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High Society

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Rattray's High Society

(Pfeifentabak)

Markenname:Rattray's
Hersteller:Kohlhaase & Kopp
Mischung:Virginia, Burley, Kentucky, Louisiana
Schnittbreite:Verschiedene Schnittbreiten und Längen
Typ:aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:100 g Vacuum-Dose
Preis:25,- DM / 100 g

Thomas Schoke

Das Vorhandensein von Kentucky und Louisiana lässt schon vor dem Probieren vermuten, das diese Mixture nicht zu den Ultra-Light Tabaken gehört. Und so ist es denn auch, Rattray bleibt seiner Linie treu, eher kräftige Mischungen auf den Markt zu bringen.

Beim Öffnen der Dose schlägt einem ein fruchtiges Aroma mit intensiver Vanille-Komponente entgegen. Das Blattgut besitzt verschiedene Schnittbreiten. Große, sehr hellfarbige Sorten bilden einen interessanten Kontrast mit dunkelbraunem und schwarzem Blattgut. "High Society" muss nach dem Füllen der Pfeife deutlich angedrückt werden, damit der Pfeifenkopf nach dem Anzünden nicht gleich halb leer ist. Das Brennverhalten dieser Mischung ist ausgezeichnet.
Das Aroma wird von Vanille bestimmt und ist recht süß. Die Fruchtaromen treten beim Rauchen ziemlich in den Hintergrund. Die Stärke von "High Society" ist Medium, Tendenz eher in Richtung "full" als in Richtung "light". Die erste Hälfte der Pfeifenfüllung wird vom süßen Vanille-Aroma dominiert, wohingegen in der zweiten Hälfte die Kentucky und Louisiana Tabake stärker durchkommen. Der Tabak hat sehr viel Fülle, das am Anfang kräftige Vanille-Aroma konkurriert auf angenehme Weise mit den Würztabaken. Im Gegensatz zu vielen anderen aromatisierten Mischungen baut "High Society" geschmacklich nicht ab, wenn die Pfeife zu Neige geht. Im Gegenteil. Die Kondensatbildung ist sehr gering. Der Tabak sollte aus Pfeifen mit mittleren oder großen Füllvolumen geraucht werden. Besonders lobenswert ist, wie bei Rattray üblich, die Vacuum versiegelte Dose mit zusätzlichem Weichplastikdeckel.

Fazit:
Der Tabak schmeckt besser als der Geruch beim Öffnen der Dose vermuten lässt. Nach meiner Meinung eine der besten aromatisierten Mischungen überhaupt, unkompliziert im Abbrand und trotz aller Aromazusätze mit vollem, ausdrucksstarken Tabakgeschmack. "High Society" ist ein Tabak ohne Schwächen zu einem wirklich fairen Preis.


Björn Hollensteiner

Ich habe diesen Tabak aufgrund des Reviews von Thomas gekauft und kann dieses nur bestätigen.
Nach dem Öffnen entströmt der Dose ein kräftig süßes, fruchtiges Aroma, dass einen erst mal erschrecken lässt. Kann dieser Tabak wirklich von Rattrays sein? Liebhaber naturbelassener Mischungen sollte sich aber nicht abhalten lassen, ihn einmal zu probieren.
Das Rauchverhalten ist höchst unkompliziert, die Erfahrung mit dem schnellen Abbrand habe ich auch gemacht. Da ich ihn bisher nur mit Filter geraucht habe, und sich dabei ein allzu festes Stopfen verbietet, eignet sich dieser Tabak gut für eine Füllung zwischendurch, wenn man nicht viel Zeit hat. Ich habe bisher trotz langsamem Rauchen bei mittlerem Füllvolumen selten länger als eine halbe Stunde gebraucht.
Der Rauchduft ist ebenfalls recht süß, lässt aber niemals die Tabakaromen vermissen. Die Stärke empfinde ich maximal als medium, was vielleicht am Filter liegt. Die ganze Füllung hindurch hat man einen leckeren Duft, der auch zum Ende hin nicht nachlässt. Begeisternd ist die Melange aus Vanille und Tabakaromen, die alle bisher von mir gerauchten vanillearomatisierten Tabake (Black Vanilla, Stanwell Vanilla, Black Luxury, Sweet Vanilla Honeydew..) in den Schatten stellt. Nicht teilen kann ich Thomas´ Meinung zur Verpackung. Ich halte den bei den 100 g Dosen von Rattrays üblichen Weichplastikdeckel für höchst ungeeignet, die Feuchtigkeit zu bewahren. Ist das Vakuum einmal gebrochen, trocknet der Tabak unweigerlich in kurzer Zeit aus. Ich habe deshalb den Tabak sofort in ein "Einmachglas" umgefüllt. Schade, dass die hochwertigen Tabake von Rattrays nicht in Runddosen mit Klemmdeckel verpackt werden. Diese halten meiner Erfahrung nach erheblich besser.

Fazit:
Ein sehr guter Aromatic, den ich allen anderen Tabaken mit dieser Aromatisierung vorziehe. Rattrays begeistert mich von Tag zu Tag mehr mit seiner Tabakqualität.


Detlev Büscher

Mehrere Monate gingen ins Land, bis ich es endlich geschafft hatte, die 50g Dose High Society zu leeren. Möglicherweise rechnet der Hersteller mit derart langen Haltezeiten beim Verbraucher, denn die hinzugefügten Additive sorgten dafür, dass der Tabak, trotzdem er in der Dose verblieb und nicht etwa in einem dichtschließenden Glas gelagert wurde, in der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal nachbefeuchtet werden musste. Das ist zwar recht bequem, doch lieber sind mir Tabake, die auf ehrliche, natürliche Weise irgendwann auch mal austrocknen. Die mir vorliegende Dose hatte anscheinend auch schon eine längere Lagerzeit beim Händler hinter sich; von innen war sie bereits ziemlich beeindruckend verrostet.
Das Mischungsbild ist ziemlich bunt, von hellbraun bis schwarz, der Schnitt kurz, in verschiedenen Breiten. Die Aromatisierung erinnerte mich spontan an die Füllung von Cognac-Sahne-Trüffeln, wobei natürlich auch Vanille eine Rolle spielt. Das dürfte bei den C-S-Trüffeln aber ebenfalls der Fall sein. Ein "Vanille-Tabak" im reinsten Sinn, ist High Society meiner Ansicht nach aber nicht.
Das Stopfen und Anzuenden geht leicht von der Hand, Abbrand und Kondensataufkommen bieten keinen Grund zur Klage. Auch gegen Ende der Füllung ist der Geschmack noch eher angenehm. Die Tabakbasis geht also soweit erst mal in Ordnung, gefällt mir aber nicht so gut wie z.B. beim Stanwell Vanilla. Die Einschätzung meiner Vor-Reviewer, welche die Stärke als "medium" einstuften, kann ich nicht teilen. Ich empfinde High Society eher als leicht. Die Aromatisierung sagt mir leider auch nicht besonders zu. Oft empfand ich sie als aufgesetzt parfümiert. Diese Differenzen bitte ich allerdings unter "Geschmacksache" zu verbuchen. Den größten Teil des Tabaks habe ich in einer Pfeife mit nicht allzu weiter, konischer Brennkammer geraucht. In einer großvolumigeren Bent erschien mir der Geschmack irgendwie dünner. Aktivkohle- oder Meerschaumfilter kamen nicht zum Einsatz. Die Raumnote dürfte von den meisten Menschen als angenehm empfunden werden.

Fazit:
Mir gefällt einfach diese spezielle Aromatisierung nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Tabak irgendwie schlecht wäre. Hier sollte sich jeder Aromaliebhaber selbst ein Urteil bilden. Aber da ich den Tabak nicht mochte, empfehle ich ihn auch nicht.

(22.11.2000)

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