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Stanwell Indian Summer
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Golden Tobaccos? Made in UK |
| Mischung: | keine Angabe, mit "tobacco cultivated by Amish People", imo müsste Virginia und Kentucky drin sein |
| Schnittbreite: | Mixture grob und ungleichmäßig, auch mit Stengeln drin |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht |
| Preis: | Dose 100 g |
Martin Bleisteiner
Aus der Dose strömt ein seltsamer Geruch, den ich vorher nicht gekannt habe. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass es der Geruch des Kentucky sein muss. Ansonsten denke ich, dass der Tabak nicht aromatisiert ist. Er lässt sich normalerweise gut anzünden.
Der Geschmack ist angenehm, nicht besonders süß, und kommt mir tabakecht vor. Der Kentucky steht im Vordergrund. (Bitte lacht mich nicht aus, wenn ich auf eine Aromatisierung reingefallen bin bzw. gar kein Kentucky oder dgl. enthalten ist.)
Das Brandverhalten ist optimal, er ist mir nur selten ausgegangen. Er lässt sich leicht ganz trocken rauchen. Er behält den Geschmack bis zum Ende der Füllung, daher denke ich, dass er nicht aromatisiert ist. Übrig bleibt wenig weiße Asche.
Ich rauche ihn am liebsten ohne Filter, denn dann kommen alle Aromen voll zur Geltung. Gerade bei diesem Tabak bleibt viel vom Geschmack im Filter hängen.
Die Dose ist nicht dicht, der Tabak ist nur in einer Goldfolie eingeschweißt. Daher trocknet er schnell aus. Ich habe ihn dann wieder befeuchtet, und vom Aroma ist nichts verlorengegangen.
Die Raumnote ist nur schwach wahrnehmbar, nicht süß jedenfalls, herb-würzig wäre vielleicht ein passender Ausdruck.
Fazit:
Ein Tabak, der mir Rätsel aufgibt. Werde ihn noch öfter rauchen.
Georg Pohl
Der IS kam in meinen Besitz, als ich einen Nachmittag in der Stadt unterwegs war und feststellen musste, dass ich meinen Tabak liegen gelassen hatte. Das einzige, was greifbar war, war eben besagter Indian Summer - aber man ist ja mutig :-)
Von der Schnittart her erinnert er an Rum & Maple oder Sherry & Cherry.
Riecht man an dem geöffneten Pouch steigt einem ein süßlicher, blumiger nicht näher zu identifizierender Geruch in die Nase, der sehr intensiv ist und Erinnerungen an den lange vergangenen Chemieunterricht weckt.
Der Beutel ist bei mir seit 3-4 Wochen offen, aber der Tabak - obwohl fein geschnitten - ist immer noch recht feucht. Ihn zu stopfen und zu rauchen ist nicht ganz einfach; ein klein wenig zu fest gestopft verdichtet er sich zu einer kompakten Masse, durch die man kaum einen Zug machen, geschweige denn das ganze anzünden oder gar rauchen kann.
So man nicht zu fest gestopft hat, kommt gleich beim ersten Anzünden genau der Geschmack durch die Pfeife, den man vorher auch gerochen hatte; das nennt man Geschmackskonsistenz; zu meinem Glück war ein Filter eingeschoben: Blümchenparfüm, was alkoholisches, aber auf gar keinen Fall schmeckt irgend etwas, das auch nur annähernd mit Tabak zu tun hat.
Auch bei vorsichtigen Rauchen neigt IS zum Heißwerden und sondert erhebliche Mengen an Kondensat ab. Meine Tochter allerdings, die sonst strikt gegen jede Form der heißen Tabakvernichtung ist, meinte anerkennend, er würde ganz gut riechen. Ich weiß nicht, von wem sie diesen ironischen Zug hat, wahrscheinlich von meiner Frau. Ich habe beschlossen, ihr - als Anerkennung - den benutzten Filter zu schenken.
Nachdem dieses Review nun beendet ist, habe ich den Tabak in den Sondermüll entsorgt.
(10.8.2001)