zurück
Cornell & Diehl Afterhours
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Cornell & Diehl |
| Hersteller: | Cornell & Diehl |
| Mischung: | Virginia , Perique |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Rum |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | Dose |
| Preis: | in D leider nicht mehr erhältlich |
Frank Navissi
Ein (Katalog)jahr lang gab es die Cornell & Diehl Tabake auch in
Deutschland. Das ist jetzt gut zwei Jahre her und ich habe noch einige
Dosen davon zu stehen. Den Tabaken von C&D tut es gut, lange zu lagern.
Sie werden nicht schlechter, sondern besser dadurch.
So auch der Afterhours. Der „ein Flake von ca. 1,5 mm Schnittbreite,
nach traditioneller Art aus Virginia Grades mit einer Spur Louisiana
Perique und dem Zusatz von aromatischem karibischen Rum“ ist. Zugegeben:
auf Rum wäre ich ohne diese Beschreibung nicht gekommen. Für mich ist es
einfach einer von den herb-würzigen Virginia-Flakes mit Perique, die
nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählen, die ich aber ab und an ganz
gerne mal rauche.
Die Flakes waren in der Dose zwar noch als solche erkennbar, aber
reichlich zerbröselt. Das aber tut dem Genuss keinen Abbruch; so stopfte
sich der Tabak einfacher. Interessant zu erwähnen: der Tabak bleibt
feucht – selbst nach (ich rauche nicht oft Pfeife) Wochen in der
geöffneten Dose. Das aber macht weder beim Entzünden noch beim Abbrand
Probleme.
Was mir eigentlich als Ersten einfällt, wenn ich an Afterhours denke: er
ist wirklich stark. Stark im Geschmack aber auch in seinem
Nikotingehalt. Wirklich kein Tabak für den Vormittag oder zum
Nebenherrauchen. Ich habe ihn dann auch aus eher kleinvolumige Pfeifen
geraucht; anderenfalls gab es dieses „Halsdrücken“ (vom Nikotin?), das
ich immer dann bekomme, wenn zu viel Perique in der Mixture ist. Beim
Afterhours ist es gerade noch im Rahmen.
Der Rauch ist – da stimmt die Werbung – cremig und weich. Das Aroma
erinnert mich ein klein wenig an eine Mischung aus Nightcap (ohne
Latakia) und Borkum Riffs Scandinavia Mixture. Schwer zu beschreiben...
Im Raumduft überwiegt der herbe Anteil, der ein wenig an die
tiefschwarzen Plugs und „Schnüre“ von der Insel erinnert.
Der Afterhours würde auch dann nicht zu meinem All-Day-Smoke werden,
wenn es ihn noch geben würde. Dazu ist er mir „to strong“. Aber es ist
ein großer Makel, dass er (und die Brüder aus dem Hause C&D) nicht mehr
so ohne Weiteres in Deutschland zu erhalten sind.
(08.03.2011)
Ralf Ruhenstroth
A night out wasn’t complete without a trip to the „private club” for a
Cuba Libre or two…..
Wenn man dieses Döschen voller Enthusiasmus öffnet, dann verschlägt es
einem erst einmal die Sprache. Mir ging es jedenfalls so. Bevor ich
überhaupt zum Betrachten des Tabakbildes gekommen bin, wuchtete mich der
Duft aus der Dose um, so gewaltig war er, aber auch so betörend. Ob es
sich hierbei nun wirklich um Rum, oder aber um eine andere chemische
Substanz handelt, welche den Eindruck eines tatsächlich in Rum
getränkten Tabaks erweckt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Der
„Afterhours“ macht aus seiner Aromatisierung keinen Hehl. Das Haus Craig
und Patty Tarler macht dieses Mal keine Gefangenen, wenn es darum geht,
den Virginia-Flake-Liebhaber und Aromatenfan in einem Zug zufrieden
zustellen.
Das Tabakbild ist so, wie man es von einem typischen US-Broken-Flake
erwartet. Recht dunkel, was auf eine gewisse Stärke schließen lässt, und
ein paar vereinzelte helle Sprengsel über die Tabakscheiben verteilt.
Oftmals habe ich die Erfahrung gemacht, dass die US-Virginias nicht
immer anfängerfreundlich sind. Soll heißen: So mancher ist etwas
schwieriger in Gang zu bekommen und auch für den kühlen Rauchgenuss wird
ein ums andere Mal mehr Aufmerksamkeit als üblich gefordert. Das ist
beim „Afterhours“ an sich anders. Leicht feucht kann man sich getrost
ein Portiönchen nehmen und in eine kleine bis höchstens mittelgroße
Pfeife stopfen. Das geht idealerweise in einer Flakepfanne besser als in
einem Topf mit hohen Hauswänden. Und trotz der dezenten Feuchte brennt
der Tabak zügig an und ist während des Rauchgenusses ohne weitere
Probleme in Gang zu halten.
Was sich mir dann offenbart, ist ein Rauchgenuss aller erster Güte. Ich
gestehe, es ist nicht leicht, mich als Freund naturnaher Virginia-Tabake
mit einem Aromaten zu überzeugen. Doch der „Afterhours“ schafft das. Von
Beginn bis zum Ende habe ich nicht einen einzigen Moment das Gefühl, ich
würde hier irgendeine Rauchpappe nieder brennen. Das Aroma hält sich
lange, erst gegen Ende der Pfeife tritt der Virginia, der wie gesagt
nicht ohne ist, ein wenig mehr in den Vordergrund. Übrig bleibt
dunkelgraue Asche und am Ende das Gefühl, einen hochwertigen und
erstklassigen Broken Flake verkonsumiert zu haben. So macht das Spaß!
Fazit: Der „Afterhours“ ist ein, auch für Anfänger geeigneter, recht
heftig aromatisierter Tabak, der trotz seiner Darreichungsform für
jedermann ohne weitere Probleme zu händeln ist. Ich halte ihn für
mittelstark und empfehle ihn Aromafreaks sowieso, aber eben auch den
Fans der naturnahen Richtung, die mal etwas anderes wollen, aber auf die
üblichen, mit Black Cavendish zugekleisterten Fruchtbomben verzichten
wollen.
Der Pfyffe Laade in Basel hat den „Afterhours“ im Angebot, allerdings
sind die dortigen 22 SFr schon mehr als ein Wort zum Sonntag. Da lohnt
es sich doch eher, ein kleines Geschenk eines befreundeten
Pfeifenrauchers aus den USA in Empfang zu nehmen.
(10.07.2011)