Pöschl Königsprise
(Schnupftabak)
| Hersteller: | Pöschl |
| Schnittbreite: | Schmalzler |
| Verpackung: | 10g |
Jan Hauck
Durch Zufall habe ich auf einem Kurzurlaub noch eine Dose Königsprise entdeckt. Leider kann man diesen Schmalzler nicht mehr bekommen, Pöschl hat ihn nicht mehr im Programm. Daher ein Review so ausführlich wie möglich.
Die Dose ist bayrisch blau und mit folgendem Aufdruck: Königsprise Traditionsschmalzler Echt Bayrisch. Auf der Rückseite ist eingeprägt, daß Tabak die Gesundheit gefährdet, daß 10g enthalten sind, und daß Pöschl der Hersteller ist. Die kleine Dose muß aufgeklappt werden, um den Schmalzler mit den Fingern entnehmen zu können und dann zu schnupfen. Der Tabak präsentiert sich tiefschwarz. Vereinzelt, üblich bei Schmalzlern, haben sich kleine und große Klumpen gebildet. Was danach auffällt, ist der überwältigende Geruch. Die Sorte ist sehr fruchtig gehalten, ein Geruch, der sich aus der Dose heraus praktisch sofort im halben Raum ausbreitet. Die spezifische Frucht kann ich nicht bestimmen. Man mag vielleicht jetzt an Pöschls Südfruchtschmalzler denken. Ich habe aber bei Pöschl nach etwaigen Restbeständen der Königsprise nachgefragt, die aber nicht vorhanden sind. Man hat mir aber auch nicht die Südfrucht empfohlen, daher meine ich, daß sie nicht identisch sein können. Der Tabak ist sehr fein gemahlen. Von Schmalzlern ist man immer eine gewisse Grobkörnigkeit gewohnt, doch dieser hat nahezu Snuffkorngröße. Übrigens sitze ich jetzt zum Review vor der offenen Dose, und der eigentlich fruchtige Geruch wirkt mit der Zeit fast ein bißchen wie Apotheke. Das kuriose dabei ist, daß mir fast der Kopf raucht bei dem Versuch, genau zu sagen, wonach es eigentlich riecht, und zweitens genau dieser Geruch mich magisch anzieht und fast süchtig machen will. In jedem Fall riecht der Schmalzler sehr süß. Es ist fast eine süße Schwere, ohne die Mentholfrische eines Snuff.
Der Schmalzler ist angenehm feucht, kein Brennen in der Nase ist zu erwarten, eine sehr milde Sorte. Eigentlich habe ich immer lieber vom Handrücken geschnupft, aber auch die Methode, den Tabak mit den Fingerspitzen zur Nase zu führen, hat ihren Reiz. Es ist Übungs- und Techniksache, man kann leicht nachher eine kleine Schweinerei verursachen auf dem eigenen Hemd.
Nun breitet sich der schwere süße Geruch in der Nase aus, und dieser Geruch mit Suchtpotential bleibt sage und schreibe mindestens eine Stunde deutlich zu spüren. Auch das habe ich selten erlebt bisher.
Fazit:
Ich würde diesen Schmalzler sehr empfehlen, wenn er noch auf dem Markt wäre, auch wenn ich sonst eher ein Schmalzlermuffel bin. So aber bleibt der wehmütige Verbrauch dieser letzten Dose mit der Hoffnung, daß die 10 Gramm noch nicht so bald zur Neige gehen mögen.
(16.10.02)