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Samuel Gawith Finest Kendal Twist Rope#4
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith, sons & co. |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | ganzer Strang von etwa 15 cm |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | extra-stark |
| Verpackung: | Plastikbeutel, Gewicht etwa 45 g |
| Preis: | $ 9,95 (ca. 20 DM) |
Björn Hollensteiner
Beim Rope No. 4 handelt es sich um einen kompletten Strang Tabak, etwa 4 cm im Durchmesser und etwa 15 cm lang. Die Farbe ist dunkel- bis vollbraun. Das Aussehen erinnert, verzeiht mir bitte die Geschmacklosigkeit, an einen Blick in die Toilettenschüssel *nach* dem großen Geschäft.
Der Duft des Rope ist der von sehr kräftigen Virginias, eine schwere Süße und ein starkes Tabakaroma liegt darin. Entfernt erinnert er an den 1792 Dark Kendal Flake aus dem gleichen Hause, wobei allerdings die Räucherstäbchennote fehlt.
Aufgrund der Form muss man von dem Rope vor dem Rauchen erst einmal einige Scheibchen abschneiden, so wie man es mit einer Wurst vor dem Frühstück auch tut. Dies geht leicht mit einem Schweizer Taschenmesser. Nach dem Schneiden lassen sich die entstandenen Curly-Scheiben leicht zwischen zwei Fingern auseinanderrollen und in die Pfeife füllen. Man sollte nicht fest andrücken. Der Anzündevorgang geht, Flake- und Curlytypisch etwas mühsamer vonstatten, es sind mehrere Zündungen nötig, um die ganze Tabakfläche zum glimmen zu bringen. Sofort erschließt sich ein wahrhaft kräftiges Tabakaroma, das nuancenreich, süßlich und einfach wunderbar ist. Der Tabak raucht sich mühelos, brennt sauber ab und sottet nur wenig. Übrig bleibt feine weißgraue Asche.
Gegen Ende der Füllung stellt sich ein nicht abstreitbares Trunkenheitsgefühl ein. Die Raumnote dürfte nicht allzu unangenehm sein.
Fazit:
Ein wirklich kräftiger Tabak für den Abend. Man sollte gut gegessen und nach Möglichkeit noch keinen Alkohol getrunken haben.
Schon das Abschneiden der Scheiben weckt in mir Gedanken an die alten Zeiten, als es noch üblich war, den Tabak in dieser Form zu kaufen. Es drückt einen Stil aus, den es in der heutigen Pfeifenlandschaft nicht mehr gibt. Der Brown Rope No. 4 ist sicherlich kein Anfängertabak, und sicherlich auch nichts für einen häufigen Genuss. Ich werde ihn mir, schon aufgrund des hohen Preises, für solche Momente aufbewahren, in denen ich wirklich Lust habe, das Pfeiferauchen zu zelebrieren.
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(22.03.2000)
Bjoern Hollensteiner
Am 22.03.2000 schrieb ich schon mal ein Review über diesen Tabak. Nach einigem Herumexperimentieren und Proberauchen in den letzten Wochen habe ich mich zu einigen Ergänzungen und Verbesserungen entschlossen.
Zunächst einmal sei noch einmal gesagt und gewarnt, daß dieser Tabak wohl das Stärkste ist, was es zu rauchen gibt. Und mit stark meine ich stark im Sinne von überwältigend stark.
Ich möchte behaupten, daß es auch einem normal nikotinabgehärteten Raucher kaum möglich sein dürfte, ein mittleres Füllvolumen in einem Zug durchzurauchen, ohne die Vollsymptome eines Morbus Meniere oder eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels erleben zu dürfen.
Anders herum beschert er dem Raucher auch eine überwältigende Geschmackssinfonie, die ihresgleichen sucht und jede vegetative Begleiterscheinung in den Hintergrund treten läßt (zumindestens nach
Dienstschluß :-)).
Was also tun? Die eine Alternative ist die ein bis zweimalige Unterbrechung des Rauchvorganges für 10-15 Minuten. Dies schadet dem Geschmack keineswegs und erlaubt es dem Körper, etwas vom Nikotin wieder abzubauen. Zwischendurch kann man durchaus in Betracht ziehen, den Raum zu lüften, denn auch die Raumluft erfährt eine Potenzierung ihres Nikotingehaltes.
Zum anderen eignet sich der Rope #4 zum "Aufbrezeln" von leichten Virginiamischungen. Ausprobiert habe ich dies mit Keistlers "Professor", "#20", Capstan medium "ready rubbed" und Orlik "Golden Slices". Das Mischungsverhältnis habe ich in etwa 40 % Brown Rope #4 / 60 % Mischtabak gehalten, ohne allerdings ernsthaft zu wiegen.
Die drei Erstgenannten harmonieren ganz gut mit dem Rope #4, letzterer eher nicht. Alle Tabake gewinnen deutlich an Volumen, Geschmack und Stärke, wobei der Geschmack des Rope #4 deutlich dominiert. Man kann ihn so aber gut in einem Zug durchrauchen.
Es empfiehlt sich, denke ich, ein wenig herumzuexperimentieren und vielleicht auch eine Mischung etwas zu lagern, damit sich die Aromen besser verbinden können.
(09.12.2005)
Es existieren zum gleichen Tabak zwei Einträge. Zum einen ist er in der Datenbank als "Brown Twist No. 4" vorhanden, zum anderen als "Finest Kendal Twist Rope#4". Es handelt sich um die selben Tabake. Ursächlich hierfür ist die unterschiedliche Bezeichnung durch S. Gawith selbst (IIRC). Für den US-Markt wird der Twist #4 als "Rope" bezeichnet. Daher wurde der Tabak unter zwei Bezeichnungen in der Datenbank aufgenommen.