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DTM Devil´s Holiday
(Pfeifentabak)
| Markenname: | DTM |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Black Cavendish, Virginia |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | ultra-leicht |
| Verpackung: | 100 g Hochdose |
| Preis: | 12.30 Euro |
Frank Kalinowski
Als überzeugter Warmduscher und Süßpanscher öffnete ich die gut verschlossene 100g Hochdose, die Nasenflügel in Erwartung eines lieblich süßen Tabakduftes weit gebläht, in unmittelbarer Nähe derselben, nur um fast schon erschrocken zurückzuweichen.
Explosionsartig verteilt sich der Duft von Cassis (frz.) = schwarze Johannisbeere) im Raum, der auch noch mehrere Meter von dem Tabak deutlich zu erkennen ist. Meine Befürchtung, man hätte mir nur eine Dose mit dem Flavour geschickt und den Tabak irgendwie vergessen, bestätigte sich glücklicherweise nicht, er war da und versetzte mich direkt ein zweites mal in Erstaunen: Der Tabak ist so feucht, das er sich anfühlt als hätte man Torf in den Händen. Ähnliches kannte ich bisher nur von Wasserpfeifentabak.
Etwas entmutigt suchte ich mir eine alte, inaktive Pfeife und stopfte sie zu einem Drittel, mehr traute ich mir einfach nicht zu. Um es kurz zu machen, ich wurde wieder überrascht, der Tabak brannte willig und gleichmäßig und meine Fehlversuche ihn am Ende wieder anzuzünden kamen nicht von einem nassen Tabakpfropfen, sondern von der Tatsache, dass er bis auf den letzten Krümel verbrannt war. Mittlerweile, sind dieser ersten, vorsichtigen Füllung etliche weitere gefolgt und haben mich wirklich überzeugt. Devil`s Holiday lässt sich problemlos Stopfen, die kursfaserigen Tabakstücke werden einfach in die Pfeife geschüttet, zweimal leicht (!) andrücken und wieder auffüllen - fertig. Sein Brandverhalten ist vorbildlich, bei 3g in 70-80 Min geraucht ist die Pfeife genauso trocken wie vorher, raucht man etwas schneller kann es gegen Ende zu minimaler Kondensatbildung kommen.
Nun aber zum Wichtigstem: Der Geschmack. Wonach schmeckt ein Tabak, den man ohne Probleme auch als Potpurri verkaufen könnte? Devil´s Holiday lässt sich da nicht so genau katalogisieren. Würde ich schreiben das das Cassisaroma gänzlich im Hintergrund bleibt, wäre das genauso falsch wie die Aussage es dränge sich in den Vordergrund. Dem Raucher erschließt sich zunächst einmal die Süße eines sehr zuckerreichen, naturbelassenen Virginias, dem jedoch durch das Cavendishverfahren jegliche Schärfe genommen wurde. Durch die Aromatisierung kommt noch ein süßlich-fruchtiger Unterton hinzu, der sich aber optimal mit dem Tabakaroma verbindet und keinesfalls als störend empfunden wird. Diesen Level kann er über die gesamte Füllung halten, Einteilungen in Drittelabschnitte sind nicht möglich, am Ende bleibt nur feine, weiße Asche zurück. Die Raumnote hat meiner BH ein «Hmmm, lecker!» abgerungen und das ohne das sie wusste das ich einen neuen Tabak ausprobiere und einen solchen Kommentar erwartete :-)
Fazit:
Der Devil´s Holiday ist ein Tabak ohne Fehl und Tadel mit dem man Pfeifen, Mitmenschen und Raucher unter einen Hut bekommen kann, was ihn meiner Meinung nach zum perfekten "All day" macht. Einigen Rauchern wird der Geschmack zu beliebig, weil einfach nur süß, sein. Möglicherweise ist er den Filterrauchern auch zu leicht, das kann ich aber nicht beurteilen. Ich für meinen Teil überlege ernsthaft meinen geliebten Castello optimo auf Platz zwei zu verweisen und er war immerhin über fünf Jahre lang die unangefochtene Nr. 1!!
(30.10.2001)
Frank Navissi
Ich bin ja eigentlich nicht als großer Freund stark aromatisierter Mixturen bekannt. Ganz im Gegenteil. Und doch möchte ich heute für einen Hocharomaten die Lanze brechen.
Den Devils Holiday hätte ich ganz sicher nicht gekauft, wenn ich nur den Dan Pipe'schen Werbetext gekannt hätte:
"Rabenschwarz mußte dieser Tabak sein und geheimnisvoll. Von Zutaten wie Tollkirsche und Hexenwurz haben wir ihn [den Tabakmischer] dann doch abbringen können, statt dessen wurden Aromen süß-fruchtiger Waldbeeren, mit Zaubersprüchen versehen, zur Mitternacht bei Neumond in den Tabak gegeben.
Das Ergebnis: Sanft, süffig und extra lecker... einfach teuflisch gut!"
Die Stichworte: "Aromen süß-fruchtiger Waldbeeren" sind für mich eher ein Ausschlusskriterium; eine sozusagen Anti-Werbung; denn um solcherart angepriesene Süßigkeiten mache ich für gewöhnlich großen Bögen. Jedoch... jedoch wurde mir dieser Tabak von einem guten Freund empfohlen auf dessen Geschmacksnerven ich mich bisher immer verlassen konnte. Und auch wenn die bisherigen Empfehlungen immer in eine ganz andere Richtung wiesen; selbst diese Süßspeise ist hervorragend.
Als ich die Dose öffnete fühlte ich mich sofort in das schöne Haus in Lauenburg versetzt: wenn man dort die Tür öffnet... so riecht der Tabak. Auch wenn bei DTM die Vanille-Aromen vorherrschen; diese fruchtigen Anteile nach Himbeere, Kirsche und allen anderen Beeren, die Bestandteil der roten Grütze sind, beherrschen den Geruch des unangezündeten Tabaks.
(Und wie Frank K. in seinem Review schon schreibt: wenn man die Dose öffnet, riecht das ganze Zimmer danach. Ich habe die Tabaksdose oft nur geöffnet, um daran zu riechen.)
Das Tabakbild ist ein Potpourri verschiedener Brautöne; von hellgelbem Virgina bis zu schwarzen BC-Stücken ist alles vertreten in dieser Mischung. Alles ist relativ klein geschnitten so dass das Stopfen leicht von der Hand geht.
Bei den ersten Zügen ist die Aromatisierung fast zu kräftig. Doch wenn der Tabak dann ruhig glimmt, wird das Aroma ein Bestandteil des Tabakgeschmackes. Was mir am "Wappen von Hamburg" immer so gefallen hat, dass neben der (um einiges dezenteren) Aromatisierung auch noch der Tabak herauszuschmecken ist; auch beim Devils Holiday ist das den DTM-Mischern gut gelungen. Und das finde ich erstaunlich; ist doch die Aromatisierung wirklich kräftig.
Was den Tabak aber vor allem auszeichnet: das Aroma bliebt bis zum letzten Zug erhalten. Anders als viele Tabake, die zum Ende hin nur noch den Geschmack von Rauchpappe bieten bleibt das Aroma bei diesem hier konstant erhalten. Aus gut unterrichteter Quelle wurde mir das Geheimnis dessen zugeflüstert: im Devils Holiday ist kein Vanillearoma enthalten.
Das läßt den Geschmack bis zum Ende hin konstant bleiben. (Ein weiteres gutes Beispiel dafür sind der - ebenfalls recht neue - Broder Petersen und vielmehr noch der Holmer Knudsen-Tabak.)
Die Raumnote ist erstaunlich weniger fruchtig als es der Raucher vermuten mag. Kaum aufdringlich - was ich oft bei Hocharomaten hören muss - und aber auch nicht zu rauchig (wie ich oft beim Genuss meiner Virginia-Flakes hören muss); ein echtes Highlight.
Fazit:
Mit dem Devils Holiday ist DTM meiner Meinung nach ein großer Wurf gelungen. Ein Tabak, der jeden Aromaraucher erfreuen muss! Bei unserer Berliner Stammtisch Runde wurde der Tabak ebenfalls von Jedem gelobt, der ihn versuchte.
Wenn mir nach Süß ist, dann nach dem Teufel. Er hat in meiner persönlichen Bestenliste dem Wappen von Hamburg definitiv den Rang abgelaufen.
(18.02.2009)
WDr
Die Berichte über den o.a. Tabak haben mir den Mund wässerig gemacht. Dose bei den netten Leuten in Lauenburg bestellt. Zwei Tage später: Dose auf dem Schreibtisch geöffnet. Ich erwartete den Geist, der dem Tabak entsteigen und sich im Zimmer verbreiten sollte. Mein Arbeitszimmer gefiel ihm wohl nicht oder er war noch müde von der kurzen Reise durch den Winter.
Tabak sah so aus, wie von den Freunden beschrieben. Frische Pfeife sorgsam gefüllt. Feuer! Mein Zimmer roch nicht nach Bonbonladen o. ä. Der Teufe kam auch am Ende immer noch nicht aus den Feuer, er brannte trocken ohne Murren und nicht einmal auf der Zungen. Der Teufel konnte mich nicht überzeugen, als Heide habe ich schon Kraut erlebt, dass mir mehr zusagte. Aber das ist reine Geschmacksache. Tabak ist im Preis sehr okay und wird auch nun verbrannt. Aber ganz langsam und nur bei Gelegenheiten. Der Vogel aus Kentucky fliegt bei uns öfter durch das Haus und muss keine Angst haben!
(12.02.2010)