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Ilsted Own Virginia Plug

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Ilsteds Own Virginia Plug

(Pfeifentabak)

Markenname:Ilsted's
Hersteller:Kohlhase & Kopp
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Plug
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:50 Gramm Pouch
Preis:8,95 Euro



Hans – Ulrich Dombrowsky

Ilsteds Own Virginia Plug wird auf der Pouch – Packung folgendermaßen beschrieben: „This mellow Plug contains Virginia tobaccos from Africa, Brazil and India. The mixture is pressed, heated and then stored for 14 days before being cut. A slight hint of a fruity flavour is added.”
Zeitgleich mit dem Dark Fired Plug wurde der Virginia Plug auf den Markt gebracht – gewissermaßen als der von der Stärke her leichtere Bruder des DFP, wenn auch geschmacklich auf Grund seiner Zusammensetzung ganz anders ausgerichtet.
Öffnet man die Packung, so verströmt der Plug ein feines, süßlich – würziges, durchaus tabakechtes und Begeisterung auslösendes Aroma. Der Plug ist von glänzender, dunkelbrauner Farbe mit einigen mittelbraunen Tabakanteilen. Die glänzende Farbe spricht dafür, dass hier Honig als „Bindemittel“ beim Pressen Verwendung fand. Das Abschneiden dünner Scheiben erfordert deshalb auch ein sehr scharfes Messer, um glatte Scheiben vom Plug zu schneiden. Die Konsistenz des Tabaks, die der britischer und irischer Plugs sehr ähnlich ist, erfordert dann auch mehr als ein Streichholz zum Anzünden.
Der Geschmack des Tabaks ist eine Offenbarung. Würzig, weich, leicht süß und tabakecht, weniger mit vielleicht fruchtigen Noten, wie auf der Pouch – Packung angekündigt, sondern eher mit einem guten Cognac aromatisiert, vielleicht noch etwas Feige, wobei die Aromen in ihrer Stärke mit dem Tabak wunderbar harmonieren, ihn geschmacklich nicht überdecken, sondern ihn unterstützen. Heuartige, gelegentlich scharfe Nuancen mancher Virginia – Tabake fehlen, das Aroma bleibt bis zum Ende bestehen, so dass und gerade weil sich dieser Plug ausgesprochen gutmütig reagierend raucht. Richtig geraucht, zerfällt er zu feiner weißer Asche, und mehrfaches Anzünden nimmt er keineswegs übel. Man sollte nur für gleichmäßigen Abbrand sorgen, damit etwaig etwas dicker geratene Scheiben auch vollständig verbrennen, indem man die oberste Schicht der Asche wenn nötig vorsichtig entfernt und mit dem Dorn des Pfeifenbestecks dafür sorgt, dass die Glut eben auch dickere Tabakteile erreicht.
Geschmacklich und von der Stärke her gesehen würde ich ihn in eine Reihe mit dem leider nicht mehr produzierten Will´s „Golden Bar Plug“ stellen, der ein Spitzentabak war.

Fazit:
Ein erstklassiger Tabak! Eine wirkliche Entdeckung! Geeignet als all – day –smoke für Pfeifenraucher, die Freude an Plugs haben. Gut, dass es ihn gibt!

(25.10.2008)


Frank Navissi

Der Ilsteds Own Virginia Plug ist relativ neu auf dem Markt und einer von drei Plugs, von denen ich weiß, dass es sie in Deutschland gibt. Schon allein deshalb eine Spezialität und Rarität. Man muss sich auf das Schneiden des Tabaks, das aber irgendwie etwas Urwüchsiges hat, einlassen. Beim Virginia Plug lohnt es.

Ungewöhnlich schon, dass der Plug in einen normalen 50 Gramm Pouch verpackt ist. Kenne ich doch bisher nur die eng eingeschweißten Plugs aus dem Hause Gawith & Hoggard sowie Samuel Gawith. Diese mir erst ungewohnt vorkommende Verpackung hat aber einen nicht zu bestreitenden Vorteil: ich konnte mir einen gewissen Vorrat schneiden und im Pouch transportieren: das Umfüllen in Filmdöschen oder Ähnliches (wie bei anderen Plugs) entfällt so.

Der Tabakblock sieht toll aus: fettig glänzt er in dunkelbraunen Tönen mit einigen wenigen hellen Stippen. Er riecht kräftig - wie ein guter Virginiaflake riecht: tabakecht mit einer spürbaren Süße. Und wie schon die Beschreibung verrät: leicht aromatisiert. Allerdings war ich mir lange im Unklaren, ob und wenn wie viel Aroma hinzugefügt ist: ich denke, es ist minimal. Und wenn Hans-Ulrich in seinem Review von Feige als geschmackliche Assoziation spricht, dann möchte ich noch "Rosine" dazutun. Diese Aromatisierung ist jedoch so dezent, dass man den Tabak eigentlich als "tabakecht" durchgehen lassen kann.

Wenn man das Schneiden (ich versuchte immer, so etwas wie einen Cross-cut zu erreichen) hinter sich gebracht hat (ein wirklich scharfes Messer ist Voraussetzung - und man muss gegen die Pressrichtung schneiden) krümelt man sich den Tabak in die Pfeife und zündet geduldig immer wieder nach... Wenn der Tabak dann aber glimmt ... dann ist der Rauch füllig und aromareich. Hier kommt der kräftige, zuckerhaltige Tabak zum Tragen und füllt wie cremig den Mundraum.
Trotz des wirklich kräftigen Geschmacks erschien er mir erstaunlich nikotinarm (im Verhältnis zu seiner dunklen Farbe und der Geschmacksintensität). Auch beim Ausblasen durch die Nase kribbelt diese nicht (was für mich ein Maßstab der Nikotinstärke ist).

Wenn in "Betrieb" muss man dem Tabak so gut wie keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Nachstopfen ist nicht nötig (was sollte man auch bei den festen Tabakstückchen stopfen?) - und er brennt zu einen kleinen Häufchen hellgrauer Asche herunter. Er nimmt es nicht übel, wenn die Pfeife mal weggelegt wird: ein - wenn überhaupt nötig - Nachentzünden schadet dem Geschmack nicht.
Ich habe den Ilsteds Own Virginia Plug überwiegend filterlos geraucht und dabei bemerkt, dass er aus Pfeifen mit weiten, tiefen Bohrungen besser schmeckt als aus zu kleinen. Allerdings ist er in weitgebohrten Pfeifen um einiges schwieriger "unter Feuer zu setzen".

Der Raumduft ist eher natürlich-rauchig; vielleicht mit einer Spur mehr Süße als ohne die Aromatisierung. Der Rauch riecht wie der Tabak schmeckt: anheimelnd warm und nicht beißend, wie es helle Virginias manchmal an sich haben.

Fazit:
Eine wirkliche Entdeckung und nicht nur wegen seiner speziellen Schnitt(?)Art unbedingt einen Versuch wert. Ich habe ihn allerdings erst einmal im Laden gesehen (und gleich gekauft)... Wer ihn sieht: mitnehmen. Für Virginia-Freunde ein Leckerbissen. Und nun steht der Own Dark Plug (der Kentucky enthält) auf meiner Kaufliste.

(01.12.2008)


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