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Masson Tabacs Irish Mixture No. 44
(Pfeifentabak)
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
Jörg Lehmann
Ein dunkelbrauner, wenig differenzierter Tabak, mit einigen, wenigen hellen Blattgutanteilen. Rein optisch erinnert er mich an manches Gepöschl, etwa "Brookfields". Mittlere Schnittbreite, lose geschnitten.
Feuchtigkeit: Der Tabak fasst sich gut feucht an, ohne nass zu sein.
Geruch: Zunächst ist hier eine leichte, schwer zu beschreibende Aromatisierung erkennbar. Im Hintergrund meine ich den typischen "Radfords" Beigeruch zu erkennen, bin aber nicht sicher.
Raucheigenschaften: Der Tabak brennt problemlos ab und erfordert keine besondere Aufmerksamkeit.
Stärke: Weniger stark als Probe 1.
Geschmack: Nach Schokolade und Pfefferminz, einen ähnliche Tabak habe ich in meiner Aromatenzeit von Pfyffe Laade gehabt, wobei mir dort die Aromatisierung deutlicher erschien und der Tabak selbst von besserer Qualität. Probe 2 hat so einen stumpfen Unterton. Leider IMO auch ein insgesamt wenig ansprechender Tabak.
Raumnote: Ein ganz dezentes, wirklich nicht unangenehmes Schoko-Aroma.
Fazit:
Der Tabak hat mir nicht recht schmecken wollen und ich würde ihn auch nicht nochmals probieren. Ich hätte ihn auch vor einem Jahr nicht gern geraucht, als ich noch ausschließlich Aromaten verkonsumierte. Wegen der Qualität oder dem Fehlen derselben, würde ich den Tabak ins Pöschl-Land lokalisieren, könnte aber jetzt keine konkreten Vorschläge machen, um welchen es sich handeln könnte.
Frank Nicolai
Die zweite Probe des Blindtest's unterscheidet sich sehr von der ersten. Hier überwiegen die mittelbraunen Töne. Auch scheint die Zusammensetzung des Tabaks eine andere zu sein. Ich erkenne neben den Virginia's (mind. 2 verschiedene Sorten) auch Burley und von der Farbe her sogar Orientalen. Der Tabak ist eine Mixture aus grob gerissenen, langfaserig geschnittenen und wie Krüll zerkleinerten Tabakblättern. Der Geruch zeigt hier deutlich, dass mit Aromen nachgeholfen wurde. Ich kann das Aroma zwar nicht näher definieren; es riecht leicht nach Waldblumen: herbsüß.
Das Stopfen ist wegen des Schnitts kein Problem. Beim Anzünden bäumt sich der Tabak einmal auf, lässt sich dann aber nach einem zweiten Anzünden durchrauchen.
Im Geschmack kommt der Tabak bei weitem nicht so künstlich daher wie ich vermutet habe. Eher schmeckt im Tabak etwas durch, dass mich an Java-Anteile im Tabak denken lässt. Der Geschmack ist mild-süß und rauchig. Aber nicht von der Art, wie man es von reinen VA's kennt (kratzig-rauchig), auch nicht wie der Latakia-Geschmack (rund-rauchig). Ich bin nicht in der Lage, den Geschmack genauer zu beschreiben; nur zu sagen, wie er _nicht_ schmeckt. Die Aromatisierung scheint mir ein paar herb-süsse Untertöne hinzuzufügen. Dauerhaft finde ich diesen Geschmack, der sich auf der Zunge festsetzt, nicht so gut.
Das Abbrandverhalten ist hervorragend. Nach dem sehr kühlen Rauchen bleiben einige wenige Krümel in der hellen Asche über. Über die Raumnote hat sich bei mir keiner beschwert.
Fazit:
Kein schlechter Tabak, aber auch keiner, der mich vom Hocker reißt.
Detlev Büscher
Der auf den ersten Blick mittelbraun wirkende Tabak ist relativ schmal, dafür größtenteils recht langfaserig geschnitten. Darüber hinaus sind aber auch wenige blättrig gerupft wirkende Fasern zu finden, außerdem zusammenhaftende Anteile, die davon künden könnten, dass ein Teil der Mischung im Cavendish Verfahren aufbereitet wurde. Andererseits könnte aber auch simplerweise die Schneidemaschine der Grund dafür sein. Aufgrund der konsistenziellen und farblichen Abweichungen besteht die Mischung sicherlich aus einer größeren Anzahl verschiedener Grundtabake.
Der Tabak ist gut konditioniert, er fasst sich geschmeidig an und ist weder zu trocken, noch zu feucht. Nach kurzer Zeit in einem neutralen "Quarantänegefäß" entfaltet der Tabak eine eigene Duftnote, die beim ersten neugierigen Schnüffeln an der Probentüte noch gar nicht zu erwarten war. Vordergründig erinnert mich der Geruch an Haselnüsse, wobei aber noch etwas mitschwingt, dessen Entsprechung ich im Bereich der Speiseöle zu finden glauben würde. Nicht etwa der frisch-fruchtig pikante Geruch von Olivenöl, sondern eher etwas aus der leicht ranzigen, nicht vordergründig angenehmen Abteilung.
Wie erwartet lässt sich mit dem langfaserigen Material eine federnde Füllung zurechtstopfen, die aufgrund des schmalen Schnitts auch sofort in Brand gerät. Natürlich erst nach dem Kontakt mit einer offenen Flamme, für eine Selbstentzündung reicht es selbstverständlich nicht. ;-)
Trotzdem ist zur Verwendung eines weiteren Zuendholzes zu raten, um einen gleichmäßigen Brand zu bekommen. Nach ein paar Zügen stellt sich eine gewisse Süße im Rauch ein, die den haselnussigen Geschmack gut abrundet, wobei der Tabak im weiteren Rauchverlauf aber auch mit ein paar herberen Noten aufzuwarten weiß, die mich zeitweise an die Verwendung von Orienttabak in der Mischung denken lassen. Das soll aber nur einen Hinweis auf die Art der herben Noten geben; ich habe nicht vor, die Grundtabake zu erraten.
Der Nebenstromrauch zeigt gewisse Salmiakanteile, doch auch hier ist das nussartige Aroma deutlich wahrnehmbar. Die Speiseölduftkomponente ist mit etwas Konzentration auch im Rauch schmeckbar, wirkt aber nicht allzu störend, wenn auch durchaus verzichtbar. Lässt man die Pfeife fast verlöschen und raucht dann ohne Nachzuenden weiter, wird sie sogar noch etwas deutlicher.
Nikotinmassig würde ich diesen Tabak auf der leichteren Seite von medium einordnen, gerade so, dass er eigentlich niemandem Probleme bereiten sollte, andererseits aber auch nicht unbefriedigend wirkt. Die Raumnote ist haselnussig süß, mit einer leichten Nebennote, die mich ein wenig an gekochte Milch erinnert.
Fazit:
Der Tabak ist ganz gut rauchbar, mit angenehmer Raumnote, trifft allerdings nicht ganz meinen Geschmack.
(06.03.2001)
Dieser Tabak wurde als Blindtest an 3 Mitglieder von daft verschickt, die ihn ohne zu wissen, um welchen Tabak es sich handelt, reviewten.