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Ermuri Francis Drake
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Ermuri |
| Hersteller: | Ermuri |
| Mischung: | Virginias, BC |
| Schnittbreite: | Wild Cut |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | Dose 50 gr |
| Preis: | 13,00 DM |
Peter Ctyroky
Zunächst der Aufdruck: Eine Mischung leichter und süßer Golden Virginias mit einem ganz besonders milden Black Cavendish, zur Reifung einige Wochen gelagert und mit einem frischen Flavour von exotischen Früchten mit einem Hauch Vanille veredelt. Ein außergewöhnlich mildes und duftiges Rauchvergnügen.
Beim Öffnen der Dose zeigt sich ein mittelbraunes Farbbild, das von hellen, gerissenen Blattteilen und schwarzen BC Strängen unterbrochen wird. Die RR Anteile sind auf ca. 1 cm zerrieben, die Schnittbreite der Mixture liegt bei ca. 2-3 mm. Der Tabak liegt locker in der relativ hohen Dose. Im Aroma aus der Dose dominiert ein recht angenehmer Kokosduft gepaart mit Vanille. Die Feuchtigkeit ist ok, obwohl die Tabakfäden beim Zusammendrücken noch ein wenig aneinander kleben. Der Tabak lässt sich trotzdem gut stopfen, ein paar Tage in der wiederverschlossenen Dose tun ihm jedoch gut. Das Anzünden geht relativ einfach, dadurch dass er sich stark aufbäumt braucht man ca. 3 Zündhölzer. Der Geschmack entspricht dem Aroma der Dose, obwohl der Kokos etwas in den Hintergrund tritt und die Vanille mehr dominiert. Vom Tabak ist nicht besonders viel zu schmecken, nur die Süße der Virginias kommt etwas durch und verbindet sich gut mit dem Aroma. Gegen Ende der Füllung wird der Geschmack etwas tabakechter, ohne dass die Aromatisierung komplett verloren geht. Der Raumduft wird auch von Nichtrauchern positiv bewertet, kann aber in kleinen Räumen aufdringlich werden. Der Tabak brennt relativ gut bis zum Ende, u.U. muss ein bis zweimal nachgezündet werden, was jedoch den Geschmack nicht beeinflusst. Es bleibt ein weißer Ascherest über. Die Kondensatentwicklung ist "normal" für einen stark aromatisierten Tabak, was heißt, dass ohne Filter wohl einige Pfeifenreiniger daran glauben müssen. Überhaupt ist die Gefahr des Zungenbrennens vor allem zum Ende der Füllung hin relativ groß, so dass der Tabak eigentlich nur Filterrauchern bedenkenlos empfohlen werden kann.
Fazit:
Ein eindeutiger Desserttabak, der ohne Filter wohl kaum viel Freude bereiten wird, mit Filter jedoch rauchbar und genießbar wird.
(11.10.2000)
Rolf Öttking
Der vollständige Name der Mischung lautet "Francis Drake Special Mixture".
Die 50g- Hochdose ist in roter Farbe gehalten, darauf das Konterfei des Seehelden und die Aufschrift: "Eine Mischung leichter und süßer Golden Virginias mit einem ganz besonders milden Black Cavendish, zur Reifung einige Wochen gelagert und mit einem frischen Flavour von exotischen Früchten mit einem Hauch Vanille veredelt....". Dieser Text hätte mich eigentlich warnen sollen, aber wer nicht hinschaut, den bestraft Haribo.
Beim Öffnen der Dose entströmt dieser ein intensiver Duft nach Vanille und Honig, den ich in der Beschreibung nicht erwähnt finde, der aber dennoch vorhanden ist. Parallelitäten zu dem aus gleichem Hause stammenden Ambiente No.2 sind überaus deutlich. Das Tabakbild ist vornehmlich mittelbraun mit Einsprengseln aus Hellbraun (ca. 5%) und Black Cavendish (ca.30%). Der Tabak ist sehr feucht, er pappt geradezu, lässt sich aber, dies berücksichtigt, relativ leicht entzünden und glimmt dann ebenso relativ problemlos ab. Der Rauch ist nicht allzu sehr, aber doch kühl.
Bei einer derart hocharomatischen Mischung ist es nicht verwunderlich, dass außer der Aromatisierung kaum Tabakgeschmack durchkommt, schon gar nicht, wenn auch noch die mildesten Blattanteile zur Mischung verwendet wurden. Im zweiten Drittel haben sich dann die Aromen etwas beruhigt, um im letzten Drittel langsam zu verschwinden. Wenn man allerdings mehr als eine Füllung aus derselben Pfeife raucht, wird dieser Prozess länger anhalten, da sich das Flavouring hartnäckig in der Pfeife festsetzt, so dass diese schon nach der dritten Füllung sogar im kalten Zustand intensiv nach Honig riecht. Auch mit Wiederentzünden ist dem Aroma dann nicht mehr beizukommen, man vermisst hier geradezu sogar die Bitterkeit, die manchen Tabak vermiest, der noch überhaupt über nennenswerte Stärke verfügt.
Nichtsdestotrotz ist auch diese leichte Mischung irgendwann einmal am Ende der Pfeife angelangt, man zieht einen recht feuchten Filter (ohne hab ich's nicht gewagt) aus der Pfeife und wendet sich irgendwie unbefriedigt dem nächsten Tabak zu. Wer als Mitraucher gerne Vanille- Pudding - vielleicht noch mit Himbeersoße- isst, ist allerdings- im Gegensatz zum Hauptakteur- voll auf seine Kosten gekommen und spart auf diese Weise den Nachtisch.
Fazit:
Wieder einmal einer dieser Hocharomaten, die den Namen Tabak völlig zu Unrecht tragen, das versprochene Vanille- Aroma erweist sich als Vanillinzucker- Aroma, die Frücht hätten am Baum hängen bleiben können und sogar mit dem Grundtabak ist, mangels Tabakgeschmack, so recht nichts anzufangen. Das Ganze ist ziemlich kitschig geraten und nicht einmal für jene Anfänger empfehlenswert, die zumindest _etwas_ vom Tabak schmecken wollen. Ich hatte den Namen Francis Drake mit dem Elisabethanischen Zeitalter in Verbindung gebracht und also etwas wie die Elizabethan Mixture von Dunhill erwartet, sah mich aber grausam getäuscht. Genau wie der Ermuri No.2: Nix mehr für mich.
(08.03.2001)