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Half And Half

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Sterling Tobacco Company Half and Half (Burley and Bright)

(Pfeifentabak)

Markenname:Sterling Tobacco Company
Hersteller:Sterling Tobacco Company
Mischung:Virginia/ Burley
Schnittbreite:2mm - kurzfaserig+mittelfaserig
Typ:aromatisiert
Stärke:medium-stark
Verpackung:50gr Pouch
Preis:6,40 Euro

Rolf Öttking

Irgendwann einmal sandte mir Jörg Lehmann eine hübsche Svendborg- Pfeife, die ich käuflich von ihm erworben hatte, und packte in die Sendung den vorliegenden Tabak (im Hausfrauen- Bulk: Plastikbeutel) ein, allerdings ohne mir den Namen des Tabaks zu verraten. Es handelt sich also sozusagen um einen echten Ein- Mann- Blindtest. Nachdem ich aber nun dieses Review schreibe und poste, hoffe ich darauf, das Jörg den Mantel des Schweigens lüften wird und irgendwann einmal den Namen verrät.
An dem Geruch des Tabaks habe ich einige Zeit herumgerätselt, bis es eines Tages wieder einmal an der Zeit war, meiner Holden einen Strauß Blumen zu verehren und während ich nun das Gebinde (Blumen) in der Hand hielt, überkam mich die Erkenntnis: "Das ist es!". Nun bin ich leider botanisch total unbewandert, ein Banause gar, und kann nicht sagen, welches Duftgemüse mir die freundliche Floristin da zur Wiederherstellung des häuslichen Friedens mitgegeben hatte. Fragen zur näheren Bestimmung sind also leider zwecklos (Geranien oder Rosen waren's aber nicht). Ich hoffe aber, den Duft einigermaßen beschrieben zu haben.
Das Tabakbild ist ziemlich einheitlich mittelbraun, der Schnitt ebenso einheitlich eher kurz geraten (2mm Breite x <15mm Länge), die Konditionierung auf der trockenen Seite, aber nicht weit entfernt von ideal. Somit lässt ich der Tabak ohne Probleme füllen und entzünden. Sogleich entfaltet sich der Duft, die Aromatisierung ist gut auszumachen, der Tabakgeschmack harmoniert gut, jedenfalls für Leute, die florale Tabake mögen (zu denen gehöre ich, wenn auch nicht ausschließlich, so doch dann und wann...).

Nach ein paar Zügen hat man sich an das Aroma etwas gewöhnt und erhält die Chance, ein wenig mehr in den Tabak hineinzuschmecken. Den oben erwähnten Kentucky vermute ich nur, mehr aufgrund des Tabakbildes als dem Geschmack nach, aber ein wenig K. oder Dark-Fired scheint in der Mischung vorhanden zu sein. Auch den Orient kann ich nur vermuten, wegen eines etwas säuerlichen Geschmacks, der sich die Füllung über hält.
Insgesamt bringt der Tabak genug Würze mit sich, um neben der Aromatisierung bestehen zu können.
Irgendwie beschleicht mich, während ich dieses schreibe, der Eindruck von "chinesisch- süß- sauer", was aber daran liegen kann, dass ich schon lange kein Chop-Suey mehr gehabt habe.
Filterlos geraucht, neigt der Tabak beim mäßig hastigem Rauchen dazu, leicht zu prickeln, allerdings nicht unangenehm. Mit MS- Filter kommt er etwas harmloser daher. Der Tabak bleibt bei beiden Varianten recht trocken im Rauch. In den ersten beiden Pfeifendritteln ist die Stärke eher medium, im letzten Drittel dreht der Tabak allerdings etwas auf und zeigt, dass man am Besten nicht auf nüchternen Magen rauchen sollte, Nikotin ist jedenfalls genug vorhanden, der Tabak wird jetzt medium-voll.
Die ganze Zeit über bleibt der Abbrand unproblematisch, geht nicht aus und sottet nicht. Die Füllungen können gut bis unten durchgeraucht werden, die Asche ist mittelgrau. Allerdings ist die Aromatisierung geeignet, eine Pfeife deutlich zu prägen, Crossover ist des Tabaks zweiter Vorname.
Geraucht: ca 30g in Bentley (MS- und Papierfilter) und Preben Holm (oFi), die vermutlich mit diesem oder einem nahe verwandten Tabak eingeraucht worden ist.

Fazit:
Ist was für "Floral"-Liebhaber (auch für Blumenfreunde). Für alle Tage ist mir die Aromatisierung zu ungewöhnlich, aber hin und (öfter mal) wieder finde ich ihn gut zu rauchen. Für Anfänger im Pfeiferauchen allerdings ist die Aromatisierung wohl zu ungewöhnlich, auch ist der Tabak recht stark zum Ende hin. Ich kann, mangels Erfahrung auf dem Gebiet floraler Tabake, keine Vermutung aussprechen, um was es sich nun handelt und bin gespannt auf die Auflösung.

Nachtrag:
Jörg hat den Tabak inzwischen geoutet. Es handelt sich um "Half and Half Burley and Bright", war also nix mit Kentucky und Orient. So kann man sich irren.

(15.11.2001)


Karl-Heinz Krebs

Der Tabak ist sehr feucht, von dunkel brauner Farbe und riecht meiner Empfindung nach schwach nach Pflaume mit einer herben Note. Im Rauch ist er kühl, die Raumnote bezeichnet meine Frau als nicht so angenehm. Den Geschmack kann ich nicht einordnen. Im letzten Drittel fängt er an auf der Zunge zu beißen, ich muss mich überwinden bis zu Ende zu rauchen.
Wenn's denn die Amerikanische Richtung sein soll, dann würde ich "blue note" oder "Stars & Stripes" vorziehen.


Frank Nicolai

Ich denke, dass die Verpackung, in der der Tabak mich errreichte, schon etwas besonderes ist: 500 Gramm Tabak in einer Dose, die für die US-Army vorgesehen ist. Absolut luftdicht verpackt und wie eine Konservendose zu öffnen.

Das, was mir da an Tabak entgegenschaut ist ein fast unifarbenes verwaschenes Braun. Sehr kurz und breit geschnitten und im Geruch mehr als gewöhungsbedürftig. Die vom Rolf vernommenen Blumen scheint es nur im Thüringischen zu geben ;-) Ich bin immerhin der Sohn einer Gärtnerin; doch an diesen Geruch kann ich mich nicht erinnern. Mir kommt das, was da aus der Dose her sofort das Zimmer füllt völlig unbekannt vor. Etwas unangenehm süßlich wie Urwaldpflanzen, die zum Bestäuben Fliegen anlocken wollen. Der Geruch liegt irgendwo zwischen dem Clan Aromatic und dem Prince Albert.

Das Stopfen sollte sorgfältig erfolgen. Luftlöcher im Tabak lassen ihn schnell überhitzen. Das mag mit dem Schnitt des Tabaks zu tun haben. So ist es logisch, dass ich eher kleine Pfeifen für den Tabak empfehle. In großen Köpfen kann der Tabak zum Ende hin bitter werden - wie schon Karl-Heinz beschreibt.

Der Geschmack ist geruchskonform. Dauerhaft empfinde ich ihn einfach nur unangenehm. Mich stört die penetante Präsenz, mit der der Tabak ständig seine Anwesenheit kundtut. Und am Schlimmsten: er bleibt in der Pfeife hängen, in den Haaren des Rauchers, den Möbeln, Gardinen und Teppichen. Total-Crossover :-)

Die Asche ist grau mit einige wenigen schwarzen Sprengseln. Die Raumnote wird auch von Dritten eher als unangenehm beschrieben. (Nur meinem Chef gefällt's.)

Fazit:
Also mein Ding ist das nicht. Mal eine Pfeife aller zwei Wochen ist noch ok. Mehr nicht.

(08.10.02)


Detlev Büscher

Der Half and Half ist ebenfalls ein echter Klassiker der deutschen Tabaklandschaft. Das Packungsdesign greift den Namen auf und setzt ihn stilvoll um. Halb dunkelrot, halb dunkelgruen, durch einen weissen, geschmackvoll mit silber abgesetzten Balken diagonal geteilt, praesentiert sich der Half und Half im Edellook und informiert den Kaeufer gleichzeitig darueber, dass die beiden "Haelften" der Mischung aus Burley und Bright (= heller Virginia bzw. nach einer anderen Definition Virginia, Georgia, Carolina usw.) bestehen.

Der Tabak erfreut das Auge mit einem einheitlich wirkenden mittel- bis hellbraunen Mischungsbild eher schmal und vor allem recht kurz geschnittener Tabakfaeden. Er ist maeßig feucht und fasst sich weich und fluffig an. Ausserdem riecht er sehr angenehm nach Vollmilch-Trauben-Nuss-Schokolade. Ob das wirklich nur der Tabak ist, der so duftet? Ich denke, hier hat man dezent, aber auch gekonnt mit einem Flavour nachgeholfen.

Schnitt und Feuchte bewirken sehr angenehme Stopfeigenschaften, auf nachdrueckliches Feststopfen der Fuellung kann und sollte jedenfalls verzichtet werden. Beim Half and Half kann man wirklich Streichhoelzer sparen; das Inbrandsetzen gelingt mit einem einzigen Zuendholz und Nachzuenden im weiteren Rauchverlauf ist ebenfalls nicht notwendig. Die Fuellung brennt wirklich aeusserst gutmuetig ab, bis sich nur noch ein wenig hellgraue Asche im Pfeifenkopf befindet.

Durch die guten Glimmeigenschaften ist das Rauchvergnuegen in mittelgrossen Pfeifen eher kurz. Aber das finde ich nicht tragisch, wenn ich zwei Stunden an der Pfeife haengen will, kann ich einfach einen anderen Tabak rauchen. Doch wenn ich keine Lust auf eine allzu "lange" Pfeife habe, kommt mir der Half and Half gerade recht. Das Poucharoma findet sich im Rauch nicht so deutlich wieder wie bei einem "echten" Aromaten. Man merkt schon, dass man eigentlich Tabak raucht und nicht etwa ein Stueck Schokolade mit Rosinen im Mund zergehen laesst. Insgesamt wirkt es tatsaechlich so, als wenn der Burley das Geschmacksbild mit einer gedaempften Kakaonote praegt, waehrend die Bright Tobaccos, moeglicherweise gestuetzt durch das Flavouring, fuer die geschmacklichen Trockenobstanteile im Hintergrund sorgen. Wichtig ist, dass der Tabak auch wirklich verglimmt. Raucht man so zurueckhaltend, dass ein Teil des Tabaks nur ankokelt, die Asche am Rand schwarz bleibt und noch nverbrannter Tabak zu sehen ist, wird zwar das Rosinenaroma anfangs etwas deutlicher, doch im weiteren Rauchverlauf verliert der Tabak seine Ausgewogenheit und wird herber und schon fast unangenehm kraeftig, um nicht zu sagen: penetrant, wie es Frank Nicolai in seinem Review beschrieb. Ein Effekt, der auch beim Rauchen ohne Filter auftritt; der Half and Half scheint weniger suess, die hellen Toene werden ueberdeckt, der Geschmack klebt schwer und kraeftig auf der Zunge und in der Nase. Mir sagt der Half and Half kohlegefiltert besser zu, denn dann wirkt das Aroma waehrend der ganzen Fuellung angenehm gleichfoermig duftig und bleibt bis zu den letzten Zuegen erhalten.

Fragen nach der Raumnote (mit AKF) wurden ebenfalls ausnahmslos positiv beantwortet. Die gerauchten und gereinigten Pfeifen riechen relativ neutral mit einer leichten Kakaonote. Im Wechsel mit daenischen Mischungen sollte sich der Half and Half eigentlich vertragen. Eine ausgepraegte Crossovertendenz kann ich momentan nicht erkennen, aber der Tabakwechsel steht erst noch an.

Fazit:
Ein Tabak fuer jede Gelegenheit, insbesondere, wenn einem der etwas flottere Abbrand entgegenkommt. Geschmacklich zwar keine einzigartige Offenbarung aber durchaus angenehm (mit AKF). Gepaart mit den auesserst gutmuetigen Raucheigenschaften auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

(03.07.2003)


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