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Finest British

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John Aylesbury Finest British

(Pfeifentabak)

Markenname:John Aylesbury
Hersteller:Made in Denmark für John Aylesbury (Steuernummer 9
Mischung:Red Kentucky, Virginia, Turkish, Carolina Black, Syrian Latakia
Schnittbreite:mittelbreit und kurzfaserig
Typ:englisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50g Dose / 100g Dose
Preis:14,50 DM / 26,00 DM (13,2

Detlev Büscher

Hundert Gramm Tabak mit Latakia und ich brauche länger als ein Jahr, um ihn in Rauch aufgehen zu lassen? Das kann nur eins bedeuten: der Tabak schmeckt mir nicht. Lt. Dosenaufdruck "Eine Mischung für Pfeifenraucher, die einen natürlichen, ungesossten englischen Tabak zu schätzen wissen." Nun, zu denen zähle ich mich durchaus. Ich habe schon "natürliche, ungesosste" Latakiamischungen geraucht, bei denen ich, noch bevor die aktuelle Füllung zu Asche geworden war, darüber nachdachte in welcher Pfeife ich die nächste Portion in Rauch aufgehen lasse. Doch der "Finest British" gehört definitiv nicht dazu. Ganz im Gegenteil. In meiner persönlichen Bestenliste der Latakiamixturen hat er seit geraumer Zeit eine Dauerkarte für den letzten Platz. Das heißt aber nicht etwa, dass der Tabak schlecht wäre, es heißt nur, dass mir alle anderen besser gefallen. ;-) Dieser Umstand sollte jedenfalls beim Lesen meiner persönlichen Bewertung berücksichtigt werden. Der Finest British gehört zur "English Classic" - Serie von John Aylesbury und befindet sich in einer ansprechend grün etikettierten, runden Dose mit gelber Beschriftung, wobei es sich bei der 100g- Ausfuehrung um die Klemmdeckel-Variante handelt.
Der Tabak selbst zeigt im wesentlichen drei gut zu unterscheidende Farbtöne, hellbraun, dunkelbraun und fast schwarz. Der Anteil der schwarzen Tabakanteile ist recht hoch, woran der Carolina Black, vermutlich eine Black Cavendish - Version, nicht ganz unschuldig sein dürfte. Die Mixture ist mittelbreit und kurzfaserig geschnitten und ermöglicht gute Stopf- und Abbrandeigenschaften.
Der Duft des nicht angezündeten Tabaks ist durchaus ein echter Nasenschmeichler, wenn man den rauchigen Duft von Latakia mag. Er wirkt vordergründig würzig, wobei ihm allerdings die cremige Weichheit fehlt, die ich an den Dunhill Mixturen so schätze. Der "Finest British" gehört zu den leicht feuchten Tabaken und trocknete auch während dieses relativ langen Verbrauchszeitraums nicht aus, wofür vermutlich nicht nur die gut schließende Dose verantwortlich ist. Jedenfalls brauchte er selbst nach einem Jahr nicht nachbefeuchtet zu werden. Er ist allerdings nicht so feucht, dass die Raucheigenschaften darunter zu leiden hätten.
Sobald der Tabak in der Pfeife glimmt, offenbart er auch schon seinen charakteristischen Geschmack, den er gleichbleibend öde bis zum Ende der Füllung beibehält. Er wirkt auf mich in erster Linie säuerlich ohne den geringsten Kick, ohne spannende Nuancen oder Nebenaromen. Natürlich gibt es auch ein wenig rauchige Würze, doch nach dem Geruch aus der Dose hatte ich deutlich mehr erwartet. Die vordergründige Säure wirkt auf mich eher unangenehm, wenn man Rauchen mit Essen gleichsetzen wollte, würde ich sagen: schmeckt wie schon mal geraucht. ;-)
Ich habe den Tabak in verschiedenen Pfeifen verbrannt, was dazu führte, dass mir die betreffenden Exemplare erst wieder Spaß machten, nachdem ich sie mit wohlschmeckenderen Füllstoffen in Betrieb genommen hatte. Aktivkohlefilter kamen nicht zum Einsatz, obwohl ich das vorliegende Kraut nicht gerade als zungenfreundlich empfand. Auch wenn der Finest British im Vergleich zu anderen Latakiamischungen eher leicht ist, so erscheinen die kräftigeren Tabake trotzdem milder und angenehmer. Von allem anderen abgesehen, geht die Raumnote völlig in Ordnung und entspricht dem Rahmen der Erwartungen - die meisten Menschen mögen sie nicht. ;-)

Fazit:
Finest British? Ich kann es nicht so recht glauben.

(05.05.2001)


Ingo Gebert

Beim Öffnen der Dose und dem darauffolgenden Schnuppern hieran ist der Latakia ganz klar erkennbar. Nach der Beschreibung von JA ist dieser besonders für den Liebhaber von „natürlichen“, ungesoßten Tabaken geeignet. Eine Aromatisierung war auch nach der Geruchsprobe nicht zu erkennen. Der Tabak lässt sich auch ohne größere Mühe stopfen und anzünden. Auch mit dem Nachzünden gab es keine großen Probleme.
Am Anfang des Rauchopfers dominiert ganz klar die Süße des Virginias, der Latakia ist hintergründig heraus zu schmecken. Im Weiteren Verlauf wandelt sich das Geschmacksbild, der Virginageschmack wird weniger, und der Latakia gewinnt etwas mehr die Oberhand, ohne jedoch dabei zu aufdringlich zu werden. Eine Aromatisierung konnte ich zu keinem Zeitpunkt erkennen.
Allerdings wurde der Geruch des Tabaks nicht immer als angenehm empfunden („Was rauchst Du denn da? Weihrauch?“). Es empfiehlt sich also, diesen Tabak in einer Runde Gleichgesinnter oder ruhigen Stunde zu genießen, wenn man keine unnötigen Diskussionen eingehen möchte ;-).
Dieser Tabak wird bei JA auf einer Stärkeskala von Fünf der Stufe Zwei zugeordnet. IMO ist diese Einstufung in Ordnung, der Finest British ist ein typischer Engländer, ohne es jedoch mit den Würztabaken zu übertreiben.

Fazit:
Daumen waagrecht, der Tabak hat mir nicht schlecht geschmeckt, aber eine kleine Spur an Würze hat mir doch irgendwo gefehlt. Auch der Raumduft soll nicht immer „umweltgeeignet“ sein....

(27.07.2001)

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