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Ilsteds Own Dark Fired Plug
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Ilsted |
| Hersteller: | Kohlhase & Kopp |
| Mischung: | Virginia, Kentucky |
| Schnittbreite: | Plug |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | full |
| Verpackung: | 50 Gramm Pouch |
| Preis: | EUR 9,50 (März 2011) |
Hans – Ulrich Dombrowsky
Ilsteds Own Dark Fired Plug wird auf der Pouch – Packung folgendermaßen beschrieben: „This full bodied Plug is blended from dark fired tobaccos from Kentucky, Malawi and India. The mixture is pressed, heated and then stored for 14 days before being cut. English taste style.”
Na, das ist doch mal etwas anderes - ein Plug aus deutscher Herstellung unter dänischem Produktnamen und noch dazu auf der Basis dunkler Tabake, insbesondere Kentucky, einer dunkleren und kräftigeren Spielart des Virginia. Irgendwie scheint die Uhr der Tabakmoden und -aromatisierungen wieder zurückgestellt zu werden – endlich einmal keine Vanille- und Fruchtbomben.
Öffnet man die Packung, so verströmt der Plug ein schweres, mit leicht hölzernen Anklängen versehenes Aroma, vielleicht ist auch noch eine Spur Walnuss dabei ( typisch für manche Kentucky – Sorten). Der Plug ist von stumpfer, fast schwarzer Farbe mit einigen mittelbraunen Tabakanteilen. Die stumpfe Farbe spricht dafür, dass hier kein Honig als „Bindemittel“ beim Pressen Verwendung fand. Dementsprechend gelingt es auch mit einem sehr scharfen Messer kaum, glatte Scheiben vom Plug zu schneiden, der Tabak neigt etwas zum Zerbröckeln, was aber für den gewünschten gleichmäßigen Abbrand durchaus von Vorteil ist.
So fülle ich meine Pfeife vorsichtig und locker mit diesen Tabakstückchen, die nur im oberen Teil etwas angedrückt werden. Das Anzünden bereitet eigentlich keine Probleme, der Tabak wölbt sich nur mäßig auf.
Oha, der schwere, wuchtige Kentucky macht sich sofort bemerkbar – heu- und zitrusartige Geschmacks- und Geruchsnuancen wie bei einem reinen Virginia findet man hier nicht, sondern das hölzerne, vielleicht etwas nussartige Charakteristische eines dark fired Kentucky in recht purer Form. So ist der Rauch schwer, aber doch zugleich dunkel – cremig, wenn man es so beschreiben kann.
Dieser Geschmack des Tabaks hält sich bis zum Schluss, wobei ab dem ersten Drittel der Füllung das etwas hölzerne Element in nicht unangenehmer Weise etwas deutlicher auftreten kann, was dem Tabak etwas Individuelles gibt. Langsam und ruhig geraucht, beißt und kratzt hier nichts, der Tabak raucht sich angenehm. Ein rauchiger Malt oder ein alter Bordeaux sind eine gute Ergänzung.
Dies ist ein starker Tabak, den man nur mit einem satten Magen, vielleicht auch im Freien rauchen sollte – und man muss Kentucky mögen. Das gilt auch für das Raumaroma, das nicht jedermanns Sache sein dürfte. Meine Frau jedenfalls rümpft die Nase.
Geschmacklich und von der Stärke her gesehen würde ich ihn in eine Reihe mit Digger – Flake und den Dark Plug von Gawith & Hoggarth stellen; selbst Ogdens Walnut Flake hat weniger Wucht.
Fazit:
Ein guter Tabak. Eine wirkliche Bereicherung der mit allen möglichen Aromen verpanschten dänisch – deutschen Tabakmarken. Back to the roots – aber kein Tabak für Anfänger und sicherlich auch kein all – day – smoke.
(25.10.2008)
Hannes Wiedemann
| Kurzbewertung: | 1 - Sehr gut |
| Aromatisierung: | süß-würzige englische Aromatisierung |
| Zungenfreundlichkeit: | zungenfreundlich |
| Abbrandeigenschaften: | sehr gut |
| Kondensatbildung: | äusserst gering |
| Aromabeständigkeit: | beständig |
| Stopfbarkeit: | am besten aufgerubbt, nicht zu fest stopfen |
| Feuchtigkeit: | optimal |
| Anzünden: | problemlos |
| Vergleichstabake: | Esoterica Stonehaven |
Notiz: Beim Ilsted Dark Fired Plug handelt es sich nicht wie üblich um
einen mehr oder weniger quadratischen Tabakwürfel, sondern vielmehr um
einen ca 2cm breiten, länglichen Riegel. Schon beim Öffnen des Pouch
kommt einem ein markant,süß-würziger Duft entgegen, welcher mich spontan
an die stark gesoßten Hanewacker Priems erinnert.
Der Dark Fired Plug ist von fester Konsistenz und relativ feucht
gehalten, weshalb er sich mit dem Taschenmesser hervorragend schneiden läßt.
Wie immer habe ich die dünn aufgeschnittenen Scheiben aufgerubbelt. Der
Tabak zerkrümmelt sehr leicht und die Pfeife läßt sich hervorragend stopfen.
Zum Einsatz kam meine Moritz Dublin Bamboo. Der DP ließ sich problemlos
in Brand setzen. Die ersten Züge beim Anzünden der Pipe empfand ich als
eher bitter und bissig. Dieser Eindruck verkehrte sich aber, sobald der
Tabak richtig brannte, ins völlige Gegenteil. Am Gaumen machte sich ein
cremiger, süß-würziger, aber auch im englischen Sinne fruchtiger
Geschmack breit, der von der eigentümlichen Rauchigkeit des darkfired
Kentucky begleitet wird. Im fortschreitenden Rauchverlauf gewinnt
zunehmend der Kentucky die Oberhand, wodurch das Geschmackserlebnis etwas
herber, aber nie unangenehm wird. Das Ganze wird von einer ordentlichen
Portion Nikotin begleitet, wodurch das Rauchvergnügen doch sehr sättigt
und für Leichtraucher eher ungeeignet ist.
Der Dark Fired Plug brennt herrlich langsam, trocken und konstant ab,
und hinterläßt wirklich nur weiße Asche und eine kühle Pfeife.
Mehrmaliges Anzünden und längere Rauchpausen nimmt der DP nicht übel.
Wie schon erwähnt ist der Tabak mit Sicherheit nicht für Anfänger und
Leichtraucher geeignet, ebensowenig für Liebhaber "herkömmlicher"
Fruchtaromaten, dafür ist er einerseits zu kräftig und andererseits der
darkfired Kentucky zu dominant.
Für mich allerdings ist der Ilsted Dark Fired Plug der Tabak des
Jahres. Er hat alles was ich von einem guten Tabak erwarte. Tolle Optik ,
geniales Brandverhalten, interessanter vielschichtiger Geschmack und
ordentlich Wumms.
Kein Tabak für die Morgenstunden, kein Tabak für den schnellen Rauch,
dafür ein herrlicher Tabak für die genußvollen Stunden.
Chapeau Mr. Kopp!!
(06.11.2007)