zurück
Samuel Gawith Full Virginia Flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Samuel Gawith, sons & co. |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50 g Dose und als Bulk (Fabriksversiegelt ab 1 lb.) |
| Preis: | $8.50 für 2 oz., $24 für |
Björn Hollensteiner
Die Virginia-Flakes von Samuel Gawith, Kendal (UK) stellen meiner Meinung nach völlig zu Recht ein Highlight in der Reihe der naturbelassenen Virginia-Tabakwelt dar. Es gibt ihrer drei, die soweit ich weiß aus den selben Tabaken bestehen, aber unterschiedlich lange nach dem alten tradierten Verfahren der Pressung unter Beigabe heißen Wasserdampfes behandelt werden. Der am kürzesten gepresste und "gekochte" (stoved) Flake ist der Medium Virginia Flake, in der Mitte findet sich der Best Brown, am längsten gedeiht dem Full Virginia Flake die Dampfbehandlung an. Die Tabake sollen durch das Verfahren nachfermentieren, was vor allem zur Bildung von mehr Zucker im Tabak führt. Des weiteren verliert der Tabak seine Schärfe zur Zunge und die Aromen runden sich ab. Der Full Virgina Flake kommt als ebenholzfarbener Tabakblock, die zwar geschnittenen Scheiben lassen sich allerdings nur schwer voneinander trennen.
Man kann die Festigkeit der Flakescheiben durchaus mit der von Plugscheiben vergleichen. Gegen das Licht gehalten zeigt sich auf den Scheiben ein feiner, leicht glitzernder Belag von Zuckerkristallen, welcher vom hohen Gehalt desselben kündet. Der Duft erinnert neben der typischen leicht heuigen Note der Gawith Virginias, die hier etwas dezenter und runder ausgeprägt ist, auch an Lakritze. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Geruch wirklich durch die Dampfpressung hervorgebracht wurde, oder durch ein leichtes Casing.
Die hohe Festigkeit des Tabaks erfordert eine gewisse Vorbereitung, um ihn überhaupt rauchbereit zu machen. Ganz Geduldige und solche, die sich um den Streichholzverbrauch nicht scheren, sollten den Tabak nur geknickt und leicht gebrochen in die Pfeife praktizieren, sie können sich eines langen aber auch ihre volle Aufmerksamkeit erfordernden Rauchgenusses gewiss sein. Ein Mittelweg wäre die Würfelschnittmethode nach Joachim Acker: Man schneidet die Scheibe quer zum Verlauf der Fasern und pliesert die entstandenen Streifen zu kleinen Würfelchen auseinander, die dann über den Rand "geschupst" werden. Noch leichter macht man sich, wenn man die Würfelchen noch leicht auffasert und dann in die Pfeife füllt. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.
Der Tabak lässt sich nicht leicht entzünden, er geht in etwa so schwer an, wie der Kendal Plug. Nachfeuern ist öfter mal nötig, will man nicht zu heiß rauchen. Der Duft aus der Pfeife ist sehr voluminös: Gleichzeitig ist er würzig-heuig, lakritzig und ausgesprochen süß, ohne jedoch scharf zur Zunge zu sein, wie man es vom Medium Virginia Flake her kennt. Insgesamt hat man auch beim Rauchen den Eindruck, dass beim Full Virginia Flake die Tabakaromen am rundesten und weichesten aus der Pfeife kommen, was ihn aber auch etwas weniger interessant macht, als den Best Brown und den Medium Virginia Flake. Die Stärke ist meiner Meinung nach im Mittelfeld anzusiedeln. Wie man es von Samuel Gawith Tabaken gewohnt ist, verbrennt er sauber zu feinpuderiger weißlicher Asche. Die Raumnote wird als sehr angenehm beschrieben, interessanterweise auch nach "Lakritz".
Fazit:
Unter den Tabaken der naturbelassenen Virginia-Flakes wie schon erwähnt einer der Spitzenreiter. Die etwas aufwendigeren Vorbereitungen und die Aufmerksamkeit, die er beim Rauchen verlangt, machen ihn zu einem perfekten Tabak für die Stunden des Tages, in denen man sich seinem Rauchgenuss mit aller Muße widmen kann.
(10.01.2001)
Manuel Evertz
Öffnet man den Beutel, kommen einem dunkle Flakestreifen mit relativ wenigen hellen Augen entgegen. Die Streifen sind 15x3 cm gross und ca 1-2 mm dick. Sie erinnern von der Konsitenz her an Leder und riechen schon nach vollem kräftigem Tabak, vielleicht ein wenig brotig. Es ist keinerlei anderer Geruch zu erschnüffeln.
Der Flake kommt für meinen Geschmack ein ganz klein wenig zu feucht daher, so daß ich ihn in ein Glas ümfülle und erstmal 24 Stunden lang offen stehen lasse.
Ich rubble ihn auf Grund seiner ledrigen Konsitenz auf und stopfe die Pfeife auch nicht, sondern fülle sie bis zum Rand, klopfe dagegen, bis er sich gesetzt hat, fülle wieder und klopfe usw. bis der Kopf voll ist. Er lässt sich relativ gut anzünden, bäumt sich aber extrem auf, wird jedoch direkt wieder in seine Schranken verwiesen und nachgezündet. Der Tabak ist direkt nach dem Anzünden voll präsent.
Vollmundiger voluminöser unverfälschter Tabakgeschmack mit einem unglaublichem Body. Es gibt diesen Ausdruck "fett" und dieser Ausdruck trifft es glaub ich gut. Ja, der Tabakgeschmack ist wirklich "voll fett" :-) Im Gegensatz zu vielen seiner VA Flake Kollegen ist er recht freundlich zur Zunge und wird auch nicht direkt böse, wenn man ihn mal etwas zu heiss raucht. Trotzdem ist es ein Tabak, der genossen werden möchte. Nachzünden ist nicht weiter schlimm, er behält seinen Geschmack, raucht man ihn aber allzu heiss, geht das Volumen verloren.
Er ist eigentlich sehr gut mit einer guten Flasche Rotwein zu vergleichen und harmoniert mit dieser zusammen auf wunderbare Art und Weise. Ein Tabak, für den man sich ein wenig Zeit nehmen sollte um ihn vollkommen geniesen zu können.
Das Abbrandverhalten ist sehr gut und übrig bleibt ein wenig hellgraue Asche im Kopf. Die Kondensatbildung ist gering.
Fazit:
Für mich ist es DER VA Flake schlechthin. Mein persönlicher Referenz Virginia, an dem sich alle anderen messen müssen. Für Liebhaber der reinen Virginia Richtung eine absolute Empfehlung. Wer ihn auslässt, ist es selber schuld.
Zu beziehen über http://www.synjeco.ch
(15.02.2004)
Ingo Gebert
Sinngemäß übersetzt lautet die Beschreibung von Samuel Gawith:
"Full Virginia Flake ist für den Liebhaber von natürlich gepressten Virginias, welche in dem Herzen der Lakelands hergestellt werden. Zu Beginn wird der Full Virginia aus einer Mischung Virginias kaltgepresst. Heiß gepresst für zwei bis drei Stunden und über Nacht abgekühlt, bekommt der Kuchen seine köstliche und charakteristische Farbe, welche den Traum eines Pfeifenrauchers erfüllt, ein Gefühl von Ruhe, Gelassenheit und die Vorfreude auf die nächste Pfeifenfüllung aufkommen lässt."
Vom Anblick kommt der Full Virginia mit einem dunkleren Braun daher, die doch eher etwas dünner geschnittenen Flakescheiben lassen sicher ohne weiteres Auseinanderziehen und je nach eigenem Gusto in die Pfeife einbringen. Beim Anzünden ist etwas Mühe aufzuwenden, und gelegentlich erlischt das Rauchkraut auch wieder. Der Tabak schmeckt zu Beginn leicht süßlich, und nach etwas einem Drittel der Pfeifenfüllung entwickelt er immer mehr an Stärke, ab hier würde ich den Full Virginia Flake wirkliche als Full einstufen, er wäre für mich kein Tabak für die erste Tageshälfte. Hinzu kommt auch noch ein leicht würziges Prickeln, ohne jedoch dabei unangenehm zu sein oder mein Sprechorgan zu malträtieren. Ich meine, das der Full Virginia Falke ganz klar den naturbelassenen Tabaken zuzurechen ist, und er ist ein positives Beispiel dafür, was alles aus einem reinem Virginiatabak so
gefertigt werden kann.
Fazit:
Daumen hoch, bei der nächsten Bestellung bei Daniel ist er wieder mit dabei.
(15.04.2004)