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Habel Hausmarke No. 341
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Kohlhase & Kopp |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 100g Hochdose |
| Preis: | 13,85 Euro |
Jan Hauck
Beginnen möchte ich mit der Quelle des Tabaks. Der Laden befindet sich in Berlin, Frankfurter Allee 50. Empfohlen wurde mir der Tabak als sehr passend für einen Anfänger, der einen Aromaten rauchen möchte. Trotz meiner Vorbehalte ("Die wollen doch nur ihre Hausmarke verkaufen.") nahm ich mir eine Dose mit, und zwar wegen der unschlagbaren Note aus der geöffneten Dose.
Beschreiben lässt sich diese Note vielleicht am besten mit der rauchbaren Form des Inhaltes von Mon Cherí Pralinen, inklusive eines alkoholischen Kratzens in der Nase. Die Verkäuferin beschrieb mir die Entstehung des Tabaks so, daß den Kunden wie Angestellten eine K&K Weihnachtsmischung einmal so gut gefallen hat, daß man eine reguläre Mischung daraus machen wollte, woraus nachher die No. 341 geworden ist.
Beim ersten Öffnen ist ist der Tabak von passender Feuchtigkeit, man muß ihn nicht erst eine Weile stehen lassen. Die Mischung hat einen hohen Black Cavendish Anteil, der Rest verteilt sich auf hellere Sorten. Durch viel verwendetes Blattgut wirkt der Tabak sehr "flockig" und leicht, wenn man etwas in der Dose rührt. Überhaupt lässt sich der Tabak in der Dose sehr schön durchlüften und durchmischen und ist nicht zusammengepresst, wie man es von 50g-Runddosen kennt. Auch wenn es das Austrocknen fördert, fand ich es bemerkenswert, und es hat mir gefallen.
Die Pfeife ist sehr schnell gestopft, denn der Schnitt der Mischung ist wirklich sehr anfängerfreundlich. Die Tabakteile sind sehr kurz und überaus weich. Man lässt sie nur in den Pfeifenkopf fallen und drückt nach Gewohnheit nach.
An dieser Stelle sollte die Entscheidung AKF oder nicht AKF schon gefallen sein, denn wenn der Tabak frisch ist, neigt er so sehr zur Kondensatbildung, daß eine Pfeife dabei in Gefahr geraten kann, etwas zu versumpfen. An diesem Punkt setzt die Anfängerfreundlichkeit leider aus.
Anzuzünden ist die No. 341 auch sehr einfach und bäumt sich nur mäßig auf. Und schon schmeckt man genau das, was aus der Dose schon zu riechen ist. Zum Geschmack des Tabaks ist zu sagen, daß Dosennnote, Raumnote und Geschmack nahezu identisch sind. Nachfeuern muß man deshalb manchmal, weil man wegen der drohenden Kondensatbildung so langsam rauchen muß, daß der Tabak zwischendurch, zumal er etwas feucht ist, auch mal ausgeht. Die ersten Züge nach dem Nachfeuern verzeiht der Tabak nicht, sondern wird bitter. Aber mit etwas Geduld stabilisiert er sich schnell wieder. Der Geschmack ist alkoholisch, wie ein Obstbrand mit Hang Richtung Kirsche. Weil Kirscharoma immer sehr zur Künstlichkeit tendiert, möchte ich zu Gunsten des Tabaks erwähnen, daß die Kirschnote nur im Hintergrund bleibt, man raucht nicht das Äquivalent von Kirschsirup, sondern eben mehr die erwähnte Praline.
Zum Ende, im letzten Viertel der Füllung, lässt der Geschmack etwas nach, das Bittere des Kondensats dringt durch, wobei langsamer zu rauchen unbedingt hilft. Hier liegt ebenfalls die Anfängerfreundlichkeit, denn der Erstraucher ist quasi gezwungen, langsam zu rauchen, sonst hat er nichts vom Geschmack, so daß er es gleich lernt.
Übrigens tut es der Qualität keinen Abbruch, wenn der Tabak etwas austrocknet, denn wüstentrocken wird er selbst nach einem Jahr nicht. Auch wenn das viele Raucher als Nachteil auffassen mögen, stelle ich doch positiv fest, daß die 341 so stark gesoßt wurde, daß selbst bei längerer Standzeit nichts vom Aroma verloren geht. Der Tabak kann möglicherweise die Geister scheiden, falls sich Aromatenraucher mit Rauchern naturbelassenen Tabaks auseinander setzen. Nichtraucher und Aromatenfreunde werden den Tabak aber definitiv lieben. Übrig bleibt zu guter Letzt grau-weiße Asche.
(20.08.2003)