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Grouse Moor Plug

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Samuel Gawith Grouse Moor Plug

(Pfeifentabak)

Markenname:Samuel Gawith
Hersteller:Samuel Gawith, sons & co.
Mischung:verschiedene Virginas aus Afrika, pressed, steamed, flavoured etc...
Schnittbreite:Plug, ohne Schnitt einfach nur ein Quader Tabak!
Typ:aromatisiert
Stärke:stark
Verpackung:50g in einem Alubeutel
Preis:für 50g $5.40 oder CHF 8,

Martin Steinthaler

Vorweg eine englische Beschreibung: The smell of the tobacco is almost that of a flavored tobacco (it reminds my wife of baking cookies!). When it's burning, it produces a very sweet aroma at the beginning and then dissipates into a less evident, and yet pleasant, aroma. The taste is also VERY sweet, without being irritatingly so. Highly recommended if you're after a traditional British Vriginia that is serious and yet sweet.

Die Plugs sind sicher einmal schon von der Optik her etwas aussergewöhliches. Ich mußte etwas schmunzeln als ich die Verpackung aufmachte und einem ca. 5cm X 4cm X 3,5 cm großen Quader aus der Folie holte. Nun gut also ab in die Küche und das Lachsmesser aus der Lade. Ich schnitt sehr dünne Scheiben von dem Plug und rieb sie zwischen den Handballen auf. Der Plug lässt sich so recht schön zerreiben und leicht Stopfen. Die einzelnen Streifen sind eigentlich recht dünn und haben IMO auch einen sehr angenehmen Feuchtigkeitsgehalt. Der Abbrand ist sehr gut und die Pfeife kann auch extrem kühl geraucht werden. Was bei den Plugs nur von Vorteil ist denn sie haben schon mächtiges Stärkepotential :-) der Geruch kalt ist sehr verwirrend und hat etwas Parfumartiges. Noch dazu finde ich zwar keine genaue Beschreibung des Geruches aber er erweckt irgendwie Orientalische Assoziationen :-) Dieses Aroma lässt den Text der englischen Beschreibung schon etwas merkwürdig erscheinen. Na ja vielleicht sind die Zusätze biologisch abbaubar oder unter strenger EU Norm gezüchtet worden. Für mich ist er jedenfalls ein Aromatischer Plug! Beim Anzünden entfaltet er sofort auch diese Geschmackserwartung jedoch nicht sehr aggressiv. Mit der Zeit ändert sich der Eindruck immer mehr zum starken Virginia mit der dazugehörenden Süße. Das Grousemoore Aroma ist aber immer da und wird von mir komischerweise immer mehr toleriert. Bei etwa Mitte der Pfeife fängt der Plug auf einmal wunderbar an zu schmecken und wird richtig angenehm. Je langsamer desto besser! Ich habe gerade bei diesem Plug meine Einstellung zu 100% während des Rauchens geändert. Auf einmal hat der Plug mit den Virginias etwas Oberhand und die Aromazusätze werden schwächer. Eigentlich sollte der Plug IMO von Anfang an so schmecken!! Die Zweite und dritte Pfeife die ich mit Grousemoor rauchte war schon besser aber immer noch zu Beginn etwas zu aufdringlich. Wenn man die Pfeife mit allen Eigenschaften die dieser Plug hat erst ab der Mitte schmecken würde dann währe es ein spitzen Produkt. So muss man den Plug etwas lüften um die schlechten Eigenschaften zu minimieren und den guten Eigenschaften hervorzuheben. Die Qualität ist jedoch Spitzenklasse und sowohl für Aromaraucher wie auch für Flake Fans einen Versuch wert. Kein Anfängertabak da er schon eine sehr hohe Stärke und Fülle hat. Mein Tipp ist der Grousemoore Plug mit Earl Grey am Abend. Das passt sehr gut zusammen. Die Raumnote übrigens ist ein echter Ladykiller. Kuchen oder Kekse backen, Himmeltau Babynahrung, Milchreis mit Kakao etc... hab alles schon gehört :-)


Björn Hollensteiner

Der Grouse Moor Plug ist eine Tabakspezialität aus dem Hause Samuel Gawith, Kendal UK. Plugs sind die Urform des Flakes. Sie entstehen, indem viele Lagen Tabakblätter übereinandergelegt werden und unter hohem Druck unter Zusatz von heißem Dampf gepresst werden. Dabei reifen die Tabake nach und entwickeln eine dunklere Farbe. Auch die Aromastoffe werden durch diese Prozedur intensiviert, Reizstoffe gemildert.
Nach dem Pressen werden die entstandenen Tabakplatten von ca. 4 cm Dicke in Würfel von ca. 50 g Gewicht geschnitten. Der Vorteil für den Raucher liegt auf der Hand: wer immer sich darüber geärgert hat, dass seine Flakescheiben zu dick oder zu dünn sind, kann sie sich nun selbst mit einem Messer vom Plug abschneiden.
Auch sind sämtliche von mir bisher gerauchte Plugs, welche ausschließlich aus hochwertigen Virginiablättern hergestellt werden, erheblich milder zur Zunge als die Flakes aus gleichem Hause, was allerdings nicht heißt, dass sie leichter wären. Der Nachteil ist die aufwendige Prozedur der "Zubereitung", die, will man immer frisch abgeschnittenen Tabak haben, den Genuss von Plugs zu einer Sache von Mußestunden macht. Der Grouse Moor Plug gehört zu den aromatisierten Plugs. Das Aroma tendiert meiner Meinung nach in Richtung Frucht, wobei man jetzt nicht an die typischen deutsch-dänischen Fruchtaromatics denken, sondern sich einen fruchtig-würzigen Virginiaduft vorstellen sollte, der an den Kendal Plug erinnert. Eine Charakterisierung als parfumig oder seifig geht beim Grouse Moor Plug völlig an der Realität vorbei. Er hat meiner Ansicht nach genau das richtige (unaufdringliche) Maß an Aromatisierung, und ist dadurch nicht mit dem erheblich aufdringlicheren RB Plug zu vergleichen. Als Stopfmethode ist die Zubereitung der Plugscheiben zu kleinen Würfelchen zu empfehlen, wie sie Joachim Acker praktiziert. So kann es nicht zu Verstopfungen in der Pfeife kommen und ein ausgedehntes Raucherlebnis bis zu 2 Stunden vorprogrammiert. Natürlich ist das Anzünden aufwendiger, das Abbrandverhalten komplizierter und das Handling umständlicher als bei Mixturen, was den Tabak ebenfalls nicht für "zwischendurch" prädestiniert. Der Rauchduft erinnert sehr stark an den Kendal Plug, wird jedoch von der dezenten Aromatisierung untermalt, welche nahezu konstant über die Füllung erhalten bleibt. Übrig bleibt feine amorphe Asche, welche fast weiß ist.

Fazit:
Ein Tabak zum Genießen, dem ich wirklich jedem empfehlen kann, der einmal einen gekonnt aromatisierten Tabak probieren will. Wie ich schon bei den anderen beiden Plugs schrieb, ist es einfach ein Genuss, sich der Prozedur des Rauchens dieses Tabaks zu widmen, ein Erlebnis, das man sich nicht vorenthalten sollte.

(06.09.2000)

Im Nachgang meines Reviews vom September letzten Jahres sehe ich mich gezwungen, einige Ergänzungen zu diesem Tabak zu machen. Anscheinend sind auch bei ihm nicht zu vernachlässigenden geschmackliche Schwankungen zwischen den einzelnen Chargen möglich. Der Grouse Moor Plug, auf dessen Genuss das erste Review beruht, war tatsächlich fast kaum aromatisiert. Mittlerweile habe ich bereits vier weitere Grouse Moor Plugs aufgeraucht und muss feststellen, dass der erste offenbar nicht der "echte" gewesen ist. Alle vier weiteren waren schon recht deutlich aromatisiert, und zwar in gleichem Ausmaß. Die jetzige Aromatisierung geht immer noch etwas in Richtung Frucht und Kekse, dazu ist eine parfumige Note gekommen, die zwar nicht im Vordergrund steht, aber doch immer da ist. Diese wird Raucher, die so etwas noch nicht kennen, sicher erst einmal erschrecken. Doch für den erfahreneren "English-Aromatic"-Genießer ist sie eher als dezent und unaufdringlich zu bezeichnen. Mir gefällt die jetzige Version noch erheblich besser, als die erste. Die Aromen des hervorragenden Kendal Plugs balancieren und verbinden sich aufs trefflichste mit der gekonnten Aromatisierung und erzeugen so eine Geschmacksmelange, in der ich immer wieder etwas neues entdecken kann.

Fazit:
Fragte mich jemand jetzt nach meinem Lieblingstabak, so hieße er Grouse Moor, egal ob Mixture oder Plug. Für mich ist das "der" Tabak.

(05.05.2001)

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