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Germain's Plum Cake Mixture
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Plum Cake Mixture |
| Hersteller: | J. F. Germain & Son, Jersey |
| Mischung: | 4 versch. Virginias und ein spez. "Black Tobacco" |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | noch leicht |
| Verpackung: | 50gr.-Dose |
| Preis: | GBP 8,95 |
Markus Voigt
Diese Mixture hat nichts außer dem Namen mit McBarens "Plumcake" gemein!
Ich habe diesen für mich neuen Tabak zusammen mit zwei Pfeifen in England bestellt, er ist in Deutschland meines Wissens nach nicht erhältlich. Neugierig machte mich die interessante Beschreibung:
"Der Name stammt aus früheren Tagen, als alle Tabake vor dem Schnitt zu Cakes gepresst wurden. Vier verschiedene Virginias werden mit einem Cavendish und einem speziell präparierten "Black Tobacco" gemischt. Diese Mischung wird dann nach einer 70 Jahre alten Rezeptur aromatisiert, um einen honigsüßen Tabak mit einzigartigem Aroma zu erhalten" - so der Hersteller aus Jersey.
Optik:
Der Tabak kommt in einer grafisch recht ansprechenden, weiß bedeckelten Rechteckdose mit blauem, braunem und schwarzem Schriftzug daher und ist sehr feucht, fast schon nass. Er bietet ein recht helles Mischungsbild, ich denke so etwa ¾ heller VA und ¼ dunkle und fast schwarze Tabakanteile. Der helle VA ist rel. langfaserig geschnitten.
Geruch:
Ein vom Geruch her auch nur annähernd ähnlicher Tabak ist mir noch nicht untergekommen - der Geruch, welcher der frisch geöffneten Dose entströmt, ist süßlich, schwer, leicht pfeffrig; im Hintergrund nimmt man auch VA-typische Heutöne und ein ganz kleines bisschen Gewürznelke gemischt mit einer Honignote wahr; alles in allem auch irgendwie leicht muffig und dabei fast schon stechend bzw. penetrant. Ich habe lange gegrübelt, woran mich das ganze am ehesten erinnert, bis es mir einfiel: es riecht für mich irgendwie wie ein frisch gebautes Glasfaserboot. Ja, tatsächlich, dieser süßlich-schwere und etwas stechende Geruch erinnert mich an dieses Harz, mit dem man solche Boote (oder auch Surfboards) baut und repariert; kurzum: nichts, was man sich in die Pfeife stopfen, geschweige denn anzünden möchte. Etwas enttäuscht lag die Dose also etwa einen Monat nach dem Öffnen unangetastet herum, bis ich mich dann doch noch traute....
Stopfen:
Das Stopfen geht, nachdem man den deutlich zu feuchten Tabak mindestens 30 min. im beheizten Zimmer abtrocknen lässt praktisch wie von selbst. Er hat nach einer guten halben Stunde Trocknen (ausgebreitet auf einem Stück Küchenkrepp) genau den richtigen Feuchtigkeitsgehalt. Ob des hierdurch durch den Raum wabernden Geruches wurde die nächste Etappe dann fast schon wieder verworfen...
Anfeuern und Rauchen:
Der nun gut konditionierte Tabak braucht nur einmal Feuer und brennt dann willig und gleichmäßig bis zum Ende herunter. Und hier kommt die erstaunliche Überraschung: der merkwürdige Geruch des Tabaks ist im Rauch verschwunden! Das Zeug schmeckt sogar recht gut! Der Tabak liefert einen absolut milden, vollen Rauch, der süß und irgendwie nussig schmeckt. Auch hier ist die Beschreibung schwer - die Plum Cake Mixture erinnert im "Grundton" etwas an den Allerweltstabak "Holland House" (ein heller Cavendish), aber hier ist neben dem natursüßen, hellen VA-Cavendish deutlich mehr dabei: nussige Aromen mit einer natürlichen Honigsüße, und irgendwie ein gaaanz klein wenig Spekulatius irgendwie, und auch ein Hauch Bitterschokolade... Keine Spur mehr von dem alles andere als einladenden Aroma aus der Dose! Keine Spur von Kunstharz! Weitere Überraschungen bleiben aus, er wird zwar ab der Hälfte etwas gehaltvoller, aber alles in allem bleibt er bis zum Ende konstant. Heißrauchen nimmt er kaum übel, Wiederentzünden war bislang nicht nötig. Ich würde ihn als noch leicht einstufen, Nikotin ist zwar enthalten, aber in der Dosis hier nicht wirklich erwähnenswert. Zum Schluss bleibt recht dunkle und feste Asche übrig, Kondensat fällt kaum an. Die Raumnote ist tolerabel bis angenehm, nicht sehr spektakulär, leicht süßlich und doch tabakecht.
Fazit:
Trotz abschreckendem Dosenaroma auf alle Fälle einen Versuch wert. Sicher für Experimentierfreudige ein Muss; ich möchte meinen, fast schon für Freunde naturbelassener Tabake geeignet (wenn diese den Dosengeruch ignorieren können und dann tatsächlich rauchen) und sicher auch ein qualitativ hochwertiger Tabak. Bestimmt wird er dem Einen oder Anderen nicht schmecken, aber so ist da ja eigentlich immer... Keine Ahnung, was Germain & Son auf der Kanalinsel da so alles reinzaubern (und ob das 70 Jahre alte Rezept überhaupt eines für Tabak ist) - meine Empfehlung hat er, wenn auch nicht ganz uneingeschränkt. Ich werde ihn mir sicher wieder einmal gönnen, ich habe hier eine interessante Abwechslung gefunden.
(12.01.2010)