Pöschl Gletscherprise Extra Mild
(Schnupftabak)
| Hersteller: | Pöschl |
| Verpackung: | 10 Gramm Dose |
| Preis: | etwa 1,60 Euro |
Jan Hauck
Wenn man die helle rechteckige Dose öffnet, empfängt einen ein angenehm erdiger, fast sandiger Duft. Der Tabak ist auch sandhell, wenn man ihn portioniert auf die Hand gibt. Er fällt sehr leicht.
Man hat den Tabak mit Columbiaöl verfeinert (laut Verpackung), jedoch wirkt er absolut trocken.
Nachdem der Tabak allgemein relativ oft verkauft zu werden scheint, vermute ich, daß er nicht so lange gelagert war, um so trocken zu sein, man war wohl bei dem Öl sparsam.
Leider wirkt sich die Trockenheit auf das Schnupfverhalten aus. Empfehlenswert sind von Anfang an kleinere Mengen bei einer Prise. Je mehr man mit einem Mal schnupft, um so wahrscheinlicher ist es, daß der Tabak durch den Zug den Nasenraum verläßt, den Mundraum aber nicht erreicht. Die Folge ist ein unangenehmes Kratzen im Kanal zwischen Nase und Mund, das nur schwer und mit einiger Menge getrunkener Flüssigkeit (Wasser, Bier, Wein etc.) wieder zu entfernen ist.
Die Prise, richtig geschnupft, wirkt verzögert. Anders als die Sorten, denen viel Menthol beigefügt ist, spürt man diese hier erst nach einigen Sekunden. Ein leichtes erfrischendes Gefühl setzt ein, welches aber nur kurz anhält. Das Prickeln, das Anfänger oft als unangenehmes Brennen empfinden, beschränkt sich auf den Nasenraum. Das kann daran liegen, daß ich die Prise nicht zu stark einziehe, um wie gesagt kein Brennen im Rachenraum zu erzeugen. Deshalb wirkt die kurze Frische nicht bis zum Beginn der inneren Stirn, sondern nur in der Nase. Die allgemein durch Schnupfen verursachte freie Nase und ein erfrischtes Durchatmen entfällt erstaunlicherweise bei dieser Sorte weitgehend. Alles in allem ein milder Tabak ohne Menthol, man muß helle Tabake mögen und etwas Schnupferfahrung haben, um diese Sorte genießen zu können. Der Hersteller erwähnt eine Spur Pfefferminze im Tabak, aber dergleichen verspürte ich nicht. Nachdem sich der Duft des Tabaks in der Nase verflüchtigt hatte, bewirkte das in solchen Fällen empfehlenswerte Bewegen der Nase mit leichtem Druck ein erneutes Aufflackern des Duftes, der jedoch beim zweiten Riechen intensiver war. Durch die geringe Menge der Prise wie auch durch die helle Farbe des Tabaks hält sich der Taschentuchverbrauch des Schnupfenden in Grenzen.
(11.07.2002)