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De Luxe Navy Rolls

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Dunhill De Luxe Navy Rolls

(Pfeifentabak)

Markenname:Dunhill
Hersteller:Dunhill
Mischung:Virginia, Perique
Schnittbreite:Curleys
Typ:naturbelassen
Stärke:medium
Verpackung:50 Gramm Runddose
Preis:10,75 Euro

Ingo Gebert

Von den Navy Rolls de Luxe habe ich in bestimmten Postings bei DAFT Positives gelesen. Außerdem ist der Tabak eine naturbelassene Virginia und Perique Mischung, von diesen Mischungen bin ich persönlich ganz angetan.
Nach dem Öffnen der Tabaksdose konnte ich nur einen tabakechten Duft, gepaart mit dezenter Süße wahrnehmen. Ein Casing oder Flavouring wurde bei diesem Tabak nicht durchgeführt.
Ich habe die Curlies, die IMO doch ziemlich groß sind, mit meinen Händen zerkleinert, und dann ab in die Pfeife. Beim Anzünden zeigt sich der Tabak doch schon ziemlich widerspenstig, auch musste bei diesem Tabak öfters nachgefeuert werden. Seine Brandeigenschaften haben mich jedenfalls nicht überzeugt. Der Geschmack ist tabakecht, und die Süße von Virginia und Perique ergänzen sich gut. Der Geschmack bleibt bis zum Ende der Pfeife erhalten. Er zeigt keine besondere Abwechslung, und auch einen Schuss Würze habe ich bei diesem Tabak vermisst, wie ich ihn bei anderen Virginia und Perique Mischungen habe.

Fazit:
Daumen waagrecht, sicher ist dieser Tabak qualitativ hochwertig, aber vor Begeisterung bin ich nicht gerade vom Hocker gefallen. Die Virginia und Perique "Elisabethan Mixture" aus dem gleichen Hause bevorzuge ich eindeutig.

(13.09.2001)

Hinweis F. Nicolai: die Navy Rolls sind der legitime Nachfolger des Escudo Navy de luxe.


Detlev Büscher

Das Erscheinen dieses Tabaks auf dem deutschen Markt wurde sicher von manchem Tabakkenner freudig begrüßt. Immerhin sollten die Navy Rolls das Erbe des berühmten "Escudo" antreten, der hierzulande schon länger nicht mehr erhältlich war. Auch die Tatsache, dass der Tabak unter dem Dunhill Label erschien, deutete darauf hin, dass gewisse Qualitätsmaßstäbe sicher eingehalten würden. Die Dunhills spielen preislich zwar in der oberen Liga, doch üblicherweise sind sie ihren Preis auch wert.

Rein äußerlich sind die Navy Rolls dem Escudo ziemlich ähnlich. Die recht grossen Tabakscheiben, mittelbraun mit hellen Sprenkeln, sind kreisförmig, etwas übereinander liegend in der Dose angeordnet, die auch von der Größe her an die Escudo Dose erinnert. Direkt nach dem ersten Öffnen hat der Tabak auch diese charakteristische Duftnote, die auf die Verwendung von Perique hinweist. Wie üblich, verfliegt dieser auf manchen befremdlich wirkende Geruch innerhalb der nächsten 24 Stunden. Übrig bleibt ein schwaches, nicht sonderlich interessant wirkendes Virginiaaroma.

Man kann die Curlies stopfen in dem man z.B. zwei Scheiben übereinanderlegt, in der Mitte knickt und in den Pfeifenkopf hineindreht, oder in dem man sie zwischen den Fingern zu einer lockeren Kugel rollt und so eine Ready-Rubbed-Variante erhält. Der Abbrand ist in beiden Fällen vorbildlich. Eine gewisse Rauchtechnik vorausgesetzt, läßt sich die Füllung mit einem einzigen Streichholz anzünden und ohne Verlöschen bis auf einen hellgrauen Ascherest abrauchen. Den Escudo habe ich da ein wenig problematischer in Erinnerung.

Der Tabak glimmt also gemütlich vor sich hin und schmeckt... - nach Qualm. Nichtssagender, langweiliger Rauch, ein wenig charakterlos süß, keine erwähnenswerte Tabakwürze. Nichts von dem, was das Pfeifenrauchen eigentlich so interessant macht. Ich hatte die Navy Rolls in meinen zwei bestschmeckenden Virginiapfeifen. Pfeifen, die üblicherweise auch eine graue (Tabak-)Maus im besten Licht erscheinen lassen, und die mir mit einem guten Virginia schon unvergessliche Stunden schenkten. Doch bei diesen Navy Rolls scheint alle Mühe vergeblich. Selbst als erste Pfeife des Tages nach einem leichten Frühstück, in völliger Konzentration und mit der nötigen Ruhe geraucht, stellt man fest, dass Pfeiferauchen manchmal auch ganz schön öde sein kann. Selbstverständlich habe ich den Tabak sowohl mit als auch ohne Kohlefilter getestet. Doch überzeugen konnte er in keinem Fall.

Ich möchte gerne glauben, dass meine Dose aus einer "schlechten" Charge stammte. Immerhin gibt es ja wohl den einen oder anderen, der diesen Tabak ganz gerne(?) raucht. Doch ein weiterer Test mit einer neuen Dose scheidet für mich vorerst aus. Dafür ist mir das Geld und die Zeit, die man zum Rauchen benötigt, zu schade. Mit dem mir bekannten A&CP Escudo haben die Navy Rolls ausser der Optik und der Verwendung von Perique nichts gemeinsam. Ich vermute, dass unter der Dunhill-Regie ein völlig anderer Virginia die Grundlage dieses Tabaks bildet.

Fazit:
Sogar geschenkt noch zu teuer.

(30.01.2003)


Adrian Schmidtke

Mit Erstaunen - um nicht zu sagen: Entsetzen - habe ich festgestellt, dass die traditionsreichen Curlies aus dem Hause Dunhill, die sich als legitimer Nachfolger des legendären Escudo verstehen, innerhalb des d.a.f.t.-Tabakbreviers nicht eine einzige positive Bewertung erhalten haben. Dem soll, nein, muss abgeholfen werden, denn dieser Tabak gehört meiner Meinung nach mit zum besten, was man derzeit (noch) auf dem deutschen Tabakmarkt bekommen kann.

Der Geruch aus der frisch geöffneten Dose ist sehr eigenwillig und wird eindeutig vom Perique dominiert, der sich in einer schweren, dumpfen Süße präsentiert, die mich sofort an Ketchup denken lässt. Dieser Geruch wird, lässt man den Tabak etwas lüften, zunehmend schwächer und macht Platz für einen dunklen Virginia-Duft, der an Vollkornbrot erinnert. Es empfiehlt sich dringend, dem DdLNR nach dem Öffnen einige Zeit im Glas oder noch besser in der Dose zu geben, tatsächlich wird dieser Tabak mit zunehmender Lagerung und Lüftung immer besser.

Über die Zubereitung dieser Curlies für die Pfeife ist innerhalb der Reviews über den Escudo und im ausführlichen Artikel Martin Steinthalers zum "Rolls-Royce unter den Tabaken" eigentlich schon alles gesagt worden. Ich zerreibe den DdLNR immer ganz; eine Scheibe reicht in einer Pfeife mit kleinem Kopf (Dunhill Gr. 2-3) für etwa 70 Minuten Rauchgenuss, womit auch schon auf das wesentliche hingewiesen wäre: dieser Tabak braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Ruhe, sonst schmeckt er grauenhaft.

Schenkt man im diese aber, so wird man mit dem leckersten belohnt, was es unter den VA-Perique-Zubereitungen (und da gibt es bekanntlich einiges!) zu rauchen gibt. Ich kenne kaum einen aus mehreren Sorten geblendeten Tabak, der so homogen und rund im Geschmack, wie der DdLNR ist. Geschmacklich bewegt sich dieser Tabak auf der Grenze zwischen lieblich und herb, wobei er weder das eine, noch das andere wirklich ist. Der Geschmack ist sehr kräftig (im Sinne von "herzhaft") und vollmundig, gleichzeitig ist der Rauch aber ungeheuer weich und zungenschonend. VA und Perqiue harmonieren hervorragend, keiner der beiden drängt sich geschmacklich in den Vordergrund. Andersherum kann ich aber auch nicht mit Bestimmtheit sagen, wie genau der VA allein schmeckt und wie der Perique. Ich würde tendenziell dazu neigen, den VA als eher leicht und hell, den Perique als sehr würzig, süß und schwer zu bezeichnen, kann mich da aber auch gewaltig irren. Gerade diese Homogenität und Ausgereiftheit in der Komposition macht für mich eine große Stärke des DdLNR aus. Für die Qualität des Tabaks spricht übrigens auch, dass der Geschmack zum Ende der Füllung sogar noch etwas besser, soll heissen: voller, kräftiger und würziger wird.

Vergleiche zu anderen Tabaken fallen mir sehr schwer, da dieser Tabak in der Tat einzigartig sein dürfte. Die Three Nuns fallen mir spontan ein, ebenfalls ein teurer (womit auch dieses Thema abgehakt wäre) VA-Perique-Curlie, der aber wesentlich süßer, blumiger und nicht zuletzt stärker im Gehalt und schärfer zur Zunge ist. Der DdLNR ist hingegen sehr natürlich, fast urig-naturbelassen und dennoch sehr elegant und komplex - man kann viele Füllungen damit vebringen, den feinen Nuancen nachzuspüren, die der Geschmack enthält.

Es ist viel darüber geschrieben worden, dass der DdLNR nicht so gut sei wie sein Vorgänger, der Escudo von Alfred & Christian Petersen und meilenweit entfernt vom legendären Cope Escudo wäre. Nach meiner Meinung ist er zumindest dem ACP Escudo, den ich kenne, sehr, sehr ähnlich - um nicht zu sagen: ebenbürtig. Nicht vergessen sollte man dabei allerdings, wie gut diesem Tabak die Lagerung bekommt. Meine These wäre, dass ein gereifter DdLNR einem frischen ACP gleichkommt - überprüfen lässt sich das freilich nicht, es gibt keinen frischen Escudo mehr.

Fazit:
Der DdLNR ist für mich, allen Unkenrufen zum Trotz, einer der "ganz großen" und bedingungslos empfehlenswert.

(08.10.2003)


Peter Meier

Dosentext: "Hand crafted from the world's finest tobaccos. A combination of the highest grade Virginia and Perique Tobaccos, specially selected with the utmost of care and hand blended by experts, results in this fine, cool smoking sensation."

Nun habe ich mir endlich den legendären Dunhill DLNR (ex-Escudo) gegönnt. Bislang habe ich eher einen respektvollen Bogen um diesen vermeintlich kompliziert zu rauchenden Edeltabak mit der langen Geschichte gemacht. Der Tabak ist Dauersieger der jährlichen daft-Tabakhitliste in der Sparte VA/ VA-Perique Blends.

Frisch aus der Dose riecht es geradewegs nach Ketchup (!), so meine spontane Assoziation, die hier schon von vielen Rauchern beschrieben wurde, dies verfliegt aber glücklicherweise nach einiger Zeit des Lüftens. Wohlwollend könnte man darin auch einen fruchtigen Pflaumenduft vom exklusiven Louisiana Perique erkennen, wirklich angenehm ist mir der Geruch aber nicht. Wenn der Niedergang der Periqueproduktion in den USA so weitergeht, hat sich dies in wenigen Jahren ohnehin erledigt.

Zum Gebrauch: Ich habe einfach anderthalb Riesencurlies in kleine Stücke gerissen und dann in meiner VA-Pfeife ausgelegt. Eine Escudo - Pseudowissenschaft sollte man daraus nicht machen. Die Pfeifengröße scheint mir auch nicht wesentlich, er schmeckt eigentlich immer.

Wenn erstmal ein gut glimmendes Asche-Tabakgemisch entstanden ist, läßt es sich problemlos rauchen und geniessen, die Glut hält sich auffällig lange. Der Geschmack ist einfach nur sehr guter Tabak pur, schwer zu beschreiben oder zu vergleichen mit anderen Sorten, muss man erleben. Anfänglich würzig kribbelnd dann nur noch weich und mild, nie bissig. Der Nikotingehalt ist schon wahrnehmbar aber noch gut verträglich (Stanwell AKF). Übrig bleibt nur helle pudrige Asche. Obwohl frisch aus der Dose, hinterläßt der Tabak nur wenig Kondensat in der Pfeife. Die Raumnote ist schwer von gutem Tabak. Der nach dem Rauchen bleibende Nachgeschmack ist mir aber ziemlich widerlich, kenne ich so leider schon von Dunhills Elisabeth Mix (ebenfalls mit Perique).

Weitere Reviews dieses Tabaks gibt es auch noch unter Petersen: Escudo, dem letzten dänischen Hersteller vor der Übernahme durch den übermächtigen Konkurrenten Orlik, der den Tabak seit 2000 unter der prestigeträchtigeren Dunhill-Marke (joint-venture mit BAT) weiter produziert. Der Dunhill-Preiszuschlag ist dabei sehr erheblich, dafür hat man die Garantie ein gutes Quantum Perique in Verbindung mit hochwertigem Virginia tatsächlich zu erleben.

Mein Fazit:
Jeder der periquehaltigen Tabak mag sollte diese Legende mal probieren, auch wenn es nur zum Abhaken ist. Falscher Respekt vor diesem vermeintlich "komplizierten" Tabak ist dabei nicht nötig.
Aufgrund des unangenehmen Nachgeschmacks erreicht der Tabak bei mir nicht die absolute Spitzenklasse, aber er ist ein hervorragender Tabak.

(24.03.2004)


Martin Schaub

Um eines kurz vorweg zu nehmen es ist mein absoluter Lieblingstabak. Auch an die ganzen Tabakfeinde und Flamer die leider mittlerweile ihren Weg sogar ins Usenet gefunden haben: Ich für meinen Teil habe von 100 auf 0 aufgehört mit dem rauchen sowohl Pfeife als auch Zigaretten um zu sehen was dran ist, nun ich habe für mich entschieden das ich auf Zigaretten sehr wohl verzichten kann nicht jedoch möchte ich meinen absoluten Lieblingstabak missen. Ja ein Jahr lang war ich Abstinent bis es mir einfach zu dumm wurde wegen den militanten Nichtrauchern ein Stück meiner Lebenseinstellung aufzugeben. Ob Gesund oder nicht ein jeder mag für sich entscheiden wie er zu Leben hat - selbst Nichraucher die mich umgeben wollen gerne wissen was für ein Kraut ich in meiner Pfeife verkonsumiere, denn schlecht rieche es ja nicht.

Zu dem Tabak: Er wird in einer 50g Runddose verkauft und enthält feinen dunkelbraunen zu Curley geschnittenen Stangtabak, mein erster Eindruck von diesem Tabak war schlicht - der ist zu feucht.

Da ich es allerdings nicht erwarten konnte stopfte ich meine Pfeife direkt aus der Dose und war überrascht das er trotz der recht hohen Feuchte recht problemlos herunterbrannte, leider fand ich trotz dessen das ich den Tabak ohne Filter rauchte nicht, das schon in vorher beschriebenen Reviews erwähnte Aroma wieder. Also ließ ich die Dose ein paar Stunden offen stehen - auf das sich etwas von der Feuchtigkeit verflüchtigen konnte. Anzumerken ist noch das ich die Duftnote des Tabaks an sich nie mit Ketchup assoziieren konnte sondern eher Richtung Zitrusfrucht gen Heu empfunden habe. So entfeuchtet und schön zwischen den Händen zerrieben läßt sich der Tabak schoen in die Pfeife einbringen. Ich habe zwar schon des öfteren davon gelesen den Tabak nur aufzulockern oder gar in ganzen Curleys zu verkonsumieren aber die Aufreibmethode kann ich jedem nur ans Herz legen - denn den Tabak als ganzes zu rauchen übersteigt meine bescheidenen Fähigkeiten bisher - des weitern kann ich mich nicht sehr ausgiebig dazu äußern, denn ich rauchte den Tabak dadurch stets zu heiss oder er wollte aufgrund der feuchte irgendwann nicht mehr in brand gesteckt werden. Aufgerieben brennt der Tabak sehr ergiebig und langsam herunter - ein ausgehen verzeiht der Tabak allemal und schmeckt auch nach mehrfachem Anzünden problemlos weiter. Was der Tabak ganz und gar nicht mag ist wie viele andere gute Flakes und Naturbelassene Tabake - heissrauchen.
Dieser Tabak verliert rapide an seinem ureigenen Geschmack und schmeckt am Ende nurnoch nach -pfuibah-.
Er schmeckt hmm rauchig und die Virginiasueße passt sich hervorragend in den Gesamteindruck ein, dieser Tabak wurde mir persönlich noch nie langweilig und ist seit Jahren fester Bestandteil meiner Tabakbar.
Der Nikotingehalt ist nicht zu leugnen, aber er wird einem auch nicht zu einer Karusellfahrt verhelfen.
Aufgerieben läßt sich der Tabak sehr gut in allen gängigen Kopfbohrungen rauchen wobei ich der Ansicht bin das er in Pfeifen mit entweder Tiefer- oder Weiter Bohrung besonders gut zur Geltung kommt. Wenn man etwas besonderes möchte ist man bei diesem Tabak genau richtig er taugt aber auch zu einem Feierabend Allday smoke nur zu wenig beachtung sollte man ihm nicht schenken dafür ist das Erlebnis einfach zu schade.
Die Raumnote ist - schwerer Tabak ein wenig süß vielleicht - ein anderer Pfeifenraucher meint lapidat zu meinem Tabak: Nichts was man von einem Pfeifenraucher sonst gewohnt ist - gut der Mann verkonsumierte aromatisierten Tabak aber dennoch konnte er sich dem Zauber nicht entziehen.
Filter aller Art nehmen dem Tabak einen großen Teil seines Geschmacks, wenn man schon Filter verwenden möchte sollte man es meiner Ansicht nach einmal mit Balsa Filtern versuchen.
Ja damit habe ich auch angefangen bei diesem Tabak - benötige ich aber nicht mehr mit der Zeit lernt man diesen Tabak einfach so zu rauchen - es ist nur eine Sache der Übung und des Willens.
AKF-Raucher werden von diesem Tabak glaube ich nicht sonderlich angetan sein. Sollte man auch als Novize einmal probieren auch wenn dieser Tabak mitunter ein wenig Lehrgeld kosten wird :-)

Fazit:
Ich habe bisher schon viele Flakes und andere hervorragende Tabake probiert - keiner kam an diesen Tabak heran.

(16.12.2007)


Dirk Schimowsky

Dunhill de Luxe Navy Rolls (eingelagert 03/2000)

Kurzbewertung:1 (sehr gut)
Zungenfreundlichkeit:zungenfreundlich, kaum Kribbeln auf der Zunge(vom Virginia)
Abbrandeigenschaften:problemlos
Kondensatbildung:gering (oFi)
Aromabeständigkeit:zum Schluss hin blieb das Aroma gleich
Schnittqualität:sehr gleichmässiger Schnitt.
Stopfbarkeit:Lässt sich sehr einfach stopfen
Feuchtigkeit:sehr gut
Anzünden:einfach
Vergleichstabake:Escudo, wobei ich immer noch meine, es ist der gleiche Tabak

Herstellertext:
(von Dan Pipe, da keine Dunhill Tabak Homepage gefunden) Ein Tabak der Spitzenklasse, wie ihn „eingefleischte" Flakefreunde mit der Vorliebe für den echten Tabakgeschmack stets zu schätzen wissen.
Ein Spun Cut aus feinsten Virginia Grades mit einer guten Prise vom aromatischen Louisiana Perique.
In große Scheiben aufgeschnitten - ein großartiger, wirklich „runder" und weicher Genuß.

Beschreibung des Tabakbildes:
In der 50gr. Dose sind die einzelnen "Escudos" im Rundell geschichtet. Der Duft beim öffnen der Dose ist fruchtig nach Pflaume (vom Perique). Die einzelnen Rolls sind dunkel Braun mit hellen Sprenkeln.

Das Stopfen:
Ich rubbel einen "Escudo" einfach und unpragmatisch auf. Dieser wird dann wie eine Mixture gestopft.

Das Anzünden:
Der Tabak quillt leicht auf, wird mit dem Stopfer leicht zurückgedrückt und anschliessend nochmals entzündet. Dies klappt auch beim DDLNR problemlos.

Raucheigenschaften:
Eigentlich fällt mir wieder nur das Wort "problemlos" bei den Eigenschaften ein. Er muss nicht zu oft nachgezündet werden und entwickelt auch wenig Kondensat.

Raumnote:
Die Raumnote beurteile ich eher neutral bis süsslich, wie bei den meisten Virginias. Nicht unangenehm für Anwesende.

Gesamtbewertung:
Obwohl dieser Tabak schon frisch etwas Besonderes ist, gewinnt er durch die 10 Jahre lange Lagerung unglaublich dazu. Änliche Effekte soll ja das Backen bringen, jedoch spielt bei der Lagerung ja auch die Wartezeit (in meinem Fall 10 Jahre) eine nicht unerhebliche Rolle. Wenn man 10 Jahre auf einen Genuss wartet, dann ist das schon als solches etwas ganz Besonderes.

Im Gegensatz zum frischen DDLNR/Escudo sind die einzelnen Rolls nicht mehr hellbraun, sondern im Laufe der Jahre sehr gedunkelt. Der pflaumige Geruch ist allerdings geblieben. Der Tabak erinnert im Geschmack zwar an den frischen, jedoch sind die "Virginiaspitzen" (also diese leichte Kribbeln auf der Zunge) gänzlich verschwunden. Der fruchtige Perique wird umschmeichelt von der Süsse eines alten Virginia Tabaks. Einfach lecker. Der Preis ist auch relativ konstant geblieben. Kostet die Dose heute 12€ ist der Aufpreis zu den 20DM von früher eher harmlos. Der Genuss ist allerdings unbeschreiblich. Ein Schatz.

Sollte die Pfeife einmal aus gehen, ist das wiederholte Anzünden gar kein Problem. Gegen Ende bekommt er etwas mehr Kraft, dies kann aber auch daran liegen, dass gegen Ende der Tabak einfach ein wenig Kondensat enthält.

Ich kann nur jedem Empfehlen, dies einmal selber zu probieren. Vielleicht sollte man mehr als eine Dose einlagern, so dass man auch mal einen 5jährigen probieren kann. Ich werde mir auf jeden Fall dieses Jahr wieder ein paar Dosen bestellen und diese in meinem Keller verstauben lassen.

(21.09.2010)


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