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Samuel Gawith Elephant Dung
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith, sons & co. |
| Mischung: | Virginia, Latakia, Burley |
| Schnittbreite: | Normalschnitt |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 g in Plastikbeutel |
| Preis: | 6,67 EUR |
Karl-Heinz Krebs
Vertrieb: http://www.synjeco.ch/
Ein ungewöhnlicher Name für einen Tabak. Was er sich bei der Namensschöpfung gedacht hat, nur Daniel kann das Geheimnis lüften. Er hat die Mixture bei SG nach seinen Vorstellungen in Auftrag gegeben. In Kürze wird er das Sortiment bei Synjeco bereichern. Nun, ich hatte das Glück, den Tabak schon vor seiner offiziellen Einführung zu rauchen. Hier meine Einschätzung dieser, wie ich meine, gelungenen Mixture.
Laut Daniels Aussage setzt sich der Tabak aus 50% Latakia, 45% Virginia und 5% Burley zusammen. Das Tabakbild ist sehr dunkel bis schwarz, aufgelockert durch wenig dunkelblondes Blattgut. Darin finden sich Tabakklümpchen, es ist ratsam, diese auseinander zu zupfen, sie können sonst zu einem unregelmäßigen Abbrand führen. Im Geruch dominiert der Latakia, er überdeckt eigentlich alles.
Beachtet man vor dem Stopfen o.g. Hinweis, der Tabak lässt sich problemlos in Brand setzen. Der erste Eindruck ist ein Aha-Erlebnis. Weich und süß wird Zunge und Gaumen umschmeichelt, bei dem hohen Latakiaanteil hätte ich das eigentlich nicht erwartet. Irgendwie kommt mir das, was ich in diesen Momenten erlebe, erschmecke, sehr bekannt vor. Mich erinnert es sehr stark an Holly's Discovery von DTM. Dieser hat mich damals auf die dunkle Seite wechseln lassen, er war der Wegbereiter ;-) Diese beiden Tabake sind nicht zu vergleichen, aber im Geschmack sind sie seelenverwandt.
Ich möchte es vorwegnehmen, der Tabak bleibt konstant bis zum Schluss, weich und süß, bald nach dem Entzünden kommt diese nussige Note hinzu, die ich so liebe. Nach der Hälfte kann er seine Kinderstube nicht mehr verleugnen. Der Latakia gewinnt an Kraft und die Stärke nimmt zu. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, trotzdem bleibt er weich und friedlich. Er wird weder bitter noch beißt er auf der Zunge. Der Tabak raucht sich trocken bis zum Schluss, den Filter, sofern man einen benutzt, kann man ohne Sorgen noch einmal benutzen ;-) Ich würde den Elephant Dung in der Stärke als medium einstufen, will aber dazusagen, wer die englische Richtung nicht so häufig raucht, wird ihn eher als stark empfinden. Er reiht sich würdig in das Glied der Engländer aus Daniels Angebot ein. Wären da nicht die Tabake Onyx und Zaffiro von Hans Schürch, bei mir stände er auf dem ersten Platz dieser Geschmacksrichtung.. Und damit komme ich zur Mängelliste, wenn es denn eine ist. Onyx und Zaffiro bringen zum Ende noch eine geschmackliche Steigerung, eine kleine Explosion (Vorsicht, die Pferde gehen durch ;-)). Nein im Ernst, bei ihnen erlebe ich zum Schluss noch einen Kick, beim Elephant Dung bleibt der aus. Er bleibt seiner Linie treu, bis zum Schluss, bieder aber solide verabschiedet er sich mit einem letzten Wölkchen. Jedenfalls für dieses Rauchopfer.
Für mich ist der Elephant Dung eine Entdeckung, sein Geschmack, das ist es, was ich an der dunklen Seite so liebe. Zur Raumnote wäre noch zu sagen, sie ist anders als bei anderen Engländern. Doch da muss ich mich auf die Aussage meiner Frau verlassen. Sie meint, nicht unangenehm. Wenn im Geschmack auch vieles an Holly's Discovery erinnert, in der Raumnote scheinen sie nicht viel gemeinsam zu haben. Als ich den Discovery das erste Mal in Gegenwart meiner Frau anzündete, entfuhr ihr ein Entsetzensschrei und ich wurde auf die Terrasse verwiesen. Ich erwähne dies nur, viele BH's scheinen ja auf Kriegsfuß mit den Latakia Blends zu stehen.
An dieser Stelle soll es mir erlaubt sein, mich auch einmal bei meiner Lieben zu bedanken. Hat sie doch, selbst Nichtraucherin, immer wacker und ohne Murren die von mir und anderen Daftlern ausgestoßenen dicken Rauchwolken ertragen.
(13.04.2001)
Ingo Gebert
Der Elephant Dung wird bei Synjeco quasi unter den Hausmarken geführt. Diese Mischung wird sinngemäß mit den folgenden Worten beschrieben: „Bei dieser Mischung Sie brauchen Sie nicht nur Latakia zu mögen – Sie haben im positiven Sinne nach diesem Geschmack sehnen, so enthält diese Mischung 50 % und 50% himmlisch gerösteten Virginia. Wir sind sicher, dass diese Mischung die Sehnsüchte der meisten anspruchsvollen Raucher erfüllen wird.“
Vom optischen Erscheinungsbild her ist der Tabak ist der Tabak sehr dunkel, fast schwarz. Vom Geruch her ist er tabakecht, der Latakia gut wahrnehmbar, und eine Aromatisierung kann ich keiner Form erschnüffeln.
Das Anzünden geht etwas mühevoller von statten als sonst. Den Eindruck, den andere Daftler hatten, dass hier kein Abbrandregulierer hinzugefügt wurde, kann ich nur bestätigen. Wenn der Elephant Dung dann aber einmal richtig Feuer gefangen hat, so glimmt er dann doch gleichmäßig vor sich hin. Der Latakia ist in diesem Blend gut zu schmecken, ohne dabei jedoch bissig oder zu penetrant im Geschmack zu sein. Der Virginia ist nur sehr, sehr hintergründig im Geschmacksbild auszumachen, manchmal hatte ich den Eindruck, dass dieser überhaupt nicht vorhanden ist. Wer sich einmal an einen Latakiamischung herantasten möchte, für den ist der Elephant Dung sicherlich ein Versuch wird, da der Tabak zungenfreundlich und allzu kräftig ist.
Fazit:
Daumen waagrecht, für den Versuch, die dunkle Seite der Macht zu probieren, dafür ist das Kraut sicherlich geeeiget. Aber auf Dauer würde mir hier doch die geschmackliche Abwechslung fehlen.
(01.12.2003)