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G.L. Pease Union Square (Pfeifentabak)
| Hersteller: | G.L. Pease |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Broken Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | stark |
Ralf Ruhenstroth
Alljährlich findet in Chicago die Tabakmesse statt und natürlich ist
dies stets der richtige Zeitpunkt, um neue Produkte der Öffentlichkeit
zu präsentieren. Ganz klassisch also. So auch geschehen im Jahr 2009,
als Greg Pease seinen „Union Square“ präsentierte. Dieser ist also noch
ein recht junger Tabak, der in die bereits bestehende Fog City Serie
Einzug erhalten hat, lt. Hersteller natürliche, süßliche, pure
Virginias, ganz ohne Flavour.
Öffnet man die 2 Oz-Dose (ca. 57 g), dann begegnet einem zwar ein ganz
dezenter Essiggeruch (nicht mit den McClellands zu vergleichen), aber
auch süßliche sowie Heu- und Gräserdüfte steigen in die Nase. Sehr
appetitlich, dazu ein fabelhaftes Tabakerscheinungsbild. Die Brauntöne
sind etwas dunkler gehalten. Diese versprechen allerdings auch kein
Leichtgewicht, denn der „Union Square“ bringt, wie beim Rauchgenuss
festgestellt, auch eine nicht zu unterschätzende Stärke mit sich.
Inzwischen durfte ich einige US-Tabake rauchen, und es ist mir nicht
neu, dass insbesondere die Flakes aus den USA zuweilen noch mit etwas
Feuchtigkeit ausgestattet ins heimische Wohnzimmer kommen. So auch der
“Union Square“. Ein Stündchen an der Luft, ausgebreitet auf einem Blatt
Papier, tut dem Tabak vor dem Einbringen in die Pfeife ganz gut und
sorgt dafür, dass das Entzünden wesentlich leichter gelingt. Die
gebrochenen Flakestücke sind so gepresst und anschließend geschnitten
(gebrochen), dass ein ausgiebiges Aufrollen zwischen den Fingern von mir
dringend empfohlen wird. Und noch etwas: Beim Anzünden bitte nicht die
Pfeife bis zum Rand voll stopfen, denn er bäumt sich auf. Will man also
Löcher auf Teppich oder Tischdecke vermeiden, ist eine 2/3-Füllung
vollkommen ausreichend.
Und so kommt man von Beginn an zu einem feinen und traumhaften
Virginiagenuss. Eine Offenbarung. Die Voraussetzung dafür ist allerdings
der Faktor Zeit. Denn die muss man unbedingt haben. Abgesehen davon,
dass man den „Union Square“ zügig heiß rauchen kann, ist er insofern
sehr anspruchsvoll, in dem er eine nochmalige Rücknahme des Rauchtempos
fordert. Nur so kann er der Qualität gerecht werden, die er in sich
trägt. Der „Union Square“ ist für Virginialiebhaber ein geschmackliches
Feuerwerk, mit das Beste, was ich bisher genießen durfte. Diese
angenehme und natürliche Süße habe ich bisher nur bei McClellands
„Brindle Flake“ gefunden, wobei dieser G.L. Pease die ganze Schose für mich noch ein wenig toppt. Der deutlichste Unterschied dürfte die Stärke
sein, denn der „Union Square“ hat Dampf. Da geht sicherlich nichts
sprichwörtlich in die Hose, aber man sollte mit Bedacht ran gehen, was
aber bei einem sanft durchgeführten Rauchtempo auch kein Problem
darstellen dürfte. Da ist eine 60 – 90-minütige Rauchdauer in einem
kleinen bis mittelgroßen Kopf vollkommen normal. Ein zwischenzeitliches
erforderliches Nachfeuern ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Eine
dunkelgraue Asche bleibt am Ende übrig, geschmacklich verliert dieser
Broken Flake mit fortschreitender Rauchdauer nichts. Und die Raumnote
ist angenehm, allerdings auch wenig bedeutsam. Sie wird nicht zu neuen
Bekanntschaften führen.
Fazit: Der „Union Square“ ist ein sehr hochwertiges Produkt. Ich habe
noch 2 Dosen davon. Eine davon wird für längere Zeit in eine dunkle
kühle Ecke verschwinden, denn ich habe bereits vernommen, dass eine
längere Lagerung diesen Tabak nochmals weiter veredeln kann. Ich bin
gespannt. Aber auch schon so ist dieser Tabak von G.L. Pease ein
Hochgenuss, wenn man denn das richtige Konsumverhalten an den Tag legt.
Eine absolute Empfehlung, wenn auch für Anfänger wegen seiner Ansprüche
nur bedingt geeignet!
(10.07.2011)