zurück
Stanwell Indigo Pipe Tobacco
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Blended for Stanwell (AC Petersen) |
| Mischung: | Black Cavendish (ueber 90%) und Virginia |
| Schnittbreite: | schmal und kurz |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Honig, Vanille, Pflaume, fruchtiges Mittelmeerarom |
| Stärke: | ultra-leicht |
| Verpackung: | 100 g |
| Preis: | > 16 Euro |
Detlev Büscher
Laut Beschreibung wird dieser Tabak vergleichsweise aufwendig hergestellt. Der mit Honig, Vanille und Pflaume aromatisierte Black Cavendish, bei anderen Tabaken meistens Virginia, besteht beim Indigo aus Virginia und Zimbabwe-Tabaken, White Tennessee-Burley, sowie feuergetrocknetem Kentucky. Das ganze reift lange und wird doppelt fermentiert. Am Ende kommt noch weißgoldener Virginia und ein Schuss fruchtiger "Mittelmeeraromen" hinzu. Liest man etwas zwischen den Zeilen, findet sich in diesem Werbetext aber trotzdem eine treffende Indigo-Beschreibung: Nur heiße Luft.
Meine 5g Probentüte reichte für eine mittlere und eine kleine Pfeife. Klar, zwei Füllungen sind etwas wenig um einem ordentlichen Tabak gerecht zu werden. Aber davon kann hier auch gar nicht die Rede sein.
Der Geruch aus der Tüte war sehr angenehm fruchtig, leicht säuerlich, also ist das "Mittlemeeraroma" wohl vordergründig wahrzunehmen. ;-) Von Honig Vanille und Pflaume konnte ich nichts erriechen. In einer Haribomischung (ich glaube Colorado) findet man einen an Brom- bzw. Himbeeren erinnernden Konfekt. So eine Art festes Gelee mit schwarzen oder roten Kügelchen beklebt. An diese Teile musste ich bei der Geruchsprobe denken.
Als ich den Tabak in Brand setzte, war ich ziemlich enttäuscht. Der Rauch ist extrem leicht und transportiert kaum Geschmack. Da solche Tabake oft am Anfang der Füllung ihre beste Zeit haben, sah ich dem weiteren Rauchverlauf mit einer gewissen Sorge entgegen. Und so kam es dann auch. Bereits nach dem ersten Drittel der Füllung verschwand das ohnehin kaum nennenswerte Aroma und ließ mich glauben, ich würde an einem feuchten Karton lutschen. Der schlechte Geschmack wird, ähnlich wie bei Tabak der gute, zum Ende hin immer intensiver. Puh, geschafft, noch einmal anzuenden - ein Glück: leer. Bei dieser ersten Füllung entstand eine erhebliche Kondensatmenge. Da ich eine Pfeife mit Systembohrung verwendete, konnte ich das sehr gut nachhalten. Die zweite Pfeife rauchte ich, wen wundert's, erst ein paar Wochen später. Mittlerweile war der Tabak etwas trockener geworden und das Kondensataufkommen hielt sich im Rahmen. Nur einmal musste ich einen Pfeifenreiniger in den Rauchkanal einführen. Ansonsten alles wie gehabt, mir reicht's. Manchmal genügen eben doch zwei Füllungen, um sich ein Urteil zu bilden.
Fazit:
Ich bin froh, dass ich eine Probentüte hatte. Eine 100g Dose Indigo Pipe Tobacco könnte mir nachhaltig die Stimmung verderben.
(19.05.2000)
Nachtrag:
Die seinerzeit im Dienste der Wissenschaft malträtierte hatte eine ziemlich lange Pause (Erholungsurlaub) und sollte mir heute den doch recht angenehmen Geschmack von Mac Baren Mixture nahe bringen.
Die ersten zehn Minuten gaukelte sie mir auch Dienstbeflissenheit und Zuneigung vor, aber dann ging's los. Ich wollte mich schon beruhigt zurücklehnen als die Mixture plötzlich intensiver nach Indigo schmeckte als er selber dazu im Stande war. So als ob kleine böse Mittelmeeraromateufelchen, in der Kohleschicht festgekrallt, nur darauf gewartet hätten auch mal einen besseren Tabak zu befallen. Und leider war auch das Karton-Aroma des im weiteren Rauchverlauf seiner künstlichen Aromastoffe beraubten Indigo-Black Cavendish's unterschwellig immer dabei.
Meine Assoziation: Eistee mit Kartoffelschalen.
Ich bin schockiert. Auf die Indigo-Dose gehört ein Warnhinweis!!! Allerdings ein anderer als der auf der Steuermarke...
Bernd Hohmann
Die Indigofarbene Dose enthält gemäss Beschreibung einen Tabak mit Honig, Vanille und Pflaumenaromen zu Virginia, Zimbabwe, White Tennessee Burley und feuergetrocknetem Kentucky. Und wenn das nicht genug wäre schlägt man nochmal weissgoldenem Virginia und einen Schuss Mittelmeeraromen zu.
100gr kosten über 16 EUR, die Dose hat einen Panther im Logo, der sich der Sache anscheinen nur vorsichtig nähert.
Und das aus gutem Grunde.
Der Tabak riecht kräftig. Und zwar nach Aprikose. Er hat zwar gemäss Beschreibung ein Pflaumenaroma, aber ein Vergleich "Pflaume links, Tabak mitte, Aprikose rechts" brachte eher eine Tendenz zur Aprikose. Ich habe nichts gegen das Tabakaroma - es ist grossartig.
Nur beim Rauchen gebe ich mich geschlagen.
Mit Filter hatte ich bei langsamen Rauchen anfänglich eine leichte Säure auf den Zungenrändern und in der Mitte einen Hauch von Karamel mit Ansatz zum Larsen 50 und drumherum schmeckte das nur Sauer und nach nicht definierbaren Früchten bis ich den Rest einfach ausgeklopft habe.
Ohne Filter ist es noch viel drastischer: das Anzünden brachte ziemlich bissige Aromen gefolgt von sauren Aromen und danach einem äusserst langweiligen Aroma was das auf der Dose angedeutete aufwändige Herstellungsverfahren und auch den Preis keineswegs rechtfertigt
Fazit:
der Anfänger wird mit dem Tabak nicht klar kommen, der Neuling auch nicht und der "Profi" sowieso nicht. Wer also die Zielgruppe sein soll - keine Ahnung.
(09.01.2005)