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Pöschl Exclusiv Golden Blend's Vanilla
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Pöschl |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Vanille |
| Stärke: | ultra-leicht |
| Verpackung: | 100g Dose |
| Preis: | 9,50 Euro |
Maico Schulz
Klappentext: Eine besonders milde Mischung aus handverlesenen Virginia und Burleytabaken, geschnitten nach Wild Cut Art. Eigenständige und angenehme Duftnote mit dem Geschmack der exotischen Vanille
Vorwort: Zu dem Zeitpunkt, wo ich dieses Review schreibe, ist Eis-Zeit! Die Sonne brutzelt und die Eisdielen erfreuen sich besten Umsatzes. Auch dank mir, ich liebe Vanilleeis. Und da kann ich einem Vanilletabak auch nicht widerstehen...
Nasologisches: Nach dem Öffnung wähnt man sich in der Aromaabteilung der Firma Oetker, Abteilung Vanillepudding. Ein sattes Vanillearoma, keineswegs übertrieben künstlich. Irgendwie durchaus lecker - wenn man Vanille mag. Doch die Nase schafft es leider nicht, neben Vanille irgendwas anderes zu riechen.
Optische: Ein Wildcut - Pöschl lügt tatsächlich nicht. Ein schönes Tabakbild. Virginia ist zu erkennen, und Burley scheint auch dabei zu sein. Ein paar Bröckchen Canvendish meine ich auch zu sehen. Der Tabak ist genau richtig von der Feuchte..
Stopfiologie: Der Vanilla Supermild stopft sich sehr leicht und neigt beim Anzünden zu mittelprächtigem Aufbäumen.
Rauch & Schmauch: Pöschl lügt schon wieder nicht: Er ist supermild. Ich kann mich kaum an irgendeinen Tabak erinnern, der ähnlich mild daher kommt. Das Vanillearoma breitet sich umgehend im Gaumen aus, nicht unangenehm. Aber wo ist denn der Virginia? Und der Burley? Ich schmecke es nicht heraus. Es ist dieses (angenehme) Vanillearoma und die süße Leichtigkeit des Nichts... (wo ist das Nikotin?) Und so verhält sich der Vanilla Supermild bis etwa zur Mitte der Füllung, danach kommt tatsächlich etwas Virginia-Süße auf die Geschmacksknospen. Aber immer noch ungeheuerlich mild. Auch beim (provokanten und absichtlichen) Heißrauchen lässt der Vanilla Supermild sich nicht zu einer Charakterveränderung provozieren - er bleibt mild und vanillig...
Gegen Ende der Füllung wird er dann doch Opfer seinerselbst und schmeckt nichtssagend.
Fazit:
Für Anfänger daumenhoch - er ist vielen anderen Vanille-Tabaken mindestens ebenbürtig oder überlegen. Für ambitionierte Pfeifenraucher bleibt der Daumen waagerecht mit Tendenz zur 10° Schieflage nach unten; dem Tabak fehlt eben vieles - was meineserachtens durch die Festlegung auf "Supermild"-Charakter eben dem Tabak beraubt wird.
(20.06.2003)
Michael Pfeiffer
Als erstes fällt das Tabakbild ins Auge. Was stand auf der Packung? Ach ja "geschnitten nach Wild Cut Art". Und ja, das Tabakbild zeigt unterschiedliche Schnittgrade. Ich sehe größere Blättchen und lange, schmale Bändchen.
Nun zu den Basistabaken. Ich bin noch kein so großer Experte, dass ich den äußeren Unterschied zwischen Virginia und Burley sehen kann. Ich sehe braunen Tabak. Daher nehme ich an, dass beide Tabaksorten vorhanden sind ;-). Was ich aber sehen kann ist Black Cavendish - und zwar nicht wenig. Das hat mich dann doch irritiert, schließlich stand auf der Dose, dass es sich um eine reine Virginia-Burley-Mischung handeln würde.
Das Aroma ist sehr deutlich wahrnehmbar. Ich bin mir aber nicht sicher, was das für ein Aroma sein soll. Vanille ist es jedoch auf keinen Fall. Bis jetzt habe ich mit Vanille immer einen süßlichen Duft assoziiert. Aus der Dose duftet es aber künstlich säuerlich. Nun gut. Ich will nicht zu voreilig sein. Hauptsache die Aromatisierung ist im Rauch "schmeckbar" ;-).
Das Stopfen geht problemlos von statten. Nun zünde ich den Tabak mit einem Streichholz an und ziehe langsam. Hier zeigt sich ein Schwachpunkt des Tabaks. Um ihn zum Brennen zu bewegen habe ich vier Streichhölzer gebraucht. Hat man diese Hürde aber überwunden, brennt der Tabak ohne Probleme ab. Der Rauch ist sehr mild, keine Spur von Zungenbiss. Und das obwohl ich heute zum ersten Mal meinen
Aktivkohle- gegen einen Papierfilter getauscht habe. Das sagt wohl alles, oder ;-).
Nun zum Aroma. Oder sollte ich besser sagen zum fehlenden Aroma. Denn der Rauch, der in meinem Gaumen ankommt, schmeckt kein bisschen nach Vanille. Es ist der reine Tabakgeschmack. Bevor nun aber die Freunde der naturbelassenen Tabake denken: "Vielleicht wäre dieser Tabak was für mich!", muss ich klarstellen, dass dieser Tabakgeschmack beileibe kein Hochgenuss ist. Der Rauch ist einfach nur nichtssagend und charakterlos.
Später kam mein Bruder in mein Zimmer, schnupperte und sagte: "Mmmh! Vanille!". Das ist ja wohl die Höhe. Wenn ich einen Vanille-Tabak rauche, will ICH die Vanille schmecken ;-).
Fazit:
Mein Fazit ist zwiespältig.
Wäre der Tabak als Vertreter der naturbelassenen Richtung angetreten, hätte ich gesagt: Rauchbar, aber wegen des nichtssagenden und charakterlosen Geschmacks kann ich keine Empfehlung aussprechen.
Daumen waagerecht.
Wenn ein Tabak aber als Vanille-Aromat antritt, muss er sich an diesem Versprechen messen lassen. Und hier versagt der Tabak auf ganzer Linie.
Kaufen wollte ich eine mit Vanille aromatisierte Virginia-Burley-Mischung. Erhalten habe ich stattdessen eine Mischung mit Black Cavendish, die kein bisschen nach Vanille schmeckt. Daher
stellt "Golden Blend's Vanilla" für mich eine riesige Enttäuschung dar. Dass der Tabak problemlos abbrennt und sehr mild ist, reisst es auch nicht mehr heraus. Daumen runter.
(26.08.2005)