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Peterson De Luxe Mixture
(Pfeifentabak)
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Honig |
| Stärke: | leicht |
Kurt Traxl
Unter normalen Umständen würde ich ja nicht fremd gehen, aber heute, heute ist ein etwas anderer Tag. Ein Tag der einen förmlich zum Seitensprung zwingt. Meine alte Liebe, Weggefährtin seit vielen Jahren ist verschwunden.
Stundenlanges suchen, auch in den seltsamsten Räumen unseres Hauses brachte keinen Erfolg, mein Peterson Sherlock Holmes war nicht mehr zu finden. Ich machte mich auf dem Weg zum Pfeifenhändler meines Vertauens um meinen Vorrat wieder aufzufüllen. Da dieser Händler der Einzige im Umkreis von 100 km ist der meine Lieblingsmarke führt stürmte ich voller Vorfreude in seinen Laden. Den Gesichtsausdruck zu beurteilen hatte Manfred einen anstrengenden Tag hinter sich. Vielleicht war es auch meine stürmische Art, die ihn verzaudern ließ. „5 Dosen Sherlock Holmes bitte!“
Manfred sagte, bestimmt mit dem Gedanken im Hinterkopf das ich einen Schock bekommen würde „Leider aus. Die Bestellung ging heute raus. Der Tabak wird in 3 Tagen hier sein.“ 3 Tage! 3 Tage! Nachdem ich alle Möglichkeiten im Gedanken durchgespielt hatte und zu der Einsicht kam, dass es keinen Sinn macht Radau zu schlagen, frage ich Manfred, ob er mir einen anderen Tabak empfehlen kann?
Es gab mir eine 50g Dose Peterson De Luxe Mixture. Daheim angekommen schlich ich mich - vorbei an unseren streitenden Kindern, meiner in der Küche Kochlöffel schwingenden Frau - direkt ins Arbeitszimmer. Nach einigen Sekunden der Akklimation betrachtete ich die Dose genau. Ein in Gelb gehaltener Peterson Aufkleber bescheinigt den Inhalt: Diese Mischung besteht aus ausgesuchten, reifen Virginiatabaken aus Brasilien und Afrika, gemischt mit losen süßlichen Black Cavendish. Ein köstlicher Flavour mit Vanille, Walnuß- und Honiggeschmack krönt diesen Blend. Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind.
Der Geruch von Walnuß erfüllte den Raum. Ich dachte mir wow sehr intensiv dieser Geruch und betrachtete den Stoff etwas näher. Das Mischbild war sehr ansprechend. Fein geschnittener Virgina und Black Cavendish, ein in dunkel braun gehaltenes Bild erfreute meine Augen.
Nach meinen ersten Fühltest musste ich feststellen, dass der Tabak etwas zu feucht war, aber aufgrund meiner Notsituation stopfte ich eine meiner Lieblinge mit der DE LUXE MIXTURE. Nachdem ich zwei Mal nachgeflammt und den Zug reguliert hatte war ich bereit mich intensiv auf den Geschmack zu konzentrieren und plötzlich wurde mir bewusst, dass diese Mixture nicht die Meine sein wird. Warum?! Honig Honig Honig, Ich schmeckte nur mehr Honig und fragte mich ob ich etwas falsch gemacht hatte. Es könnte ja sein, dass eines meiner Kinder das Mundstück in ein Honigglas gestopft hatten...
FAZIT:
90% Honiggeschmack im Mund, die Raumnöte 100% Walnuss – Ich werde diesen Tabak nicht mehr in meine geliebten Pfeifen stopfen, da ich nicht so auf Honiggeschmack stehe. Wenn jemand süße Tabake bevorzugt, liegt er mit dieser Mischung goldrichtig.
Der Nikotingeschmack ist für meine Verhältnisse etwas zu schwach.
(07.02.2007)
Markus Voigt
Als bekennender, aber bei weitem nicht ausschließlicher Süßkramraucher möchte ich hier mein erstes Review an den Daftler bringen. Ich bekam die Peterson’s De Luxe Mixture als Händlerpröbchen im Ziplockbeutel zusammen mit zwei von mir bestellten Peterson-Pfeifen. Bereits beim Öffnen des Postpakets war der für mich sehr angenehme Duft bereits deutlich zu vernehmen - ohne daß ich dessen Ursprung bis dahin kannte – und dies bei fest verschlossenem Ziplockbeutel in einem der Pfeifenkartons. Als ich dann später die Quelle des Wohlgeruchs eindeutig ausgemacht hatte (und natürlich die neuen Pfeifen eingehend in Augenschein genommen waren) wurde auch der Ziplockbeutel geöffnet; was zur Folge hatte, daß der Abend, anders als geplant, nicht mit dem Einrauchen einer neuen Peterson-Pfeife begann, sondern ein für mich neuer Peterson-Tabak getestet werden musste. Ergebnis: sofortige Bestellung beim Tabakhändler meines Vertrauens (die Sorte war gerade alle); um dann aber doch, mangels ausreichender Geduld, in einem anderen Laden fündig zu werden. Aber der Reihe nach...
Die Tabakprobe gefiel mir so gut, daß ich gleich nach der ersten Pfeife nach einem Review auf daft.de suchte; welches mich aber nicht abhielt, mir, wie schon geschildert, schnell mehr von diesem Tabak zu besorgen.
Ich komme zu einem etwas anderen Ergebnis als Kurt Traxl.
Der Tabak liegt als normal geschnittene Mixture mit etwas breiteren Anteilen, hauptsächlich vom Black Cevendish, vor. Es ist ein bunter Mischungsspiegel mit etwa 65% BC, der Rest besteht aus hellen und dunkleren Virginias. Er kommt (wie die meisten Dosen) etwas zu feucht daher, eine Nacht lang abtrocknen bringt genau den richtigen Feuchtigkeitsgrad. Der Tabak duftet sehr stark nach Walnuß und Vanille, die Honignote ist zwar da, m.E.n. aber lange nicht so stark wie z.B. bei der McBaren Mixture. Das Aroma ist insgesamt so stark, daß der gesamte Schrank danach riecht und breits beim Öffnen des selben starke Zweifel an der Dichtheit der Dose aufkommen – aber der Schein trügt: die Dose schließt nicht schlechter als andere 50g-Runddosen auch. Insgesamt empfinde ich die Aromatisierung trotz ihrer Stärke als sehr angenehm und natürlich; sowohl von der Vanille-Note, als auch vom Walnußaroma her, der Honigduft ist hier, für mein Empfinden, nur eine der Komponenten.
Das Stopfen ist problemlos und einfach, das Entzünden ist mit zwei mal Flammen erledigt. Und nun kommt das, was mich schon beim ersten Pröbchen breit grinsen ließ: ein unglaublich weiches und volles Aroma, welches zu Anfang noch etwas mehr von der Vanille hat, dann aber, und bis zum Ende konstant, einen ganz leicht säuerlichen Unterton bekommt, der mit den anderen Aromen von Walnuß, Vanille und Honig, wie auch durchaus schmeckbaren Tabakaromen perfekt hamoniert – diese ganz leichte Säure finde ich auch immer beim Rattrays Charles Mixture, einem meiner Lieblingsaromaten. Zum einen empfinde ich die Honignote lange nicht so stark wie Kurt in seinem Review, zum anderen ist der Tabak eben nicht nur einfach süß, sondern zusammen mit der ganz leichten Säure wunderbar stimmig „komponiert“. Die Aromatisierung entspricht dem Geruch des Tabaks in der Dose, jedoch schmeckt man auch Tabak. Diese für mich wunderbare Melange bleibt bis zum Ende erhalten, im letzten Viertel wird der Tabak, dessen Stärke ich als „leicht“ einstufe, ein wenig kräftiger. Nach einem tadellosen Abbrand und für einen solchen Aromaten geringen Kondensataufkommen bleibt mittelgraue, feine Asche zurück. Auch ein Nachfeuern nach unbeabsichtigtem Erlöschen der Pfeife (eine Stunde ungestörtes Rauchen, wenn insbes. noch „jüngere“ Familenmitglieder anwesend sind, ist eben selten möglich) schadet dem Aroma kaum, unmittelbar nach dem Wiederentzünden kommt eine leichte Bitternis durch, die aber gleich wieder verschwindet. Mir sind bei diesem Tabak noch ein paar Dinge aufgefallen, er hat mich in mehrfacher Hinsicht überrascht: es ist der tatsächlich zungenmildeste Aromat, der mir je untergekommen ist (evtl. von der US-Version Captain Black mal abgesehen), und dies auch bei heftigem Ziehen (klar, er entfaltet natürlich nur lansam geraucht sein volles Spektrum, was ja aber allgemein für Pfeifentabak gilt). Und es ist der am langsamsten abbrennende Tabak, der mir in normaler Schnittart je in die Pfeife gekommen ist – für eine eher kleine Füllung (2cm Durchmesser und 3,5cm Tiefe des Kopfes) brauche ich schon eine gute Stunde, ohne bewußt langsam zu rauchen.
Die Raumnote wird sowohl von mir wie auch der Umwelt als sehr angenehm empfunden, hier spielt sich die Walnuß weit stärker in den Vordergrund, als im Geschmack.
Mein Fazit:
für Süßraucher eine unwiderstehliche Versuchung; für Raucher, die aromatisierten Mischungen nicht grundsätzlich abgeneigt sind: unbedingt probieren! Für Anfänger: wegen der sehr gutmütigen Abbrandeigenschaften geeignet (wenn man nicht erst mal in die naturbelassene Richtung „reinschnuppern“ möchte). Und für Latakianer und Naturliebhaber: lieber die Finger davon lassen...
Mein Urteil: Daumen weit nach oben! Sofort in den Top 3 meiner Aromatabake gelandet...
(12.02.2009)