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Erinmore Mixture

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Murray's Erinmore Mixture

(Pfeifentabak)

Markenname:Murray's Erinmore Mixture
Hersteller:Orlik
Mischung:Virginia, Burley
Typ:englisch aromatisiert
Stärke:medium-stark
Verpackung:Dose 50 g
Preis:8,90 Euro

Gert Müller

Erinmore ist ein Tabak, der schon viele Jahrzehnte auf dem deutschen Markt unverändert (!) erhältlich ist. Ich persönlich lernte ihn 1970 kennen und Geschmack und Mischung sind noch so wie vor 30 Jahren, was man nicht von jedem Tabak behaupten kann.

Das Tabakbild , dass sich nach dem Öffnen der Dose dem Raucher bietet ist der traditionelle englische Mixturschnitt. Langfaserig, 1,5-2 mm breit, keine Anteile von Presstabaken. Die Mischung besteht aus div. Virginias, golden, rot und braun und einige schwarze Tupfen dark-fired VA als Würze und Anteile von kakaofarbenem Burley. Der Duft ist intensiv nach Ananas mit etwas Honig.
Das Anzünden ist wegen des Schnittes und der optimalen Feuchtigkeit einfach, er brennt sofort an. Der die deutsch-dänischen Aromatics gewohnte Raucher wird aber jetzt wohl überrascht sein. Kein pappsüßes Overkillaroma, welches der Pouchgeruch vermuten ließe, kommt an die Zunge, sondern ein herber, würziger tabakechter Geschmack, bei dem das Pineapple-Flavour nur noch dezent im Hintergrund zu erahnen ist.
Die Raumnote ist tabakecht mit leichten aromatischen Anklängen (sagt man mir) aber keineswegs süß. Langsam geraucht ist Erinmore-Mixture kühl und angenehm und hat trotz des relativen feinen Schnitts keine Heissbrandambitionen. Erinmore-Mixture ist stark, stärker und nicotinreicher, als das faszinierende Aroma vermuten ließe und daher IMO Anfänger nicht zu empfehlen. Erfahrene Raucher und Liebhaber würziger englischer Tabake sollten ihn einmal probieren, am stilvollsten natürlich in einer Peterson und dazu einen Jameson-Whiskey und ein Giunness genießen -- Irisch vom Feinsten :o)-.
Wer dann noch die Dubliners oder Chieftains in den CD-Player legt , kann sich für eine Stunde auf die grüne Insel entführen lassen und ein wenig träumen...

(04.09.2000)


Jörg Busack

Öffnet man eine Erinmore-Dose, kann man auf einem Blatt Papier lesen, dass Murray's schon fast 200 Jahre Pfeifentabak herstellt. Eine beachtliche Zeitspanne, die reichen sollte, einen Tabak herzustellen, um den Geschmack vieler Pfeifenfreunde zu treffen. Das Mischungsbild des Tabaks ist sehr "bunt". Es ist alles dabei, goldgelb, braun und schwarz. Der Tabak ist gleichmäßig und kurz geschnitten. Der Inhalt der Dose duftet fruchtig - könnte Ananas sein.
Das Stopfen und Anzünden geht prima. Nachfeuern muss ich ihn nicht. Der Geschmack ist fruchtig-frisch und nach einigen Minuten tabakecht und stark. Die fruchtige Frische und die Schwere des Tabakgeschmacks harmonieren in IMO perfekter Weise. Allerdings brauchte ich ca. 300g um festzustellen, dass ich diesen Tabak nicht mehr missen möchte. Der Abbrand ist gleichmäßig, die Asche weiß und Kondensat bildet sich kaum. Ist die Füllung leergeraucht, bleibt aber meist ein kleiner harter "Tabak-Knösel" übrig, der sich nicht mehr rauchen lässt.
Ich rauche den Tabak in allen Pfeifengrößen und ohne Filter. Die Raumnote ist tabakecht.

Fazit:
Ich bin froh, die Erinmore Mixture wenigstens einmal probiert zu haben und möchte sie allen empfehlen, die die irisch-englische Richtung mögen.

(13.07.2001)


Frank Nicolai

Nun, nachdem ich vom Erinmore Flake bereits einige Dosen geraucht habe und mir der Tabak sehr gut gefällt habe ich mir nun (endlich) mal eine Dose der Mixture gegönnt. Von Kauf bis zum Öffnen und der ersten Fülllung sind nur Minuten vergangen - ich war gespannt, ob ich das vom Flake gewohnte und liebgewonnene Aroma wiederfinde. Und tatsächlich: schon beim Öffnen der Dose stach mir der Geruch nach - und diesesmal habe ich es wirklich erkannt - Ananas in die Nase. Der Tabak fasst sich ein wenig feucht an, lässt sich aber problemlos stopfen. Man sollte nur darauf achten, nicht zu fest zu stopfen um einen problemlosen Abbrand zu gewährleisten. Da der Tabak eher grob geschnitten ist, empfiehlt sich das auch daher.
Das Tabakbild in Gemeinschaft mit dem Geruch macht Appetit auf die erste Füllung. Braun und schwarz prägen das Bild wobei des Braun eher zum Dunklen hin tendiert.
Im Geschmack wird der volle, dunkle Geschmack des Tabaks von Anfang an vom Ananasaroma begleitet. Ich schreibe absichtlich begleitet, nicht "unterstützt" oder "übertönt". Denn es ist, als wären die beiden Aromen nebeneinander und sich abwechselnd gleichmäßig befruchtend vorhanden. Ich kann sowohl den Tabak erschmecken und aber auch das beigefügte Aroma. Erstaunlich ist, dass der Tabak im laufe der Füllung an Stärke zuzunehmen scheint. Anfangs versteckt sich die Stärke ein wenig hinter dem Aroma und da man aus Erfahrung hinter Aromaten selten viel Stärke und Nikotin vermutet erschreckte mich das doch etwas, als ich bemerkte, wie stark der Tabak ist. In den letzten Zügen der Füllung lässt das Aroma etwas nach - ohne jedoch ganz zu verfliegen (zumal sich auf die Zunge das Aroma niederschlägt) und der Tabak wird ein klein wenig bitterer. Da ich den Erinmore eher locker stopfte brannte er recht schnell herunter. Übrig bleibt ein wenig grau-weiße und feine Asche. Und trotz der Feuchtigkeit des Tabaks bildet sich kein Kondensat.

Fazit:
Der Tabak erfüllt in jedem Falle meine Erwartungen. Das Aroma unterstützt den Tabak und kommt hier bei der Mixture etwas frischer und deutlicher als beim Flake herüber. Zwar wurde mir gesagt, dass die Mixture leichter ist als der Flake - aber ich meine, dass der Unterschied in der Stärke nicht so gravierend ist. Die größere Stärke des Flakes macht der schnellere Abbrand der Mixture wett, so dass im Empfinden die Tabake fast gleich kräftig sind. In jedem Falle bekommt die Erinmore Mixture eine genauso hohe Wertung von mir wie der Flake. Ein wunderbarer Tabak, den man aber frühestens nach dem Mittag genießen sollte.

PS: Die Raumnote riecht erstaunlich tabakecht, das Ananasaroma schwingt hier nur bedingt mit.

(14.09.2001)


Ingo Gebert

Nach dem Öffnen der Dose erblicke ich ein Tabakbild, wo dunkle, dünngeschnittene Tabakfasern dominieren. Neben dem tabakechten Duft erschnüffelt meine Nase ein fruchtähnliches Aroma, welches mich entfernt an Zitrusfrüchte erinnert. Der Tabak lässt sich auf Grund seines Schnittes gut in die Pfeife einbringen, und einmal in Brand gesetzt glimmt der Tabak gutmütig vor sich hin. Nach den ersten Zügen entwickelt sich ein Geschmack von Zitrusfrüchten, so wie die Geruchsprobe es versprochen hat. Hinzu kam noch ein hintergründiger Ananasgeschmack. zumindest bilde ich mir das ein. Im weiteren Verlauf des Schmauchens verliert das Aroma an Stärke und der Tabakgeschmack wird etwas intensiver. Die Erinmore-Mixture kann man gut "nebenbei" rauchen, man muss ihr nicht allzu viel Aufmerksamkeit widmen. Einen allzu starke seifige Note kann ich bei diesem Tabak nicht ausmachen. Allerdings vermisse ich hier den Abwechslungsreichtum im Geschmack, so wie der Erinmore-Flake ihn bietet, allerdings ist die Mixture auch nicht so kräftig wie dieser.

Fazit: Daumen waagrecht, einen Tabak, den man sicherlich rauchen kann, aber nicht immer muß...

(02.05.2002)


Hans–Ulrich Dombrowsky

Murray´s Erinmore Mixture wie auch den Erinmore Flake habe ich Ende der sechziger/Anfang der siebziger Jahre recht häufig geraucht und beiden Tabaken einige Pfeifen wegen des ausgeprägten Crossovers reserviert. Das waren prägnante Tabaksorten mit ihrem hohen Anteil von schwarzem Cavendish und dem ausgeprägt fruchtigem Aroma, wobei Ananas nach meiner Erinnerung eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben dürfte. Vielmehr dominierten Geschmacksnuancen, die in England gerne unter dem Begriff „Mahogany“ - was immer das auch ist – subsumiert werden. Der erinmoretypische Geruch und der Geschmack waren jedenfalls so markant vorhanden, dass sie sich tief in mein „olfaktorisches Gedächtnis“ eingeprägt hatten.

Nach jahrzehntelanger Abstinenz griff ich nun wieder mal nach jeweils einer Dose der Mixture und des Flakes und bestellte beides noch einmal in England als Beipack zu meiner üblichen Flake–Bestellung, denn in und für England und auf dem „Kontinent“ hergestellte Chargen können sich schon erheblich unterscheiden.

Erstmals sah ich auf der englischen Verpackung, dass Murray nicht mehr der Hersteller ist, sondern Orlik. Das kann zu Stirnrunzeln Anlass geben, denn häufig bekommt der Transfer einer Tabaksorte bzw. –marke vom ursprünglichen Hersteller zu einem anderem Produzenten dem Tabak nicht gut. So war das beim „Warrior Plug“, der jetzt ebenfalls von Orlik hergestellt wird und viel von seinem ursprünglichen Eigengeschmack verloren hat und der „Mick McQuaid Plug“ (ebenfalls jetzt Orlik) ist auch deutlich schwächer aromatisiert. Nur Will´s „Bulwark Flake“ hat den Verkauf an Nils Stokkebye ohne geschmackliche Einbußen überstanden.

Beim Öffnen der englischen Pouch–Packung war ich schon vom Anblick des Tabaks enttäuscht, fehlte doch der schwarze Cavendish fast völlig. Und stieg einem früher der unverwechselbare, kräftige Duft sofort in diese Nase, so war jetzt – Nichts! Wenn ich meine Nase in die Pouch steckte – und dies Experiment habe ich dann auch noch beim Flake probiert, so war da ein schwacher Geruch von Honig und Rosine, mit einiger Einbildung auch noch eine dürftige Spur – aber wirklich nicht mehr – des früher gewohnten Erinmore-Aromas wahrnehmbar. Und wie Mixture und Flake neuzeitlicher Prägung rochen, so schmeckten sie auch – nach Nichts. Aus einem Tabakgeschichte schreibenden Tabak war ein, um den Ausdruck eines amerikanischen Freundes zu gebrauchen, „Wischi–Waschi–Tabak“ geworden. Schade.

Fazit:
Ein drittklassiger Tabak! Man kann ihn rauchen, man muss es aber nicht!

(21.01.2010)


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