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Ogden's Gold Block
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Ogden's of Liverpool |
| Mischung: | helle |
| Schnittbreite: | kurz- und langfaserig, 1,2 mm. Schnitt |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | irish |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 g Pouch |
| Preis: | 8,45 Euro |
Björn Hollensteiner:
Der Gold Block - hergestellt von Ogdens of Liverpool und als einer der wenigen englischen Tabake noch bei Dan Pipe erhältlich - erregte schon vor längerer Zeit meine Aufmerksamkeit. Doch andere Tabake lockten und so wurde er lange Zeit nicht bestellt. Nachdem ich aber gute Erfahrungen mit dem St. Bruno Flake gemacht hatte, durfte bei meiner letzten Lieferung aber doch mal ein Döschen die Reise nach Münster antreten und den Weg allen irdischen (Tabaks) gehen.
In der Dose findet sich ein heller Virginiatabak, der einen doch intensiv blumigen Duft verströmt. Dieser ist irgendwo zwischen Seife und Blumenstrauß angesiedelt. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch Burleyblattgut dabei ist. Der Tabak ist noch recht feucht, es empfiehlt sich, ihn etwas trocknen zu lassen vor dem Genuss.
In der Pfeife entfaltet sich ein hocharomatisches, süßes, vielschichtiges Aroma, das anfangs viel von der Aromatisierung widerspiegelt. Im Laufe der Füllung, eigentlich schon nach 5 Minuten, entwickelt sich allerdings der Duft weg vom Aroma und hin zu einem vollen Virginiaduft, der allerhöchstens noch vom Aroma untermalt wird. Die Raucheigenschaften sind beispielhaft. Angenehmer, samtiger Rauch umspielt eine zufriedene Zunge, der Tabak brennt sauber dabei ab. Allenfalls stört mich der schnelle Abbrand des Tabaks, was vielleicht am Burley liegt. Die Stärke des Tabaks würde ich als medium einschätzen.
Fazit:
Es ist gewöhnungsbedürftig, dieses Aroma, und wird sicherlich nicht von jedem gemocht werden. Wer jedoch mit dem St. Bruno zurecht kommt, dem empfehle ich mal den Versuch des Gold Block. Er ist der kleine Bruder des St. Bruno. Ich hätte eigentlich nach dem Öffnen der Dose nicht gedacht, dieses Aroma zu mögen, doch schon die ersten Füllungen haben mich eines besseren belehrt.
(06.06.2000)
Frank Nicolai
Ich ahne, dass ich dem Einen oder Anderen auf die Füße trete wenn ich den Gold Block nicht als Offenbarung erlebe. Aber man sagte mir auch, dass die in Deutschland (noch) vertriebene Version mit der englischen nichts gemein hat.
Das Tabakbild ist hellgelb bis hellbraun und besteht aus einer Art gepresstem ready-rubbed und kurzfasrigen Virginiablatt. Bei ersten Öffnen riecht der Tabak sehr irisch; also: seifig. Dies gibt sich im laufe der Zeit und der Geruch wird mehr vanillig.
Das Stopfen und Entzünden ist einfach. Der Schnitt läßt das Rauchen in kleinen aber auch sehr großen Pfeifenköpfen zu. Der Geschmack ist für mich etwas irretierend. Zum einem ist das floral oder auch soapy genannte Aroma präsent. Doch ist auch der Tabak zu erschmecken. Das Aroma ist aber über die gesamte Pfeifenfüllung sehr ungleichmäßig. Mal mehr, mal weniger vorherrschend. Eine Logik konnte ich darin nicht erkennen. Denn weder kann ich sagen: je kühler, desto aromatischer (oder umgekehrt) noch kann ich erkenne, dass die Aromatisierung mit der Zeit abnimmt. Es kann passieren, dass kurz vor Ende der Füllung wieder ein Schwall Aroma die Zunge trifft. Als wäre der Tabak zu frisch verpackt worden oder sich die Aromatisierung nicht genügend mit dem Tabak vermischt hätte.
Vorsicht auch vor der Stärke des Tabaks: Der Gold Block ist ein Schaf im Wolfspelz. Während die Aromatisierung einen an einen "normalen" Aromaten denken läßt lehrt einem das Rauchen eines Besseren. Der Tabak ist wirklich stark. Und um so größer die genutzte Pfeife, desto merklicher wird der Nikotinanteil. Kein Tabak für Weicheier :-)
Ich hatte ein paar Probleme damit, den Tabak kühl zu rauchen. Auch wenn der Gold Block fast kein Kondensat absondert und der Filter fast trocken blieb (ohne Filter habe ich ihn nicht geraucht, dafür war er mir zu kräftig); der Pfeifenkopf blieb selten handwarm. Ich weiss nicht, woran das liegt. Aber entweder ging mir der Tabak aus oder er brannte zu heiss. Die Feuchte stimmt aber. Ich stehe vor einem Rätsel.
Die Asche ist grauweiss mit einigen wenigen schwarzen Sprengseln und der Geruch des gerauchten Tabaks ist tabakecht mit leicht seifiger Note.
Fazit:
Der Gold Block ist nicht schlecht. Aber er ist auch nicht gut genug. Der Bulldog Golden Flake gefällt mir zum Beispiel besser da er mir ausgewogener vorkommt.
Der hohe Nikotinanteil und der zu heisse Abbrand lassen den Tabak sowieso nur für gestandene Pfeifenjünger geeignet erscheinen.
(25.02.2003)
Björn Hollensteiner
Dieses Review bezieht sich auf die in England erhältliche Form dieses Tabaks, die sich von der ehemals in Deutschland verfügbaren doch so deutlich unterscheidet, daß sich ein eigenes Review lohnt.
Bei meinem kürzlichen Aufenthalt in London erwarb ich bei J.J. Fox für den stolzen Preis von 7,40 Pfund ein 50 g - Pouch dieses leider hierzulande nicht mehr erhältlichen Tabaks. Zuletzt hatte ich ihn vor drei Jahren geraucht und auch ein Review verfaßt.
Auch im englischen Pouch befindet sich ein sehr fein geschnittener nahezu einfarbig hellbrauner Tabak. Laut Aufschrift des Pouch besteht die Mischung aus Burley und Virginia. Sie duftet - und hier liegt der Gegensatz zum mir bekannten Gold Block - sehr naturbelassen und heuig. Wenn überhaupt ein Aroma zugefügt ist, so bleibt es gänzlich im Hintergrund.
Durch den sehr feinen Schnitt eignet sich der Tabak auch für sehr schmal gebohrte Pfeifen. Der Rauch ist weich, süßlich und recht gefällig. Ein leichtes Prickeln auf der Zunge bestätigt das Vorhandensein sehr heller, süßer Virginas. Von einer floralen Aromatisierung ist auch im Rauch nichts zu spüren. Der Tabak glimmt recht gut und sauber durch, nahezu problemlos gelingt es, ihn bis auf den letzten Krümel aufzurauchen.
Fazit:
Nicht übel und sicherlich einen Versuch wert, auch wenn man dafür nach England reisen muß, oder ihn dort bestellen muß. Im Vergleich zum ehemaligen in Deutschland verkauften Gold Block finde ich diesen besser. Aufgrund der guten Raucheigenschaften und der duftigen Raumnote wäre er ein guter All - day - Tabak, wenn nur der Preis nicht wäre.
(23.11.2003)