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Keistler Eigenmischung No. 80
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Kohlhaase & Kopp |
| Mischung: | Virginia, Zyprischer Latakia |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 100 g Runddose |
Björn Hollensteiner
Die Probe No. 1 ist eine Mixture. Der schon im Briefkasten deutliche Geruch offenbart sofort eine Latakiaanteil im zweistelligen Prozentbereich. Auf weißem Papier ausgebreitet finden sich drei verschiedene Grundtöne. Da ist einmal ein recht heller Blattanteil, vermutlich Virginia. Dann ein mittelbrauner, vermutlich entweder Virginia oder Orient.
Als letztes findet sich dann ein dunkelbrauner bis schwarzer Anteil, der aus offenem Blattgut und sehr fein aufgerubbeltem Flake besteht. Also handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Latakia und Black Cavendish. Der Tabak ist fein geschnitten, wie man es von typischen traditionellen Latakiamischungen kennt. Sein Geruch ist sehr vom Latakia dominiert, eine hintergründige Süße ist auch darin. Red Rapparee kann es nicht sein, dieser enthält auch Ready Rubbed Virginia- Anteile, und riecht erheblich weicher. Strünke habe ich in meiner Probe nicht gefunden.
Ich habe aus der reichlich bemessenen Probe vier Füllungen hinbekommen, die entweder aus der Kallenberg Billiard oder aus der L. Wood Billiard mit Filter geraucht wurden.
Im Rauch dominiert anfangs eine schon fast penetrant metallisch schmeckende Latakia-Orient-Note, die allenfalls von etwas Süße untermalt wird. Die würzige weiche Süße, die ich so am Red Rapparee schätze, ist hier nicht zu schmecken.
Der Tabak ist geradlinig, nicht unkräftig und auch nicht von schlechter Qualität. Er brennt willig an und erzeugt wenig Kondensat. Im Verlaufe der Füllung bleibt die starke Latakianote eindeutig erhalten. Der mir etwas unangenehme metallischen Geschmack im Mund und in der Nase bleibt erhalten. Der Tabakrauch gewinnt nur noch gering an Volumen und Tiefe hinzu, eine dezent nussige Komponente vermeine ich fast unterschwellig auch noch zu riechen, könnte aber auch Crossover vom Red Rapparee sein. Übrig bleibt bei weiterhin kondensatarmem Abbrand etwas weißgraue Asche.
Fazit:
Ein durchaus qualitativ nicht schlechter Tabak, dessen Latakianateil mir aber deutlich zu hoch ist, bzw. dessen weiteren Anteile zu wenig im Geschmack durchkommen. Dies macht den Tabak etwas einseitig. Ich würde ihn nicht nachkaufen. Was es sein könnte? Vielleicht eine Dan Pipe Latakiamischung vom Formate eines Bill Bailey Balkan Blend? Oder Timm London Blend 1000? Oder ein mir noch nicht bekannter Aylesbury? Ich weiß es nicht, dazu sind meine Erfahrungen noch zu gering.
Elena Ramos
Erscheinungsbild: Ziemlich ausgewogen, etwa gleichgroße Anteile an hellen, braunen und schwarzen Tabakanteilen, Tippe auf : Virginia, BC Der Geruch ist von einer süßlichen Note bestimmt.
Das Stopfen und Anzünden geht problemlos, nach dem zweiten Anzünden glimmt der Tabak gleichmäßig bis zum Ende. Bei den ersten Zügen musste ich allerdings schon genau auf die Rauchentwicklung schauen um das festzustellen, da ich kein, bzw. kaum Aroma wahrnehmen konnte. Nach ca. 2 Minuten, erinnert mich der Geschmack dann allerdings an eine sehr, sehr leichte Füllung EMP. Obwohl es glaube ich in der Ankündigung hieß, dass kein Latakia in den Proben sei (korrigiere wenn ich mich irren sollte), kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass doch eine Spur darin zu finden ist. Der Geschmack ändert sich während der Ganzen Füllung nicht und bleibt konstant bis zum Ende. Kein stottern, Kondensat bildet sich kaum, allerdings muss ich sagen, dass ich mit Filter geraucht habe. Der Tabak brennt vollständig herunter, so dass nur ein Häufchen hellgraue Asche zurückbleibt.
Fazit:
Eine Tabakmischung ohne Höhen und Tiefen, keine besonderen Geschmacklichen Überraschungen, für mich eine leichtere Version des EMP, die sich vielleicht mal zwischen Tür und Angel rauchen lässt oder zu später Abendstunde, hätte ich mir eine Dose gekauft, würd ich's wahrscheinlich nicht wiederholen.
Frank Nicolai
Die Probe 1 habe ich anfangs mit ein wenig Skepsis betrachtet. Immerhin war mein letzter Blindtest eines Engländers - nun ja - sagen wir: erstaunlich;-)
Das Tabakbild variiert von hellem Braun zu Schwarz. Der Geruch verleugnet nicht den Latakiaanteil. Ich meine neben dem Virginia und Latakia auch etwas BC und Burley zu erkennen. Die typischen gründlich- gelben Orientanteile sind in geringen Mengen offensichtlich auch vorhanden.
Aufgrund des kurzen Schnitts lässt sich der Tabak gut und einfach stopfen und entzünden. Von Anfang an entwickelt sich ein hervorragender und runder Geschmack. Mir kommt der Tabak nicht sehr stark vor, trotzdem ist er vollmundig. Neben dem rauchigen Geschmack des Latakias gefällt eine wunderbare Süße, die sich im laufe des Rauchens entwickelt, ohne jedoch auch nur den Anschein des Künstlichen zu bekommen. Zum Ende hin wird der Tabak etwas kräftiger. Beim filterlosen Rauchen muss nun auch der Reiniger ein paar mal bemüht werden. Ich habe es leider nicht geschafft, den Tabak bis zum letzten Krümel aufzurauchen; zu feucht waren die Reste in der Pfeife um noch Genuss zu verschaffen.
Bis auf diesen kleinen Kritikpunkt ist der Tabak aber recht angenehm zu rauchen. Erstaunlich ist die Raumnote. Dritte berichteten mir, dass die Raumnote viel weniger nach Engländer riecht als der Tabak selbst.
Fazit:
Dieses Kraut würde ich gern noch ein paar mal öfter rauchen um mir ein Urteil zu bilden. Denn ich denke, dass man die starke Kondensatbildung am Ende auch noch bei ein bissel Übung in den Griff bekommt.
(13.02.2001)
Jörg Lehmann
Kalle hat zum Blind-Test eingeladen und mit der für Ihn typischen Pünktlichkeit kamen zwei Proben hier an. Zunächst dachte ich, Karl-Heinz hatte mir die Proben von Björns Blind-Test geschickt, denn auch hier stehen sich ein Flake und ein Latakia-Mixture gegenüber:
Aussehen: Eine Mixture, die etwa 50:50 aus hellen, braunen und fast schwarzen Tabaken besteht. Schnittbreite ca. 1,5 mm. Der Tabak ist kurzfaserig.
Geruch: Kräftig, ausgeprägte, aber keineswegs drastische Latakia-Note, zudem noch etwas süßliches und etwas, was mich an "olle Männer" erinnert, wenn jemand weiß, was ich damit meine.
Handling: Der Tabak hat eine vernünftige Feuchte, lässt sich problemlos Stopfen, anzünden und am Glimmen halten. Er bedarf keiner besonderen Aufmerksankeit. Er ist recht ergiebig, von der Probe habe ich vier Dunnies (5) gut füllen können. Er brennt sauber ab, übrig bleibt ein wenig graue, lockere Aschen. Keine nennenswerten Rückstände. Kein Gesotter!
Geschmack und Raumnote: Für den nur Gelegenheitslatakianer dominiert natürlich die Latakia-Note. Der Tabak ist dabei aber recht mild im Geschmack, zeigt aber deutliche pharamkologische Wirkungen: Keine early-morning Tabak. Dennoch ist der Gesamteindruck warm und nicht kratzig. Ein ehrlicher Tabak!
Tipp: Paul Olsen Kopenhagen
Klaus Komischke
Latakia, VA, Orient?, Perique? verschieden verschieden englische Mixture keine Aromatisierung englisch medium
Schon beim Eintreffen des Briefumschlags ergab eine flüchtige olfaktorische Prüfung: Latakia!
Also erst einmal die beiden Probenbeutel separiert um einen Aroma-Crossover zu verhindern.
Die Geruchsprobe am Tabak ergab dann allerdings nur einen leichteren Latakiaanteil. Sowohl vom Geruch als auch vom Mischungsspiegel konnte ich nur noch ein paar helle Virginiastreifen positiv identifizieren. Vermutlich ist auch noch Orient enthalten.
Das Tabakbild präsentiert sich als typische englische Mischung allerdings weitaus heller als es Mischungen mit hohem Latakiaanteil sind.
Wie bei solchen Mischungen üblich, braucht man über das Stopfen keine Worte zu verlieren. Rein in die Pfeife nachdrücken und fertich. Einmal anzünden und der Tabak glimmt und das tut er auch ohne Nachfeuern bis zum Ende nur noch ein weißes Aschehäufchen in der Pfeife ist.
Geschmacklich ist es ein angenehmer Tabak, der zwar seinen Latakiaanteil nicht verleugnen kann es schwingt aber auch noch eine Virginiasüße mit, die bei nur leichtem Ziehen mehr in den Vordergrund tritt. Bedingt durch den Virginia ist die Weichheit des Latakia nicht so ausgeprägt, die herbe und Süße des Virginias spielt hier eine gleichwertige Rolle.
Die stärke des Tabaks würde ich als medium bezeichnen. der Nikotingehalt ist doch eher niedrig.
Fazit:
Eine problemlose Englische Mischung mit nur mäßigem Latakiagehalt der dem Virginia Raum zur Entfaltung lässt. Auch für den Umsteiger empfehlenswert.
Identifizieren konnte ich den Tabak leider nicht, da mir in diesem Bereich einfach die Erfahrung fehlt.
Rolf Hollmann
Die Probe stellt für mich einen typischen Engländer dar. Kurzfaserige, teils gerissene hell- und mittelbraune Virginias, schwarz fermentierter Cavendish(?) und Latakia bilden eine ausgewogene Mischung. Außer reinem Tabak und Latakia habe ich keine Aromen festgestellt. Mag sein, dass mein Geruchssinn noch nicht so auf diese Linie eingestellt ist. Ich habe die Probe in einer Vauen Inter Style geraucht, die ausschließlich den Latakia-Tabaken vorbehalten ist.
Das Stopfen und Anzünden ging problemlos. Die ersten Rauchwolken verbreiteten sofort den würzigen englischen Duft. Obwohl mir der Latakiaanteil nicht sehr hoch erscheint ist er doch reichlich spürbar, aber nicht aufdringlich. Der Rauch ist mild und was mich erstaunt hat, relativ leicht. Zur Mitte hin entwickelt er sein bestes Aroma und ich meinte einen Hauch von Vanille zu riechen. Zum Ende verliert der Geschmack etwas an Kraft, wird aber nicht bissig. Die Beschreibung der Raumnote schenke ich mir (...). Übrig blieb ein Häuflein hellgraue Asche. Die Kondensatbildung war sehr gering.
Es ist ein Tabak nach meinem Geschmack. Einstufen würde ich ihn als leicht bis mittelkräftig. Wenn ich ihn mit den von mir bisher gerauchten Latakia-Mischungen vergleich, würde ich ihn beim Presbyterian einreihen.
Wolf-Rüdiger Jürgens
Die Probe 1 macht sich schon im Briefumschlag bemerkbar, ein "irrer Duft von frischem Heu", ähh Latakia meine ich natürlich. Eine bunt gemischte Latakia-Mixture mit hellbraunen über braun bis gänzlich schwarzen Tabakbestandteilen.
Die Feuchtigkeit ist ok, er scheint nicht unter dem Transport gelitten zu haben. Ich habe für den Blindtest eine Latakia-gewohnte Kallenberg Billiard benutzt. Sozusagen der klassische "Ofen" für einen klassischen Tabak. Stopfen geht leicht von der Hand, Anzünden ebenfalls. Nach 2 Hölzern glimmt die Oberfläche gleichmäßig. Sofort kommt der typische Geschmack einer englischen Mischung zum Tragen, würziger Latakia mit darunterliegender Virginia Süße. Probe 1 glimmt ruhig und gleichmäßig vor sich hin, Nachfeuern ist nur selten notwendig gewesen. Die Stärke betrachte ich von Anbeginn als medium mit Richtung stark. Der Geschmack erhält ab der Mitte einen mehr nussigen Charakter, ähnlich dem DH 965, ist aber sonst ziemlich stabil. Zum Schluss bleibt hellgraue Asche und ein paar angekohlte Tabak-Teile über.
Das Raumaroma ist rauchig, aber nicht sehr aufdringlich.
Fazit:
Eine "normale" englische Mischung die sich gut rauchen lässt, aber wenig spektakulär ist.
(23.02.2001)
Karl-Heinz Krebs (Ausrichter des Blindtest)
Laut Steuernummer kommt die Probe No.1 von Kohlhase & Kopp und wird bei meinem Händler unter "Eigenmischung No. 80" angeboten. Englisch mild, ganz natürlich, so steht es auf der Dose. Die Mixture besteht aus Virginia Tabaken und Cypern-Latakia.
(25.02.2001)
Dieser Tabak wurde als Blindtest an 7 Mitglieder von daft verschickt, die ihn ohne zu wissen, um welchen Tabak es sich handelt, reviewten.
Jörg Eichelberger
Anmerkung:
Nach Aussage von Michael Keistler ist die Nummer 80 identisch mit der Professional Mixture von Rattrays, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.