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Exclusiv First Class
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Pöschl Schnupftabakfabriken Landshut |
| Mischung: | Virginia, Burley, Würztabake (?) |
| Schnittbreite: | "aufgeflockter Cavendish" (Zitat), 1,5 mm, kurz- und mittelfaserig |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50g/ 100g Rechteckdose |
| Preis: | DM 9,90/18,80 |
Rolf Öttking
Wieder einmal einer der (mit Recht ?) gefürchteten Pöschl-Tabake. Der Hersteller spricht von einem mit Würztabaken versehenen Cavendish. Mal sehen...
Die Kupfer-/ Messingfarbene Dose mit dem weiß-grauen, mit Goldfarbe abgesetztem Deckel ist an der Ecke zu Öffnen. Innerhalb der Dose befindet sich der Tabak noch in einem Plastikfolienbeutel, der mit einem Pappinnendeckel einigermaßen dicht (wenn die Dose nicht allzu leer ist) verschlossen werden kann. Der Inhalt ist äußerst fein geschnitten, so wie ich es bislang nur bei Zigaretten-Tabaken gesehen habe (kein Selbstdreh-Feinschnitt), und verströmt beim Öffnen den typischen Pöschl-Duft, bereichert mit einem leicht seifigen, blumigen, süßen Aroma, scheint allerdings nicht mit Frucht-Aromen versetzt zu sein. Das Tabakbild weiterhin ist mittelbraun in unterschiedlichen Schattierungen, wohl vom Virginia und Burley (ca. 20-30%).
Der Tabak ist leicht zu stopfen (Vorsicht: nicht zu fest!) und besitzt recht ordentliche Abbrandeigenschaften. Nach dem Anzünden verbreitet sich ein sehr süßer Geschmack. Wo die Würztabake geblieben sind, weiß ich nicht, jedenfalls aber nicht in dem Tabak. Andere süß-gesoßte Tabake neigen zum Sottern und dazu, mit der Zeit bitter zu werden. Das ist bei First Class weniger der Fall, er neigt auch nicht zu sehr zum Heißrauchen, wenn der Tabak noch gut (d.h. recht feucht) konditioniert ist. Die Süße flacht während des Rauchens nur wenig ab. Tabakgeschmack sucht man allerdings nahezu vergebens.
Weiterhin ist wundersam, was das auf allen Exclusiv-Tabaken zu findende "Prädikat zungenmild" zu bedeuten hat, bei einem Tabak nämlich, der zwar nicht mehr als andere in die Zunge beißt. Allerdings auch nicht weniger. Das Pöschlcasing hält bis zum Schluss an, ohne allzu sehr penetrant zu werden. Immerhin ein Lichtblick. Ungefähr nach der Hälfte kann man, wenn man sehr genau nachschmeckt, das Aroma der P´- Schnupftabake (wenn bei diesen das Menthol verflogen ist) erahnen. Diesen Moment kann man allerdings auch verpassen. Eine noch leichtere, aber länger durchhaltende Ahnung von Kentucky erschließt sich im zweiten Drittel der Füllung. Der Rest ist mittelgraue Asche.
Fazit:
Nun ja, er brennt. Aufgrund seines feinen Schnittes, der im krassen Widerspruch zum Dosenaufdruck steht, könnte er zum Heißbrand neigen, was durch überdurchschnittlich hohe Feuchtigkeit ausgeglichen wird. Die Exclusiv-Dosen werden von einem Life Guard-Soldaten mit Bärenfellmütze geziert, bei dem ich immer das Gefühl habe, dass dem armen Mann übel ist. Das mag ein wenig übertrieben erscheinen, denn der Tabak liegt von Geruch und Geschmack her bei den P´- Tabaken im Mittelfeld. Ich bin der Meinung, er sollte dort liegen bleiben. Wenig empfehlenswert. Will jemand den Rest geschenkt haben ?
(20.12.2000)