erinnerte mich ganz entfernt an den berühmt-berüchtigten RB-Plug, ich habe schon das Schlimmste befürchtet. Das Kraut lässt sich problemlos Stopfen, und auch das Nachfeuern hält sich in Grenzen. Nach dem in Brandsetzen kann ich ein Aroma wahrnehmen, welches man zwar mit ?soapy? beschreiben kann, aber nur im Hintergrund wirkt. Der Tabak entwickelt etwa nach einem Drittel der Füllung seine ganze Stärke, und die ist nicht von schlechten Eltern. Das Aroma unterstützt den Tabak und erschlägt ihn nicht wie es bei dem RB-Plug der Fall ist. Trotz seines doch etwas eigenwilligen Aromas und seiner Stärke bleibt der Condor durchaus freundlich zur Zunge, und auch die Kondensatbildung ist sehr gering. Die Raumnote scheint allerdings nicht jedermanns Sache zu sein, meine BH hob immer rümpfend die Nase, wenn der Condor vor sich hinglimmte, und meinte ich würde Rasierwasser verbrennen. Ach ja, das Aroma hat ein einnehmendes Wesen und verbleibt eine gewisse Zeit hartnäckig in der Pfeife. Aus einer Pfeife habe ich mit hinterher eine Füllung Nightcap genehmigt, und der Condor war durchaus noch wahrnehmbar.

Fazit:
Daumen hoch: Der Tabak ist auf grund seiner Stärke sicherlich nicht als All-Day Smoke geeeignet, aber als Abwechslung für die entspannenden Stunden am Abend gut zu gebrauchen. Wenn ich das nächste mal im Urlaub im Ausland bin, und diesen Tabak sichte, werde ich mir sicherlich welchen mitbringen.

(18.03.2003)

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