daft.de

.

Aktuelles

Termine

Pfeifen

Tabak

Schnupftabak

FAQ

Artikel

Bücher

Download

Läden

Linklisten

Zigarren

Hilfe

Mailingliste

Kontakt

Impressum


Escudo Navy De Luxe

zurück

A. & C. Petersen Escudo Navy de Luxe

(Pfeifentabak)

Markenname:A. & C. Petersen
Hersteller:Alfred & Christian Petersen, Horsens, Dänemark
Mischung:Virginia, Perique
Schnittbreite:Curly cut
Typ:naturbelassen
Stärke:medium
Verpackung:50 g Dose
Preis:nicht mehr erhältlich

Thomas Schoke

In der Rubrik "Artikel" findet sich eine ausführliche Beschreibung dieses Tabaks und seiner Geschichte, deshalb hier alles nur in Kürze.

Es gibt im unüberschaubaren Markt für Pfeifentabake nur sehr wenig Produkte, die als einmalig gelten können. Escudo gehört dazu! Er wurde oft kopiert und nie erreicht, er wurde schon x-mal totgesagt und ist immer noch eine der Mischungen, die jeder Pfeifenraucher mindestens einmal ausprobiert haben muss.
Kaum ein anderer Tabak hat in seinem Bereich so viele Maßstäbe gesetzt, wie Escudo im Bereich der Curly Cuts.
Bei der Herstellung von Curly Cuts werden die Tabakblätter zu einem Seil versponnen und nach einer Reifezeit in Scheiben geschnitten. Die Escudo-Scheiben sind relativ groß, der Durchmesser beträgt ziemlich genau 4 cm und entspricht der Größe einer alten portugiesischen Escudo Münze. Die Curls sind dunkelbraun und mit etwas gelblich-weißen Blattgut durchsetzt. Der Geruch beim Öffnen der Dose ist tabakecht und unaufdringlich, ja sogar fast unscheinbar.
Der Geschmack lässt sich nur unvollkommen beschreiben. Eine Virginia-Perique Mischung eben. Escudo ist weicher und ausdrucksvoller als Three Nuns und besitzt viel natürliche Tabaksüße sowie das typische Pflaumenaroma des Perique. Für die Qualität der Mischung spricht, dass das Aroma zum Ende der Pfeife hin immer besser wird. Escudo ist mittelkräftig, zungenmild und besitzt jede Menge Volumen und Fülle. Escudo schmeckt mir aus kleinen und mittelgroßen Pfeifen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Unverständlicherweise gibt es zur Zeit keinen Importeur für Deutschland. Escudo kann via Internet aber bei dänischen Händlern bestellt werden, z.B. bei Jesper... ;-)

Fazit:
Ein Traum von einem Tabak. Escudo hat keine Schwächen. Für mich seit Jahrzehnten einer der drei besten Pfeifentabake der Welt.


Frank Nicolai

Das wird hier sicherlich kein "echtes" Review, es wurde schon ausführlich über die Zusammensetzung, den Schnitt und vor allem auch die Geschichte dieses Tabaks geschrieben. Doch nachdem ich anfänglich große Probleme mit dem Tabak hatte, möchte ich nun ein Loblied singen. In meinem privaten Tabakbrevier ist es einer der wenigen, die eine uneingeschränkte Empfehlung bekamen.
Wenn man gelernt hat, den Escudo rauchfertig zu machen, ist der Genuss wirklich einzigartig. Die Methode, die Scheiben im Ganzen in die Pfeife zu rollen, brachte mir nur Kummer und Zungenbiss. Nun brösel ich die Scheiben von Außen nach innen auf, so dass eine Art ready rubbed entsteht. Diese Stränge rolle ich in den Pfeifenkopf in der Art, dass an den Wänden der Brennkammer der Tabak so zum Liegen kommt, dass mittig ein Loch über bleibt. Dieses fülle ich mit dem etwa 8 mm großen Scheibchen (hochkant und leicht angepresst), das nach dem Ausbröseln über bleiben und obenauf mit kleinen Stücken des Tabaks (das ist gut beim Anzünden). Mit dieser Methode braucht kaum nachgestopft zu werden und der Tabak brennt gleichmäßig. Erstaunlicherweise wird die Pfeife kaum heiß, obwohl doch gerade das zu vermuten wäre bei dieser Methode des Stopfens.
Doch genug vom Stopfen; wichtiger ist doch das, was uns danach erwartet. Wenn der Tabak entzündet ist und man ganz ruhig raucht (je Tabakscheibe ca. 1 Stunde) erwartet einen ein absoluter Hochgenuss. Die Süße Rauchigkeit der Virginias wird von der Würze des Perique wunderbar unterstützt. Es ist, als hätte ich genau diese Kombination immer gesucht. Escudo ist nicht mein erster Curly und auch nicht die erste VA/ Perique-Mixture, die ich rauchte, aber es ist IMHO die perfekteste. Wie eine harmonische Ehe gehören diese Tabake zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass Escudo einer der Tabake ist, die in Abhängigkeit von den Tabakernten seinen Geschmack verändert.
Wichtig ist jedoch, dass man diesem Tabak einige Zeit gönnt, um ihn kennenzulernen. Er braucht wirkliche Zuwendung. Wenn die Dose frisch geöffnet, ist der Tabak zu feucht, um gleichmäßig zu glimmen (wobei - wie hier schon mehrfach gesagt - es dem Tabak zugute kommt, wenn er zwischendurch aus geht). Und wie bereits gesagt: er verlangt, dass man das Vorbereiten zelebriert. Doch dann dankt er es in unglaublich wohlschmeckender Weise.

Fazit:
Escudo ist ein Tabak, den jeder Pfeifenfreund einmal probiert haben muss. Und bei den Grabenkämpfen zwischen den Herren der hellen und der dunklen Seite ist er der Tabak, den man sich dann in die Friedenspfeife stopfen sollte - er vereint beide Seiten und macht sie sich untertan.

(14.04.2000)


Björn Hollensteiner

Mit dem Escudo und mir war es sicherlich keine Liebe auf den ersten Blick. Die ersten Füllungen vor einigen Monaten, als ich meine erste Dose öffnete waren mehr Qual als Genuss. Zu hoher Zugwiderstand, falsches Stopfen, Zungenbrand und Geschmacksverlust, all dies kennzeichneten meine ersten Dates mit den portugiesischen Münzen. Aber das kommt nicht von ungefähr. Durch seine Form zwingt dieser Tabak zu spezieller Behandlung vor und während des Rauchens. Außerdem muss anscheinend auch jeder seinen eigenen Weg finden, wie er damit umgeht. Ich will "mein" Vorgehen mal eingehend beschreiben:
Nachdem ich fast alle Möglichkeiten ausprobiert hatte, diesen Tabak in meine Pfeifen zu praktizieren (was nahezu eine ganze Dose verbraucht hat), bin ich letztlich doch wieder bei der traditionellen Methode gelandet. Ich nehme zwei Scheiben, drehe eine Rolle aus ihnen und drehe diese Rolle dann langsam in die Pfeife. Dabei zerfasert die Rolle oben etwas, was ich noch unterstütze. Die bevorzugte Pfeifenform sollte eine Pfeife mit nicht zu schmaler und hoher Bohrung sein, Pfannen oder Kugelformen sind meiner Meinung nach perfekt.
Für meine zweite Dose Escudo habe ich meine Kallenberg Kugel ausgiebigst ausgekratzt, und der Salz- Alkohol-Methode unterzogen. Dann habe ich den Escudo nur in dieser Pfeife geraucht. Einen Filter sollte man nicht benutzen, die Erhöhung des Zugwiderstandes führt zu einem äußerst schlechten Abbrandverhalten. Das Anzünden ist etwas mühselig, zum einen geht der Tabak schnell wieder aus, zum anderen brennt der Rauch anfangs etwas auf der Zunge, da er recht heiß ist. Also sollte man gerade anfangs die Pfeife immer wieder weglegen und ausgehen lassen, um nicht die üblen Folgen zu erleiden.
Nach etwa 10 - 15 Minuten sollte der Tabak zufriedenstellend brennen und langsam seine Vorzüge enthüllen. Der Escudo ist nämlich unheimlich lecker, wenn er langsam glimmt. Nun sollte man langsam aber sicher paffen, immer wieder etwas nachstopfen und genießen... So richtig in Fahrt kommt der Tabak aber erst in der zweiten Hälfte der Füllung. Nun verschwindet jegliche Schärfe aus dem Rauch und es stellt sich ein voluminöser, süß-würziger Tabakduft ein, der einem den wahren Genuss eines Spitzenproduktes der Tabakherstellung vermittelt. Man sollte auf das Ziel hin arbeiten, cirka 45 Minuten bis eine Stunde pro Scheibe zu rauchen, sonst raucht man zu schnell, um das volle Genusserlebnis zu erfahren.
Selbstredend verbrennt der Escudo nur zu feinster weißer Asche, meistens bleiben einige Krümelchen unverbrannten Tabaks am Boden liegen. Anfangs sottet der Tabak wie jeder Flake etwas mehr, dies hört aber schnell auf.
Fazit:
Ein phantastischer Tabak. Ich empfehle ihn für die Mußestunden des Lebens, wenn man sich seiner Pfeife richtig widmen kann. Man sollte den Escudo nicht unkonzentriert nebenbei rauchen, denn er wird sich dafür rächen.

(14.06.2000)

Hinweis F. Nicolai: der Escudo wird nicht mehr hergestellt. Inzwischen produziert Dunhill den Tabak unter dem Namen Navy Rolls de luxe.


Michael Laufenberg

Nach den Reviews beim DAFT konnte ich nicht wiederstehen, als mir ein Zufall für sündhaft teures Geld drei Dosen in die Hand spielte. Der Tabak war vor ein paar Jahren in den USA gekauft, und dann in einem kühlen Keller gelagert worden.
Die Pfeife, eine Pot von Butz ohne Filter, mit Rattrays HAL O THE WYND und Ashtons Old London Pebble Cut eingeraucht. Ich ribbelte den ESCUDO auf und stopfte recht leicht. Eine Methode die mir bei allen Gepressten gut gefällt.
Mir kam er etwas trocken vor, die ersten Züge waren sehr bissig, was sich dann bei vorsichtigem Rauchen etwas legte. Erster Eindruck: Schöner Tabak! Mal sehen, wie er sich zeigt, wenn ich ihn in meinem Humidor aufkonditioniere. ?Ein Tag später: Der Tabak fühlt sich geschmeidig an. Die Pfeife, eine Pot von Vauen, o.Fi. natürlich. Die Bissigkeit ist verschwunden, da ich sowieso langsam rauche gab es keine Probleme. Der Escudo verwöhnt mit schönem tabakigen Aroma, so stelle ich mir einen idealen Naturreinen vor. Er ist unproblematisch zu rauchen, füllt den Mund mit geschmeidigem Rauch, wie der Pebble Cut. Den HAL O finde ich aber nuancenreicher.

Fazit:
Auch ich bedaure es, wenn von den wenigen naturreinen Tabaken bester Qualität, wieder einer vom Markt verschwindet. Aber für den Preis gibt es Tabake, die mir genauso viel geben. Die Seeligkeit hängt nicht am ESCUDO, aber er ist natürlich zur Legende geworden.

(05.04.2003)


Aktuelle Änderungen (alle) | Edit SideBar Letzte Änderung dieser Seite: 05.01.2011 15:11 Uhr bearbeiten | drucken | Versionen