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Bulldog Golden Flake
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Bulldog |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 Gramm Runddose |
| Preis: | 12,50 DM |
Martin Steinthaler
Letzten Samstag habe ich von einem Freund den, in Österreich neuerdings auch erhältlichen, Bulldog Flake von Dan zum Testen bekommen. Ich dachte mir ja nichts böses dabei aber als ich die Pfeife das erste mal anzündete glaubte ich ich würde in ein Stück Kernseife beisen :-( buhaaaaa...
Mann so ein Gefühl hatte ich das letzte Mal beim Peterson Sherlock Holmes nur da ist es noch ganz erträglich und ich konnte dem Sherlock sogar noch was Gutes abgewinnen aber der Bulldog ist ja Seife pur !!
Als ich die Pfeife nach einem viertel der Füllung ausmachte und weglegte dachte ich mir "gottseidank".
Heute aber in der Früh nahm ich diese Pfeife wieder aus dem Schrank und freute mich schon auf eine gute Füllung Old London. Beim Anzünden aber hatte ich wieder ein Stück Seife auf der Zunge :-( buhaaaaa... nein nicht schon wieder. Ich konnte den Nachgeschmack die ganze Füllung über schmecken und der wurde auch noch dazu kaum schwächer. Ich hoffe nur, dass der Bulldog bald verschwindet und keine schmeckbaren Rückstände hinterlässt.
Also WARNUNG vor dem Hund !!
Jörg Busack
Der Tabak steckt trotz Flake-Schnitt in einer runden Dose. Im Gegensatz zu einigen anderen DTM-Flakes liegen die Flake-Scheiben jedoch nicht durcheinander, sondern in einem kompakten Block von ca. 6cm x 6cm Kantenlänge. Ein schöner Kuchen!
Der Flake sieht sehr gleichmäßig aus. Einheitlich goldbraun mit hellen Einsprenglungen. Die Flake-Scheiben haben die übliche Dicke. Aus der geöffneten Dose ist ein blumiger Duft wahrzunehmen.
Zum Stopfen habe ich die Scheiben mehrmals geteilt, da sie doch recht groß sind.
Zum Anzünden, einer mit diesem Flake gestopften Pfeife, benötige ich meist nur ein Zündholz. Schon unmittelbar bei den ersten Zügen schmecke ich ein spezielles Aroma das den Geschmack des hochwertigen Tabaks unterstreicht.
Der Geschmack ist nicht dänisch-süß, sondern eher der englischen Richtung (ohne Latakia) zuzuordnen. Der Tabakgeschmack gleicht dem Man's Best Friend aus der gleichen Serie. Er ist eher herb-süß, wobei die Süße des Virginia zwar vorhanden ist, aber dezent im Hintergrund bleibt. Sollte jemand also eher eine Mixture bevorzugen, kann er auch zum Bulldog MBF greifen, um den gleichen Genuss zu erleben. Der Geschmack bleibt bis zum Ende der Füllung erhalten.
Das Abbrandverhalten dieses Tabaks ist tadellos. Glimmt er erst einmal, dann "zieht er ruhig seine Bahn", und erzeugt nur wenig weiße Asche. Die Kondensatbildung ist eher gering.
Ich rauche den Tabak in allen Pfeifengrößen und ohne Filter. Aber auch für den Filterraucher dürfte er geeignet sein.
Die Raumnote wurde als angenehm beschrieben.
Fazit:
"Bulldog Golden Flake" ist IMO ein hochwertiger Virginia, den ich mir wegen seiner Verwandtschaft zum "Man's Best Friend" wohl noch mal kaufen werde.
WARNUNG: Dieser Tabak erzeugt bei den ersten Füllungen einen "seifigen" Geschmack. Da muss man durch ;-) Spätestens nach 50g verliert sich das. (IMO) Wegen Crossover bitte zum Testen nicht die Lieblingspfeife verwenden!
(15.10.2000)
Frank Nicolai
Zuerst das Negative: Der Tabak kommt sehr feucht daher. Dies ist insofern sehr ärgerlich, dass ich meine Gier nach dem Tabak erst nach ein paar Stunden Wartens befriedigen kann. Die jetzt geöffnete Dose ist die nunmehr zweite. Als die erste leer war fühlte ich mich gezwungen, eine Bestellung an DP loszuschicken. Das Kraut macht in gewisser Weise süchtig.
Damit dürfte der Tenor des Reviews vorgegeben sein: es kann nur ein positives werden.
Der Tabak duftet schon aus der Dose blumig-fruchtig. Ein Geruch, der mir sofort Appetit macht. Wie ich schon im Zusammenhang mit dem Formers Blend schrieb: vor einem Jahr hätte ich nie vermutet, dass mir solch eine Aromatisierung je gefallen könnte. Inzwischen ist dieses - von mir kaum noch als seifig wahrgenommene - Aroma zu einem festen Bestandteil in meiner Tabakbar geworden.
Der Flake kommt wie gesagt sehr feucht daher, trocknet aber in der geöffneten Dose schnell rauchfertig ab. Der PG-Anteil scheint also nicht zu groß zu sein. Die Farbe tendiert zum dunklen Braun; sie wird mit dem Abtrocknen des Tabaks heller. Die Flakes sind durchzogen von helleren Streifen und wenigen Birdeyes. In der derzeit geöffneten Dose liegen die Flakes akkurat gestapelt übereinander; in der vorigen waren sie - DTM-typisch - kreuzdurcheinandergeworfen. Das macht mir aber nichts, denn ich pflücke die Flakescheiben auseinander und rolle sie zu Kugeln, die ich dann in die Pfeife werfe. Zu festes Stopfen schadet dem Genuss, denn häufiges Nachzünden macht den Tabak etwas bitter. Das liegt IMO an der hohen Tabakfeuchte.
Im Geschmack findet sich das mit der Nase bereits erfasste Aroma wieder. Die Aromatisierung bleibt bis zum Ende der Füllung hin relativ konstant. Im letzten Drittel wird der Tabak etwas kräftiger. Das Aroma erinnert mich nur (noch) wenig an Seife; eher an herb-süße Früchte - jedoch ohne den Anschein der Künstlichkeit. (Obwohl ich selbstverständlich annehme, dass das Aroma nicht aus Fruchextrakten o.ä. ist.) Es ist schwer zu beschreiben, ich kann nur auf die Reviews vom Formers Blend und Formers Flake (in dem Anteile des Bulldog Golden Flake enthalten sein sollen) verweisen. Dieser Aromatisierungstyp ist so eigenständig wie der des Erinmore Flake es ist; in Daddys Favourite Baccy ist er anteilweise auch enthalten. Vielleicht fällt Wolf - mit dem ich dieses Review parallel schreibe - eine bessere Beschreibung ein.
Der Abbrand ist hervorragend. Egal wie groß, tief oder weit die Pfeifen sind, in denen ich den Bulldog Golden Flake rauchte: übrig blieb immer nur wenig dunkelgraue und ziemlich feine Asche.
Zum Einrauchen neuer Pfeifen ist der Tabak meiner Meinung nach nicht geeignet. Zum einen ist er recht feucht und gibt so auch etwas mehr als wenig Kondensat ab und zum anderen hinterlässt er in jeder Pfeife ein Cross-Over. (Das aber für meinen Geschmack gut mit reinen Virginias harmoniert, die in der gleichen Pfeife geraucht werden.)
Fazit:
Der Bulldog "Golden Flake" ist ein hervorragender Tabak. Im Vergleich zum Formers Flake ist er 3,50 DM preiswerter aber ansonsten mit jenem gleichzusetzen. Der Formers ist weniger feucht und sieht "ordentlicher" aus. Wenn man diese Art der (irischen?) Aromatisierung mag führt kein Weg am Golden Flake vorbei. Die Abbrandeigenschaften sind hervorragend - er ist einer der Tabake, die man nie nachzustopfen braucht und er brennt sehr kühl ab. Die Kondensatbildung hält sich in Grenzen so dass der Tabak auch zungenbrandfrei ohne Filter geraucht werden kann. In meiner persönlichen Werteskala hat er ein "sehr empfehlenswert" erhalten.
(10.04.2001)
Wolf-Rüdiger Jürgens
Zum Golden Flake hat mich einerseits der Formers Flake gebracht und andererseits eine Empfehlung von Björn Hollensteiner. Er sagte sinngemäß "Noch besser als der Former's sei der Bulldog Golden Flake". Es war klar das ich den BGF sofort bei der nächsten Bestellung mit orderte und ich muss sagen Björn hat vollkommen recht. BGF ist in meinen Augen der "Inseltabak". Der BGF sieht zwar nicht so recht "golden" aus, jedoch ist seine mittelbraune Farbe durchzogen von helleren Sprenkeln und Birdseyes äußerst appetitlich anzuschauen. Wenn man die Dose öffnet strömt geradezu ein herrliches süßes Aroma heraus. Meine Frau, obwohl 2 Meter entfernt sitzend, fragte sofort "Daddy's ?". Nein mit dem Daddy's Favourite Baccy hat er wohl nur die englische soapy Aromatisierung gemein. Auch fehlt der Latakiaanteil im BGF. Stopfen kann man den BGF in Pfeifen jeder Größe, er lässt sich sehr leicht aufrubben, aber auch als Kugel oder Zylinder gepresst in der Pfeife applizieren. Im Gegensatz zu Frank, finde ich den BGF überhaupt nicht zu feucht. Er ist gerade richtig und das sowohl in der 50gr. sowie auch in der 250gr. Dose. Das Anzünden gestaltet sich sehr leicht, 2 Hölzer brauche ich jedoch fast immer. Nach dem Anzünden schmeckt man sofort ein ein sehr süßes und vollmundiges Aroma. Ich kann keine "Seife" mehr schmecken, diese ist wohl durch den häufigen Genuss von Former's und Daddy's verloren gegangen ;-). Die Aromatisierung erinnert mich am ehesten an süßsaure Drops, wobei Drops aber eher das Tabakaroma vermissen lassen. Denn dieses kann sich trotz der Aromatisierung ständig behaupten und geht meiner Meinung nach eine für mich perfekte Symbiose mit der Aromatisierung ein. So perfekt wie ich sie noch bei keinem Tabak beobachtet habe. Ich weiß nicht welche Zutaten verwendet wurden, vermute jedoch auf Grund des Geruches und Geschmacks, Schokolade, Lebkuchenaroma, sowie Trauben. Der Geruch erinnert mich auf angenehme Weise an Lebkuchen, und zwar konkret an den Geruch von frisch zubereiteten Lebkuchenteig. Wenn der Tabak die Zone des besten Geschmacks erreicht, produziert er im Nachgeschmack ein Aroma das mich unwillkürlich an Rosinen denken lässt. Diesen Geschmack habe ich auch schon beim Former's festgestellt, somit könnte Frank mit seiner Vermutung BGF sei auch im Former's vorhanden durchaus Recht haben. So ca. nach einem Drittel wird der Geschmack süßer und das Saure tritt weiter in den Hintergrund. Auch wird er jetzt noch vollmundiger aber nicht stärker. Das ist wohl der Bereich den die Boy's von asp als "the tobacco hit's the zone" beschreiben. Der Virginia unterstützt von der Aromatisierung produziert geradezu ein Geschmacks-Feuerwerk wie ich es in seiner Ausprägung nur vom Former's Flake und in einer gänzlich anderen Art und Weise beim SG Best Brown Flake kennen gelernt habe. In dieser Zeit bin ich ständig versucht dem Tabak auch noch das letzte Quäntchen Genuss abzuringen, und muss ständig aufpassen ihn nicht durch zu starkes Ziehen aus der Bahn zu werfen. Die Stärke würde ich als Medium einschätzen. Sie ist aber nie ein Problem bei mir, selbst Morgens überfordert sie keineswegs. Und plötzlich ist alles vorbei, eine leichte Bitterkeit kündigt das bevorstehende Ende an, wenige Augenblicke später ist die Füllung aufgeraucht. Leider. Der BGF verglimmt fast rückstandslos, außer weißer Asche die sich durch Schütteln gut im Innenraum verteilt, bleibt nichts über. Auch ein Qualitätskriterium für mich. Während des Weges zum Boden bleibt der BGF sehr kühl, fast so unterkühlt wie sich die Briten manchmal geben ;-). Er steht wohl damit in einer guten Tradition...
Die Raumnote ist unauffällig, süßlich. Meiner Umwelt behagt der Geruch, noch nie habe ich eine Kritik gehört, ich wurde eher genötigt "Rauch doch mal den schönen Tabak wieder".
Genug geschwärmt, für mich ist der Bulldog Golden Flake "mein" Tabak! Ich rauche ihn zu jeder Tageszeit, in jeder Kopfform und er hat mich nie enttäuscht. Im Gegenteil durch das Rauchen in verschiedenen Pfeifen habe ich genug Variation, mal schmeckt er weicher, mal hält sich die süßsaure Phase bis zur Mitte. Positiv ist der Preis der großen Dose zu nennen, kleine Dosen BGF machen eh keinen Sinn mehr für mich :)
(14.04.2001)
Holger Frickert (DTM)
als Antwort auf eine Anfrage:
"Golden Flake" ist zwar die Basis des "Man's Best Friend", daher auch ein verwandter Grundgeschmack durch das vor dem Pressen zugesetzte Casing, letzterer erhält aber ein anderes Flavour mit eher fruchtigem Einschlag. Der Eindruck geringerer Saucierung wird vermutlich von unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt herrühren, denn nach Anfrage bei DTM sagte man mir, es sei keinerlei Änderung der Rezeptur vorgenommen worden."