zurück
DTM Hamburger Pfeifenrunde von 1982 - Jubiläums-Blend 25 Jahre
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Hamburger Pfeifenrunde von 1982 - Jubiläums-Blend 25 Jahre |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Latakia |
| Schnittbreite: | Mixture mit Flakeanteilen |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 100 g |
| Preis: | 14,40 Euro |
Markus Voigt
Da der "Hamburger Pfeifenrunde von 1982" schon länger zu einem festen Bestandteil meiner Tabakbar geworden ist und ich ihn immer wieder gerne rauche, mußte ich diesen "neuen" Tabak einfach ausprobieren; lange Namen sind schließlich Schall und Rauch ;-))
Die Herstellerbeschreibung gibt wenig brauchbares her:
"2007 beging die "Hamburger Pfeifenrunde von 1982" ihr 25-jähriges Jubiläum. Ein solcher Anlaß verdient eine besondere Würdigung, und so schuf Jürgen Westphal eine neue, ganz besondere Mixture, die wir nun auch Ihnen vorstellen dürfen. Auch sie ist durch einen Latakia-Anteil "englisch" getönt, bietet aber noch feinwürzigeren und sanfteren Genuß als die erste Komposition - die Runde hat sie voll Begeisterung aufgenommen."
Der Tabak kommt in einer 100g-Dose daher, die der "alten" Hamburger Pfeifenrunde von 1982 ähnelt, ist aber statt in Hellblau in sattem Rot gehalten. Frisch geöffnet blickt man auf ein rel. langfaseriges, buntes Mischungsbild mit Flake-Anteilen, das von Schwarz bis Hellbraun eigentlich alles bietet. Der Tabak riecht zurückhaltend englisch rauchig und zugleich süß mit einer Spur Säure im Hintergrund -- alles in allem sehr natürlich und nicht künstlich; ein gaaanz leichtes Honig- oder Ahorn-Casing glaube ich auch noch wahrzunehmen. Der in meiner Dose perfekt konditionierte Tabak läßt sich sehr einfach stopfen, er ist wegen seiner längeren Fasern nicht so gut für kleinere Pfeifen zu verwenden sondern fühlt sich eher in größeren oder spez. höheren Brennräumen wohl.
Zum Anzünden musste ich drei mal "Flamme geben", danach war er optimal am glimmen, alles in allem also kein Schnellstarter, aber auch nicht anstrengend.
Der Tabak "entwickelt" sich während des Rauchens regelrecht: ganz zu Anfang schmeckt er mild englisch mit angenehmer Natursüße und einer leicht nussigen Note, ähnlich dem "Gordon Pym" aus gleichem Hause, dann fügt sich im Verlauf eine Würze hinzu, die keine Strenge hat und sehr gut mit den anfänglichen Noten harmoniert, während die Süße etwas abnimmt. Und hier in der Mitte kommt der Teil, der mich geradezu begeistert: immer wieder ist auch plötzlich eine leichte Säure mit in dem fülligen Rauch, die nach dem ersten kurzen "huch, was ist denn das?" plötzlich absolut gefällt. Gerade diese "saure Komponente" schmeckt mir einfach phantastisch und bildet eine perfekte Harmonie mit der natürlichen Süße und Würze, es wechseln sich diese drei Geschmackskomponenten ständig ab; mal ist die eine tonangebend, mal die andere. Etwas ähnliches habe ich bislang erst bei G.L.-Pease-Tabak erlebt (ich glaube beim "Maltese Falcon"). Leider ist diese perfekte Harmonie gegen Ende der Füllunfg ebenfalls zu Ende, der Tabak schmeckt dann bei etwas mehr Gesamtvolumen einfach nur noch nach natürlichem Engländer. Ich habe für mich herausgefunden, dass sich diese Phase des Aromawettstreits in hohen, eher schmalen Pfeifenköpfen deutlich verlängert, z. T. auch noch intensiver und interessanter erlebbar ist. Ich bevorzuge für diesen Tabak etwas höhere Billiards oder, obwohl nicht so hoch, gerade Bulldog-Shapes von mindestens mittlerem Füllvolumen. Zurück bleibt mittelgraue, etwas feste Asche; es findet sich fast kein unverbrannter Tabakkrümel mehr. Der Tabak raucht sich unkompliziert und kühl, wird allerdings bei zu hastigem Ziehen etwas scharf und "flach" bei leichter Bitterkeit, mutiert jedoch nicht zum Zungenkiller. Über das Wiederentzünden kann ich nichts berichten, er schmeckt mir zu gut, um die Pfeife ausgehen zu lassen. Kondensat bildet sich kaum. Einen Nachteil hat aber auch dieser Tabak: Er brennt recht schnell ab, trotz der in ihm enthaltenen Flake-Anteile. Ich stufe ihn von der Stärke, also vom Nikotingehalt, als noch leicht ein; dennoch sättigt er. Er scheint mir ein Tabak für jede Tageszeit zu sein, nach einem opulenten Essen ist er evtl. etwas zu leicht.
Die Raumnote ist englisch getönt aber noch tolerabel, wird z.T. als angenehm nussig-süß und würzig beschrieben, z.T. allerdings auch an Herbstfeuer erinnernd.
Mir schmeckt der Tabak mit Aktivkohlefilter am besten; ohne Filter ist er kräftiger und die Süße, wie auch die Säure, kommen nicht so schön zur Geltung.
Mein Fazit: Daumen ganz weit rauf! Ein sehr gelungener Tabak und für mich wohl so eine Art "Endstation" auf der Suche nach einem perfekten Tabak einer bestimmten Geschmacksrichtung -- ich bin also sozusagen angekommen. Ich empfehle ihn all jenen, die in die "englische" Tabakwelt einsteigen möchten, ebenso wie denen, die hier schon alte Hasen sind -- vielleicht ist der eine oder andere angenehm überrascht. Ach ja: auch vom Preis er ist er absolut überzeugend, und sogar die Blechdose ist diesmal dicht...!
Hoffentlich bleibt er lange in dieser Qualität erhältlich...
(25.03.2009)