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DVC Chocolate

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Gawith & Hoggarth DVC Chocolate

(Pfeifentabak)

Markenname:DVC Chocolate
Hersteller:Gawith & Hoggarth
Mischung:Black Cavendish (Virginia)
Schnittbreite:Mixture / Ready Rubbed
Typ:aromatisiert
Aromatisierung:Schokolade
Stärke:medium
Verpackung:50g Pouch
Preis:10,00 CHF

Klaus Komischke

Der Hersteller meint zu diesem Tabak: The DVC stands for Dark Virginia Cavendish, and is just our version of a 'black' cavendished tobacco, produced by heating virginia leaf with lots of steam. The process removes a lot of the stronger elements in the leaf with the results that the smoke is extremely mild. We find the chocolate flavour complements the blend.
Dem letzten Satz kann ich nur zustimmen. Der Schokoladengeschmack ergänzt den Tabakgeschmack im positiven Sinne ohne ihn zu überlagern oder gar erschlagen. Es ist mit diesem Tabak wie mit vielen anderen aromatisierten aus England. Dem deutschen "Dänisch-Süß- Raucher" wird dieser Tabak zu kräftig und vor allem zu herb sein. Gerade dieser Umstand lässt mich aber so sehr Gefallen an dieser Art von Tabak finden. Das Erscheinungsbild des Tabaks ist durchweg Dunkel. Schokoladenbraun durchsetzt mit einigen etwas helleren Anteilen.
Der Geruch ist ebenfalls schokoladig mit einem tabakechten Unterton. Der Tabak lässt sich leicht stopfen und glimmt nach dem zweiten Anzünden. Das Aroma ist über die ganze Füllung hinweg konstant. Der Geschmack des Tabaks hält sich mit dem Schokoaroma immer in der Waage. Die Kondensatbildung ist nicht nennenswert. Allerdings wird Heißrauchen mit einer gewissen Bitterkeit quittiert, die komischer Weise nicht so unangenehm ist, da sie zu der Herbe des Gesamtgeschmacks passt. Kühl geraucht ist der Geschmack natürlich besser.
Da ich lieber Pfeifen mit kleineren bis mittleren Füllvolumina bevorzuge gestaltet sich der Abbrand etwas schwieriger. Der Tabak brauch halt Platz zur Entfaltung und da ist bei kleineren Pfeifen öfter mal nachzünden angesagt. Allerdings ist das Nachzünden problemlos und ohne Geschmacksbeeinträchtigung möglich. Zwischenzeitliches Auflockern mit anschließendem leichte Nachstopfen ist bei kleinen Pfeifen hin und wieder erforderlich, aber ebenfalls unproblematisch. Hier zeigt sich die hohe Qualität der Ausgangstabake.
Vorsicht ist bei neuen Pfeifen geboten, da die Mischung einige Strünke und sehr feste Flakeanteile besitzt.
Die Asche ist braun-grau und recht fein mit einigen verkokten Tabakanteilen. Vom der Aromatisierung her drängt sich ein Vergleich zu Bob's Flake Chocolate auf. Bei gleicher Aromatisierung kommt mir der Flake trotz des Latakia-Anteils weicher vor. Bei DVC steht IMHO mehr der Virginia hervor.

Fazit:
Auf Grund seiner nicht ganz unproblematischen Handhabung sicher kein Anfängertabak. Auch sprengt er von seinem Geschmack her die Klassifikation der aromatisierten Tabake. Für mich ist es ein "englischer" Tabak, wobei ich bewusst einen andere Einteilung vornehme, "englisch" heißt bei mir nicht zwangsläufig Latakia sondern eher herb, eben tabakecht auch nicht unbedingt seifig. Der Tabak reiht sich voll und ganz in die Reihe der GH Tabake auf der leichteren Seite ein.

(08.01.2001)


Adrian Schmidtke

"DVC" steht laut Hersteller für "Dark Virginia Cavendish" und das stimmt auch. Fast schwarz kommt dieser Tabak daher, sieht aus und fasst sich an wie ein grob gehäckselter Full Virginia Flake früherer Jahre (nämlich sehr hart und widerspenstig) und verströmt einen dunklen, erdig-süßlichen Duft. Der Tabak ist zunächst viel zu feucht und bedarf dringend einiger Tage frischer Luft. Die ersten Füllungen wollten mir gar nicht so recht zusagen, irgend wie muffig und nichtssagend kam mir das, was da aus der Pfeife strömte, vor. Nach ein paar Tagen hat der DVC jedoch einen Großteil überschüssiger Nässe verloren und das kommt seinem Geschmack wirklich ausserordentlich zugute.

Dem Stopfen und dem Abbrand zuträglich ist es, wenn man den Tabak vor dem Einfüllen zerreibt oder besser: aufreibt, wobei man mit Geduld und beinahe mit Kraft zu Werke gehen muss. Auch dieser Tabak aus Kendal ist etwas schwierig zu entzünden und geht gerne und oft aus. Dafür hat er eine recht lange Brenndauer und bleibt stets kühl und mild. Von der Stärke her ist dieser Tabak insbesondere während der ersten Hälfte sehr leicht, im Laufe der Füllung legt er im Gehalt aber einiges zu und ist, insbesondere im letzten Drittel, im Bereich von medium anzusiedeln.

Geschmacklich bewegt sich dieser Tabak irgendwo zwischen den traditionellen Virginia-Flakes aus Kendal und einer dezent aromatisierten dänischen Mixture. Das Aroma ist stets präsent, ohne aufgedrückt und künstlich zu wirken. Fast scheint es, als wären dem DVC keine Aromazusätze im herkömmlichen Sinn zugefügt worden, sondern dieser hätte das Aroma während der Fermentation aus sich heraus entwickelt. Dem ist nicht so, denn der DVC Chocolate schmeckt so, wie er heisst: nach herber, dunklere Schokolade mit einem hohen Kakao-Anteil und das bis zum letzten Zug. Dabei wird er niemals bissig oder bitter, sondern behält - auch nach dem Wiederanzünden oder ein paar zu hastigen Zügen - seinen weichen, erdig-süßen, zuweilen leicht säuerlichen Geschmack. Tatsächlich ist dieser Tabak ein echter Zungenschmeichler; zwar schmeckt er auch mit Filter richtig gut, einen richtigen Grund für den Einsatz eines solchen bietet der DVC allerdings nicht.

Die Raumnote ist sehr angenehm und kann auch Nichtraucher begeistern. Auch mich begeistert dieser Tabak - wenn auch in Maßen. Mir persönlich ist er ein wenig zu lieb, mir fehlt ein wenig die Stärke der anderen Gawith VA-Blends und die Aromatisierung ist mir persönlich ein wenig zu gefällig ausgefallen. Dennoch würde ich ihn den allermeisten "dänisch" aromatisierten Tabaken vorziehen zumal der DVC aus der Masse der allenfalls mittelmäßigen Black-Cavendish-Mixtures (man denke nur an Black Luxury und Konsorten) qualitativ weit herausragt. Dass er sich, wie übrigens alle Gawith-Tabake, auch preislich in einem wirklich erträglichen Rahmen bewegt, sei nur am Rande erwähnt.

Fazit: Daumen hoch! Für den Aromaliebhaber eine echte Alternative, für den eingefleischten VA-Fan eine Spur zu nett. Dennoch voll und ganz empfehlenswert.

Erhältlich bei http://www.synjeco.ch

(05.12.2003)


Frank Nicolai

Beim DVC ist meine Begeisterung bei weitem nicht so groß wie beim Scotch Flake aus dem gleichen Hause. Zum DVC habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Mal möcht ich ihn mit dem Löffel fressen, mal die Pfeife noträumen, mal langweilte er mich. Doch der Reihe nach.

Der DVC Chocolate ist ein tiefdunkler, fast schwarzer Virginia, dem man ansieht, dass er länger in einer Presse reifte. Die Stücke sind zum Teil steinhart und kaum zu zerbrechen - hier heißt es schon beim Stopfen: Vorsicht. Im Geruch ist ein sehr hintergründiger Geruch von Schokalde zu erahnen - wenn der Tabak nicht so heißen würde, dass da Schokolade eine Rolle spielt ist kaum erahnbar. Der Borkum Riff - Scandinavian Mixture riecht mehr nach Schokolade (der Scotch Flake meiner Meinung nach nach Kakao). Das Stopfen und Entzünden sind ein Geduldsspiel. Selbst wenn der Tabak mal richtig über die gesamte Oberfläche glimmte kam es vor, dass er irgendwann nur noch an einer kleinen Stelle Glut hatte. Ich musste daher häufig nachfeuern - und das ist dem Aroma abträglich.

Der Tabak schmeckt beim Entzünden kräftig nach Schokolade. Sobald er aber endlich richtig glimmt, ist davon kaum noch etwas zu schmecken. Ganz besonders am Beginn hatte ich oft eher das Gefühl, warme Luft zu saugen.
Nach Tabak beginnt der Tabak erst zu schmecken, wenn die Hälfte der Pfeife schon geraucht war. Und irgendwann wird der Tabak dann wirklich kräftig. Anfangs vermutet man ein Leichtgewicht - wenn die Pfeife dann leer geraucht ist, ist man dann doch "satt". Ich habe den Tabak immer aus großvolumigen Billiard-Köpfen geraucht. Wobei er mir in einer filterlosen Meerschaumpfeife noch am besten gefallen hat.

Der Tabak geht irgendwann einfach aus und läßt sich nicht mehr neu entzünden. Im einem winzigen Häufchen heller Asche finden sich unverbrannte (und wahrscheilich unbrennbare) Strünke. Die Raumnote ist relativ unauffällig.

Fazit:
Gegen den zur gleichen Zeit gerauchten Scotch Flake kann der DVC nicht an. Möglich, dass das Rauchverhalten des Tabaks besser wird, wenn man sich die Mühe macht, die Tabakstrünke einzeln zu zerbröseln... So jedenfalls war ich etwas enttäuscht vom Abbrandverhalten und dem, was in der Pfeife übrig bleibt. Auch geschmacklich konnte mich der DVC nicht überzeugen. Das Schokoladen-Aroma ist Minuten nach dem Entzünden verflogen und der Tabak selbst schmeckt erst gar nicht und später nur kräftig; ohne Süße und ohne das "runde", "weiche", das ich an Virginias mag. Hier wird's wohl bei den 50 Gramm bleiben...

(03.02.2005)


Philippe Blumenthal

DVC bedeutet Dark Virginia Cavendish, Chocolate bedeutet... Schokolade? Rrrrrrichtig. Aber für alle die ob Schokolade im Tabak das Gesicht verziehen, der DVC Chocolate ist weit entfernt vom üppigeren Bob's Choco Flake des gleichen Herstellers, von dem man ja gerne auch behauptet, dass die Pfeife "noch Jahre" nach diesem Tabakgenuss danach schmeckt.

Der Tabak zeigt ein dunkles Bild mit den typischen dunklen Cavendish und ein wenig hellerem Virginia. Die Frage nach dem Schokoladenduft ist keine einfache, denn wonach riecht Schokolade eigentlich? Nach Kakao, klar, aber wie denn nun? Ein wenig nach Röststoffen, etwas nach Vanille und vielleicht leicht karamellig? Der Duft des DVC jedenfalls liegt deutlich näher beim Samuel Gawith's Chocolate Flake als beim Bob's und ja, es riecht definitiv nach Schokolade, allerdings nicht nach süßer Milka oder Lindt sondern eher nach dunkler Schokolade.

Im Mund zeigt sich zunächst das für Gawith & Hoggarth typische Aroma mit dem schweren, rosigen und unverkennbaren G&H Duft, das Freunde des Ennerdales so lieben und einige nicht ausstehen können. Dann macht sich schnell eine leicht herbwürzige Note breit, ein feines Schokoaroma, das aber nicht den typischen Virginiageschmack verdrängt und sicherlich keine die Zunge bedeckende Süße besitzt.

Der Tabak ist etwas feucht, lässt sich aber völlig problemlos entzünden und zu Ende rauchen. Er ist eine feine Abwechslung für Aromatenraucher, die gerne einen guten Virginia rauchen.

(24.07.2010)

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