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Tabak Huber Englisch Medium Scottish
(Pfeifentabak)
| Mischung: | Virginia, Latakia (ca. 30%) |
| Schnittbreite: | 2mm, kurz- und mittelfasrig |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
Rolf Öttking
Bei Probe B handelt es sich laut Vorankündigung um einen schottischen Tabak. Wer nun einen Tabak erwartet, der mit Whisky aromatisiert ist, sieht sich getäuscht: es handelt sich um einen Engländer, dem der Latakia auch nicht mit schottischer Sparsamkeit beigemischt wurde (vom Mischungsbild her: dunkle Tabak- Anteile ca.30%, vielleicht weniger).
Aber von Anfang an: Der Tabak kommt gut konditioniert an. Das Mischungsbild besteht aus hell- und mittelbraunen Tabak- Anteilen (Virginia versch. Provenienz) und damit kontrastierendem, schwarzem Latakia. Die Anwesendheit von Cavendish oder Orient bemerke ich nicht, kann diese aber nicht völlig ausschließen. Der Tabak lässt sich gut entzünden und brennt über die ganze Füllung willig ab. Von Beginn an entwickelt sich ein ausgewogener Geschmack aus dezenter Virginia- Süße und Würze des Latakias. Ich vermute, dass es sich überwiegend um syrischen Latakia handelt, denn im Geschmack ist er dezenter, als es zyprischer wäre. Von der Stärke her ist der Tabak zu Beginn eher leichter als medium, gewinnt aber im Verlauf der Füllung, ohne wesentlich über medium hinaus zu gehen. Vom Geschmack her würde ich den Tabak in der Nähe vom Rattray's Red Rapparee ansiedeln, allerdings vermisse ich bei Tabak B den Orient-Geschmack (etwas säuerlich). Das kann aber auch andere Gründe haben (Tagesform etc.) Von der Stärke her scheint er mir ebenfalls in Richtung RRR zu deuten, vielleicht etwas leichter. Die Vermutung würde sich auch mit der Bezeichnung von "B" als "Schotten" decken, obwohl Rattray's Tabake in Hamburg gemischt werden. RRR schmeckt mir im letzten Drittel jedoch ein wenig nach (man möge mir's verzeihen) Petersilie, was ich bei "B" nicht bemerke. Im letzten Drittel von "B" handelt sich's um Virginia- Latakia- Geschmack etwas über medium- Stärke. Die Füllung ist nun aufgeraucht, übrig bleibt mittelgraue Asche und nur sehr wenig verkohlter Resttabak.
Fazit:
Ich vermute mit 75%iger Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei Tabak "B" um RRR handelt, mit 90 hebe ich mir für nach der Auflösung auf. Der Tabak ist sicherlich von guter Qualität, was sein Abbrandverhalten und die Geschmackskonstanz angeht. Er bietet keine nennenswerten Spitzen, lediglich eine Entwicklung in der Stärke. Die Gesamtstärke ist so angesiedelt, dass der Tabak recht gut in den Vormittag passt. Insgesamt empfehlenswert für Anhänger leichter englischer oder herber Tabake.
Carsten Schaudel
Die Ankündigung eines Schotten der gehobenen Preisklasse hat mich sehr neugierig gemacht. Der Tabak macht rein Optisch einen ordentlichen Endruck: Eine recht bunte Mischung in der alle gängigen Tabakfärbungen von hellbraun bis schwarz enthalten sind. Der Tabak lässt sich aufgrund des relativ feinen Schnittes sehr leicht stopfen, wobei ich persönlich aber eher einen etwas breiteren Schnitt bevorzuge.
Geruch (unverbrannt): Diese Mischung kann Ihren Stil kaum leugnen: Schon über dem geschlossenen Ziplock-Beutel liegt eine unverkennbare Latakia-Note. Eine Tatsache die die bereits erwähnte häusliche Zulassungsfähigkeit bereits jetzt sehr Einschränkt (was auf dieses Review natürlich keinen Einfluss hat).
Geschmack: Schon kurz nach dem Entzünden fragte ich mich was mit meinen Geschmacksnerven los sei. Wenn ich mich bisher auch immer gefragt habe was einige Leute immer mit Ihren 'seifigen' Tabaks hatten, bei denen ich beim besten Willen nichts in diese Richtung geschmeckt hatte, jetzt weiß ich was Seifig ist. Auch ein nochmaliges Überprüfen ob ich nicht vielleicht doch die Seifenflocken meiner BH erwischt hatte brachte hier keine Besserung. Da half auch der wage Latakia-Geschmack nichts mehr der verzweifelt gegen den Rest ankämpft.
Raumnote: Die Raumnote harmonisiert hier wohl sehr deutlich mit dem Geschmack. Meine BH identifizierte die Raumnote schnell und eindeutig als 'Duschgel', wogegen ich nicht einmal etwas einzuwenden wusste. Wiederwillig tolerierte Sie diesen dann doch bis zum Ende der Pfeife, es wurde allerdings nicht mehr besser. Die Zweite Portion dann (man will ja kein vorschnelles Urteil abgeben) ließ sie nur noch wiederwillig zu, und nötigte mich dann auch schon nach der Hälfte zum Versuchsabbruch, welchen ich gerne zustimmte, denn an meiner Meinung änderte sich nichts mehr.
Abbrand: Problemlos. Ließ sich leicht entzünden und brannte unter leichten Nachstopfen bis fast zum Ende durch.
Fazit:
Kurz: Never again! Ein 'Vergnügen' auf das ich in Zukunft gerne verzichten würde. Entwerder bin ich doch nicht mit Schotten kompatibel, oder es liegt tatsächlich nur an genau dieser einen Mischung. Votum: Do never buy (even not at direct danger to live)
(11.05.2001)
Klaus Komischke
Zunächst fällt mir erst mal der Name auf: "English medium Scottish" dieser Titel würde im vereinigten Königreich wohl unzählige Leute auf die Barrikaden stürmen lassen und Rob Roy würde da rotieren in seinem Grabe nur schwerlich einstellen können.
Was denn nun? English oder Scottish?
Nicht Fisch und nicht Fleisch?
Mir fällt da nur die diplomatische Antwort eines Schotte auf die Aussage eines Touristen, ob er als Engländer...., ein: "We're Scottish, may be Britisch but never English!"
So nun aber mal zu dem Tabak.
Nach öffnen der Dose ergibt schon die flüchtige Geruchsprobe: "Aha, Latakiiiia!" ein Tabak der englischen Richtung. Aber wieso dann auch noch Scottish?
Die Nase mal richtig hinein gehalten Latakia aber kein Flavor. Hmm.... was macht diesen Tabak dann Scottish?
Vom Stopfen, Abbrand und der Kondensatbildung ist dieser Tabak vorbildlich. Keinerlei Probleme.
Raumnote: Latakia eben... ;-)
Kommen wir nun zu den subjektiven Eindrücken, sprich dem Geschmack:
Vorweg der Geschmack bleibt über die gesamte Füllung sehr konstant. Der Latakia dominiert mit seiner Rauchigkeit und auch einer gewissen Salzigkeit. Mir fehlt aber eine gewisse Fülle. Der Geschmack ist mir zu eindimensional. Da ist keine Süße, die den Latakia ergänzt und umschmeichelt. Auch eine saure Note, die dem Tabak mehr Fülle verleihen könnte sucht man vergebens. Scheinbar ist der Orientanteil, wenn denn überhaupt Orient drin ist zu gering.
Die Stärke ist medium.
Insgesamt ist dieser Tabak eine Latakia Mixture, die vom Latakia dominiert wird. Alle anderen Tabake werden erschlagen und kommen nicht zum Zuge. Schade denn der Latakia schein eine recht gute Qualität zu sein, die auch entsprechende Virginias und Orients als Beimischung verdient hätten.
Ich werden mal einen Mischversuch mit Orient starten. Mal sehen ob wir dem Tabak nicht doch noch auf die Sprünge helfen können.
Das schottische an dem Tabak konnte ich nicht ergründen. :-(
Fazit:
Eine im Geschmack zu flache Mischung, die einseitig vom Latakia dominiert wird. Dem Vergleich mit RRR, The Bankers und Nightcap hält dieser Tabak auch ansatzweise in keinster Weise stand. Dazu wurde der Name mit wenig Phantasie und Sachkenntnis gewählt, die den Raucher in die Irre führt. Auch wenn der Tabak von Hand gemischt also "Handblended" ist, mag das die Dose exklusiv erscheinen lassen. Der Tabak ist es definitiv nicht. Höchstens dem Liebhaber von reinem Latakia (aber wer ist das schon) zu empfehlen.
(25.06.2001)