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Irish Flake

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Peterson Irish Flake

(Pfeifentabak)

Markenname:Peterson
Hersteller:Kohlhaase & Kopp
Mischung:Virginia, Kentucky
Schnittbreite:Flake 30 x 75 x 2mm
Typ:irisch, tabakecht
Flavour: 
Stärke:waffenscheinpflichtig
Verpackung:50 Gramm Rechteckose
Preis:9,95 Euro (November 2011)

Manfred Arenz

Was ist denn auf einmal los bei den Tabakanbietern? Jahrzehntelang werden aromatisierte, möglichst leichte VA/BC Blends kreiert und eine klassische Mischung nach der Anderen eingestellt, und auf einmal kommen wieder richtige Nikotinbombem ohne Top-Flavour auf den Markt - back to the roots?
Da man in Kneipen/Bars nicht mehr rauchen darf: Ein Tabak, dessen Stärke den Whisky überflüssig macht ?

Auf jeden Fall: Toll, dass eine solch erdige Mischung eingeführt wird!

Der Irish Flake kommt in relativ kleine Flakescheiben aus der Dose, tiefdunkel braun bis schwarz, mit einzelnen hellen Fasern. Er besteht hauptsächlich aus dark-fired Virginia und einer guten Portion Kentucky.

Die Aromen beim Öffnen erinnern mich an die früheren Reval-Zigaretten, gepaart mit einer Spur Frucht und Anisnoten, welche sich aber rasch verflüchtigen. Die Noten sind schwer differenzierbar zwischen erdig-metallisch und Herbst, die Aromatisierung sehr zurückhaltend.

Gestopft wurde der Flake bei mir nach der Knick-Falt-Methode, wobei die kleinen und relativ dicken Platten etwas widerspenstig zu platzieren sind.

Der Irish Flake lässt sich erst nach mehreren Feuerungen zum Glimmen bringen und brennt schwerfällig ab, hat man einen Rhythmus gefunden lässt er sich aber in einem sehr kühlen Bereich abrauchen (höhere Zugfrequenzen quittiert er aber mit Karusselfahrt ;-).

Der Geschmack ist mit den nicht-soapigen Lakeland-VA`s vergleichbar, ebenfalls die Stärke - durchaus vergleichbar den Aromen starker Zigarren (Brasil z.B.) oder schwarzer filterloser Zigaretten. Erdig, voll, etwas metallisch und keinesfalls süß, an den Herbst erinnernd...
Ein Tabak für die stürmische Jahreszeit - Kerzen an, in die Decke gekuschelt - ein gutes Buch und einen Whisky.

Allerdings ist der Irish Whisky vom Nikotingehalt wirklich mit aller Vorsicht zu geniessen - ich kann ihn nur aus kleinen Köpfen rauchen und halte die Pfeife dabei meist in der Hand statt im Mundwinkel - das Nikotin im Nebenrauch unbewusst inhaliert führt sehr schnell zu erweiterten Bewusstseinszuständen und Magenrebellion !

Fazit:
Anfänger: Finger weg !
Filterraucher: Nehmt einen starken Filter!
O-Fi Raucher: Macht euch auf etwas gefasst!
Lakeland-Liebhaber / Rasierwassergurgler: Eine Offenbarung! ;-)
Ein mehr als dezent aromatisierter, wirklich kräftiger Flake ganz in der alten irischen Tradition - Danke für den Mut Kohlhase & Kopp! Kein allday-smoke, etwas für nach einem sättigenden Essen.

(09.11.2007)


Armin Kaar

Heute erstand ich in Wien in einem sehr gut sortierten Tabakgeschäft im Ersten eine Dose des mir noch unbekannten und scheinbar auch neuen Peterson Irish Flake. Die Dose ist in dem neuen sehr dezenten Peterson Stil gehalten (das neue Design ist zwar ganz nett, aber ich mochte das alte lieber).
Man sollte sich nicht von Namen leiten lassen, doch so wie es sich bei mir normalerweise beim Stöbern in einer Buchhandlung verhält, so reizte mich der Name des Produkts doch sehr. Also habe ich eine Dose davon erstanden, für eine nicht zu unterschätzende Summe von fast 12€. Also schon einmal nichts für einen All-Day und auch nicht gerade freundlich für das bescheidene Kapital eines Studenten.
Peterson schreibt folgendes: Irish Flake - A full-bodied blend made of equal proportions air-cured, flue cured and dark fired. True to the pure, unspoilt tobacco taste. Recommended for the experienced pipe smoker.

Beim Öffnen der Dose kommt mir ein intensiver Geruch entgegen. Ich kann es nur nicht genau einordnen. Ich tippe mal in Richtung Süßholz. Der Tabak riecht recht natürlich, süß, etwas schwer und ein wenig torfig.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich bilde mir ein eine ganz dezente Latakia Nuance zu erschmecken. Auf keinen Fall hat er diesen leichten um nicht zu sagen frischen heurigen Geruch des Irish Oak (ebenfalls von Peterson).
Das Tabakbild hat die wunderbare und eigene Ästhetik eines Flake. Er besitzt eine sehr schöne holzartige Maserung. Es spiegeln sich darin hell-,, rot-, und dunkelbraune bis schwarze Tabaksorten. Schön.
Die Flakeplättchen greifen sich für meine Begriffe allerdings noch etwas zu feucht an. Ich werde heute Abend eines aus der Dose nehmen und es trocknen lassen um zu testen wie sich der Tabak verändert.
Die Flakeplättchen halbwegs aufgerubbelt und in die Pfeife gebracht stürzte ich mich ins Rauchvergnügen.
Nun zum Geschmack: Der Tabak beißt. Nicht unerwartet bei der Feuchtigkeit (ich konnte es ja nicht erwarten). Man schmeckt allerdings schon einiges und das gefällt mir schon sehr gut. Der Rauch hält was der Geruch aus der Dose verspricht. Schön schwer und etwas torfig, allerdings schwebt immer eine angenehme Süße darüber. Der Geschmack ähnelt dem Sherlock Holmes aus gleichem Haus wobei der Irish Flake weit weniger in Richtung Pflaumen geht.
Die Stärke des Tabaks ist beträchtlich. Erster Eindruck: Ned schlampert! Fand ich den Irish Oak schon bemerkenswert, so ist der Irish Flake eine wahre Bombe. Nach der Füllung hatte ich ein ähnliches Gefühl wie nach 2 Gläsern Wein, welches aber auch schnell wieder vergeht.
Der Abbrand gestaltet sich als ein wenig schwierig. Ich musste schon des Öfteren nachfeuern. Ein Umstand der auf die Feuchtigkeit zurückzuführen ist. Übrig bleibt ein Häufchen Asche und ein paar Tabakstücklein, die es nicht mehr geschafft haben zu glimmen. Seit dem ich den Irish Flake das erste Mal geraucht habe, sind nun zwei Tage vergangen und ich habe mich schon den ganzen Tag auf einen ruhigen Abend in meinem Lieblingspub gefreut.
Also den Tag hinter sich gelassen und eine Pfeife gestopft. Diesmal habe ich die Flakeplättchen der Länge nach etwas aufgerissen und sie senkrecht in die Pfeife gestellt. Das oben überstehende Drittel habe ich dann einfach umgeknickt.
Das Trocknen hat dem Tabak wirklich gut getan. Nun zeigt er sein wahres Gesicht und das weiß zu gefallen. Wie zwei Tage zuvor ist er süß. Der Geschmack erinnert mich an Süßholz. Gleichzeitig ist er auch erdig/torfig. Zudem kommt die bereits erwähnte Schwere, die gut zum derzeitigen Spätherbst bzw. anstehenden Winter passt.
Meine Umgebung hat den Geruch gut aufgenommen. Der Pubinhaber (ebenfalls Pfeifenraucher) ist sogar vorbeigekommen und hat neugierig gefragt, welches wohlriechende Kraut ich da gerade genoss.
Nach der Füllung fühlte ich mich wieder etwas diesig und satt.
Das Rauchverhalten ist zwar besser als zwei Tage zuvor, aber es braucht doch gelegentliches Nachfeuern und eine permanente Aufmerksamkeit. Leider macht das den Irish Flake nicht unbedingt anfängerfreundlich.
Der Tabak brennt aber sauber ab und hinterlässt sehr wenig Kondensat. Zum Schluss sei noch gesagt, dass ich eine mittelgroße Pfeife benutzt habe und beide Male ohne Filter geraucht habe. Ich werde es zwar einmal mit einem Papier- oder Kohlefilter probieren, aber ich denke, dass dem Tabak dadurch einfach einiges an Nuancen genommen wird.

Fazit: Spitze! Der Irish Flake war ein wahrer Glücksgriff. Der Tabak hat sich sofort unter meinen drei Lieblingen eingereiht. Ich werde ihn trotz des Preises sicher noch oft kaufen. Peterson hat hier wirklich etwas Großes kreiert. Wegen der Stärke ist der Irish Flake gut zu einem schweren Wein oder nach einem deftigen Essen geeignet. Auch für eine entspannte Pfeife am Abend scheint er mir sehr brauchbar. Leider ist er nichts für unerfahrene Raucher, da er nicht nur die Aufmerksamkeit braucht die er verdient, sondern auch die eines geübten Rauchers benötigt.

(25.10.2007)


Lars Hermanns

Der Irish Flake kommt in einer recht schmucken 50 g Dose daher, die aufgrund ihres roten Etiketts nicht zu übersehen ist. Mittlerweile bin ich der Auffassung, dass dieses rote Etickett nicht umsonst eine Warnfarbe trägt! Der Tabak hat nämlich richtig mächtig „Bumms“. Doch dazu gleich mehr.

Die Flake Scheiben sind recht schmal geschnitten, kommen daher jedoch in einer ziemlichen Dicke daher, die das Stopfen mittels der Knick-und-Falt-Methode ein wenig erschwert. Schön zu erkennen ist, dass die Flakes alles in allem recht dunkel gehalten sind und nur hier und da ein paar helle Virginia-Tupfen zu sehen sind.

Das Anzünden in der Pfeife erweist sich als nicht allzu einfach. Ein mehrfaches Nachfeuern ist durchaus vonnöten. Hat man die Pfeife jedoch erst einmal richtig am Zug, lässt sie sich kühl herunter rauchen, bis nur noch ein Häufchen hellgrauer Asche übrig bleibt.

Der Geschmack erinnert mich ein wenig an verbranntes Herbstlaub. Keine floralen Töne oder gar süße Aromen entströmen der Pfeife, sondern wirklich ein herber Geschmack, der mich sehr an starke Zigarren denken lässt. Gleiches gilt auch für die Duftnote. Für Liebhaber von Zigarren mag dies eine Offenbarung sein, mir persönlich ist der Geschmack jedoch zu herb. Noch viel mehr fällt hierbei aber der Nikotingehalt auf. Man sollte tunlichst darauf bedacht sein, behutsam an der Pfeife zu ziehen und auf gar keinen Fall zu hektisch. Anderenfalls kann es schnell passieren, dass man nach dem Rauchen das Gefühl hat, nicht mehr zu laufen… sondern zu schweben! Ich sehe mich nach einer Pfeifenfüllung mit Irish Flake jedenfalls zunächst nicht in der Lage, ein Auto zu fahren. Man fühlt sich irgendwie benommen, als hätte man zu viel getrunken. Kein unbedingt unangenehmes Gefühl, aber auch keines, dass man verspüren möchte, wenn noch ein Heimweg vor einem liegt.

Ich habe den Irish Flake in verschiedenen Peterson Pfeifen geraucht. Aber auch zuvor in einer Stanwell No. 95. Weder in der Stanwell noch in einer meiner Peterson PPP 302 hat er mir richtig schmecken wollen. Er war einfach viel zu stark im Aroma und im Nikotingehalt. Lediglich im kleinen Kopf meiner Peterson 999 „Donegal Rocky“ kann man noch von einem „Genuss“ reden. Da mir dieses Aroma nach verbranntem Herbstlaub oder gar nach Zigarren so gar nicht als Pfeifentabak munden will, weiß ich, dass ich ihn mir zukünftig nicht mehr kaufen werde. Sollte mir mal nach einem herzhaften Tabak sein, werde ich mir gern wieder „Three Nuns“ oder „Orlik Golden Sliced“ in die Pfeife fülllen. Peterson’s Irish Flake ist für mich definitiv „too much“.

Den Irish Flake habe ich zudem auf YouTube vorgestellt: http://www.youtube.com/watch?v=5DafF0RnqTI

(26.11.2011)

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